Ölpreise steigen trotz Rekordbeständen

Heizoelpreis gestiegen 03-03-2016

Trotz eines massiven Anstieges der amerikanischen Ölbestände gingen die Ölpreise gestern gefestigt aus dem Handel. Die Aussicht auf Produktionseinschränkungen und eine sinkende US-Ölförderung wird am Markt derzeit höher gewichtet, als die physische Überversorgung. Die Heizölpreise werden heute Morgen geringfügig steigen.

Ölpreisentwicklung

Der aktuelle Trend der Ölpreisentwicklung kann momentan selbst durch enorme Bestandsaufbauten in den USA nicht gedreht werden. Die offiziellen Ölbestandsdaten des DOE (Department of Energy – Amerikanisches Energieministerium) zeigten einen massiven Anstieg der Rohölbestände.

Eigentlich wäre bei Zahlen in dieser Größenordnung mit einer  starken Abwärtsbewegung bei den Ölpreisen zu rechnen. Der Blick der Händler löst sich aber anscheinend von der akut vorhandenen Überversorgung und richtet sich verstärkt auf Faktoren, die diesen Zustand zukünftig beenden könnten.

Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen mit 36,96 US Dollar je Barrel notiert. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei 328,50 US Dollar je Tonne. Die Notierungen sind damit nur moderat gestiegen, im Hinblick auf die klar belastenden Ölbestandsdaten, ist dies dennoch erstaunlich.

Mit den erneuten Aufbauten eilen die amerikanischen Ölbestände von einem Rekordstand zum nächsten. Daher ist es schon verwunderlich, dass der vergleichsweise geringe Rückgang der Benzinbestände sowie der amerikanischen Ölförderung stärker gewichtet wurde, als das mögliche Erreichen von Kapazitätsgrenzen der Lager.

Selbst wenn die US-Ölförderung signifikant sinken sollte und die anderen Produzenten sich auf Produktionseinschränkungen einigen könnten, müssten die enormen Bestände erst durch eine anhaltende Unterversorgung abgebaut werden, bevor sich Angebot und Nachfrage wieder ausgleichen.

Auch wenn am Markt bereits eine Bodenbildung beim Ölpreis thematisiert wird, sprechen immer noch viele Faktoren dagegen. Einerseits kann die sinkende Ölförderung in den USA durch steigende Exporte von Ländern wie dem Iran kompensiert werden.

Auf der anderen Seite scheinen die bisher verhandelten Maßnahmen der anderen großen Produzenten nicht geeignet zu sein, die Überversorgung tatsächlich zu reduzieren. Im Augenblick wird  eine Beschränkung der Förderung auf das Niveau vom Januar anvisiert. Im Januar wurde bei den größten Produzenten Russland und Saudi-Arabien aber nahe der jeweiligen Rekordmarke gefördert.

Zu guter Letzt bereitet auch die Nachfrageseite Sorgen. Das Wirtschaftswachstum in China schwächelt beispielsweise. Das konstant hohe wirtschaftliche Wachstum in Schwellenländern und allen voran China, war in den vergangenen Jahren der entscheidende Treiber für den Anstieg der Ölnachfrage.

Ob sich bei der Ölpreisentwicklung in den kommenden Wochen die physische Situation des Marktes oder die Perspektive auf Veränderungen durchsetzt, wird sich zeigen. Fakt ist, das ein signifikanter Anstieg der Ölpreise kurzfristig eher unwahrscheinlich ist.
Bei steigenden Preisen würden teurere Förderprojekte wieder rentabel. Der schnelle Preisanstieg im Frühling des letzten Jahres führte beispielsweise zu einem noch viel stärkeren Preiseinbruch in der zweiten Jahreshälfte.

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist weiterhin etwa 1,085 US-Dollar wert. Dennoch bleibt der Druck auf den Eurokurs hoch. Von der Europäischen Zentralbank erwartet der Finanzmarkt im März eine weitere Lockerung der Geldpolitik. In Bezug auf die amerikanischen Wirtschaftlage kamen dagegen zuletzt positive Signale, was eher für weitere Zinserhöhungen spricht.

In den ersten beiden Monaten des Jahres schwächelte noch der US-Dollar. Der Markt hatte Zinserhöhungen durch die Fed für 2016 mehr oder weniger ausgepreist.  Auch den Ankündigungen von EZB-Chef Mario Draghi, die Geldpolitik weiter lockern zu wollen, schienen Investoren nicht zu trauen, weshalb der Euro sich stärker präsentierte.

Sollte EZB-Präsident Draghi im März tatsächlich Ernst machen und die Geldschleusen weiter öffnen, könnte die Parität der beiden Währungen wieder in greifbare Nähe rücken.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 44,15 Euro pro 100 Liter. Im Vergleich zur Vorwoche ist der Heizölpreis damit um über zwei Cent pro Liter Heizöl gestiegen.

Grundsätzlich könnte man auf den vergleichsweise deutlichen Anstieg der letzten Tage eine Gegenreaktion erwarten. Auf deutliche Anstiege folgt meist eine Korrektur, da Marktteilnehmer Gewinne aus Kursanstiegen realisieren möchten. Zudem spricht die fundamentale Marktlage nicht für weiter steigende Ölpreise.

Signifikant sinkende Heizölpreise sind durch die Euroschwäche und festen Ölpreise in dieser Woche eher unwahrscheinlich. Die Heizöl-Nachfrage hat stark nachgelassen, sodass nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden muss.

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