Ölpreise stürzen ab

Heizoelpreise 050517

Nigeria und Libyen vermelden Produktionssteigerungen. Offene Zweifel an der Verlängerung des OPEC-Deals. Nachfrage an Öl entspricht nicht den Erwartungen. Abwärtsreaktionen im Handel sorgen für Preisverfall am Markt.

Ölpreisentwicklung

Auch am Donnerstag setzte sich die Tendenz der bisherigen Handelswoche fest. Nachdem die Märkte bereits am Dienstag und Mittwoch erhebliche Preiseinbrüche zu verkraften hatten, ging es am Donnerstag weiter bergab.

Insgesamt gibt es in dieser Woche eine Vielzahl an Indikatoren die für diese Entwicklung sorgen. Am Dienstag und Mittwoch stand vor allem der US-Markt im Fokus der Marktteilnehmer. Die Bestandsdaten an Rohöl und Ölprodukten wie Benzin und Diesel konnten nicht wie erwartet abgebaut werden. Weiterhin liegt die saisonbedingte Nachfrage nicht auf dem erwarteten Niveau.

Meldungen über einen Rückgang der Förderquotentreue einiger Mitglieder des OPEC-Förderabkommens und eine Preissenkung Saudi Arabiens für den asiatischen Markt taten ihr übriges. Am heutigen Freitagmorgen sind die Preise weiter im Fall.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent startet am Freitagmorgen mit einer Notierung von 48,42 US-Dollar. Im weiteren frühen Handelsverlauf fällt der Preis zeitweise auf 46,70 US-Dollar.  Der Schlusspreis am Mittwoch lag bei  48,38 US-Dollar. 

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, startet am Morgen bei 423,00 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Auch er erreicht im frühen Handelsverlauf einen Tiefstand von 411,75 US-Dollar. Der Schlusspreis für Donnerstag lag noch bei 426,00 US-Dollar. Mitte April rangierte ICE Gasoil noch knapp unter einer Marke von 500 US-Dollar.

Der aktuelle Preisverfall wird nicht nur von für den Markt negativen Meldungen begünstigt. Auch Mechanismen des Handels unterstützen die Entwicklung. Gestern sorgte beispielsweise die sogenannte „Stop-Loss-Order“ einiger Handelsteilnehmer für automatische Verkäufe. Eine Stop-Loss-Order ist ein sehr einfaches, aber für die Händler effektives Werkzeug ihre Gewinne zu sichern beziehungsweise Verluste zu begrenzen.

Die Stop-Loss-Order wird wie ein normaler Wertpapierauftrag erteilt. Dabei bestimmt der Händler einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung. Wird dieser Kurs erreicht, wird ein Verkaufsauftrag ausgelöst. Als die Preise am Donnerstag im freien Fall waren, wurden damit auch die von vielen Händlern festgelegten Kursgrenzen durchbrochen und automatische Verkäufe ausgelöst. Das plötzliche Überangebot sorgte in der Konsequenz für weiteren Druck auf die Preise.       

Entwicklung Eurokurs

Stand der Euro am Mittwoch noch aufgrund von Meldungen über die ausbleibende Zinsentscheidung der US-Notenbank FED unter Druck, konnte er sich am Donnerstag wieder erholen. Der Kurs am Freitagmorgen liegt bei 1,0981 US-Dollar. Am Donnerstag schloss der Kurs unwesentlich höher bei 1,0982 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs gestern auf 1,0927 US-Dollar festgelegt.

In Frankreich findet am kommenden Sonntag die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahlen statt. Als Favorit gilt der gemäßigte Kandidat Emmanuel Macron. In Erwartung seiner Präsidentschaft bleibt der Euro stabil und kann leichte Gewinne verzeichnen.

Heizölpreisentwicklung

Die fallenden Preise und die aktuelle Marktsituation sorgen auch am Freitag dieser Woche für einen sinkenden Heizölpreis. Erfahrungsgemäß kann aber davon ausgegangen werden, dass das Preisniveau an den Märkten nicht sofort auf die Endverbraucherpreise umgelegt werden. Der starke Euro sorgt ebenfalls weiterhin für einen positiven Einfluss auf die Endverbraucherpreise.

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt heute rund 52,57 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren noch 54,43 Cent.

Gerade an einem Tag wie heute lohnt es sich, dieses Preisniveau zu sichern und sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank.

Aufgrund der aktuellen Marktsituation mit zu vielen undurchsichtigen Faktoren ist es völlig unklar, wie sich das Öljahr 2017 letztendlich entwickeln wird. Dieser Unsicherheit gehen Sie mit einem baldigen Heizölkauf aus dem Weg.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie der Heizöl Finanzierung oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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