Ölpreise unverändert – Heizölpreise stabil

19. November 2018, Nicola Bergau

Heizöl am Montag günstiger 19.11.18

Irak will wieder Öl aus der halbautonomen Region Kirkuk exportieren, Saudi-Arabien fühlt sich bei den Iran-Sanktionen von den USA ausgebootet: Diese kleineren Meldungen hatten kaum klaren Einfluss auf die Ölpreise, die heute Morgen praktisch unverändert sind. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Einigung mit Kurdistan: Irak exportiert wohl wieder Öl aus Kirkuk
  • Baker Hughes: erneut zwei weitere aktive US-Ölbohranlagen
  • Streitfall Iran: Saudi-Arabien fühlt sich von USA hintergangen – und will unabhängiger agieren
  • Brent bei 67,32 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 637,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1403 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 85,67 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
▲ Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

US-Pipelineprojekte bald abgeschlossen – mehr US-Öl für den Weltmarkt in Aussicht
USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus und hat kein Interesse an neuen Kürzungen
Sanktionen gegen Iran

OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
Libyen und Irak mit stark ausbaufähiger Ölförderung
Irak will Ölexporte aus Kirkuk wieder aufnehmen

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 67,32 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 67,25 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 67,30 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 637,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 639,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 633,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 19.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die neue Woche beginnt wie alle anderen in jüngster Zeit verlaufen sind: Mit uneindeutigen Tendenzen an den Ölmärkten, die die Verunsicherung der Handelsteilnehmer deutlich zeigen. Irak hat sich mit der halbautonomen Region Kurdistan geeinigt und will nun wieder Öl aus den reichen Quellen um Kirkuk fördern und exportieren. Das Geschäft soll Halbe-Halbe für beide Parteien einträglich werden. Mit dieser neuen Ölquelle sinken die Iran-Sanktionen zunehmend in Bedeutungslosigkeit und Analysten gehen nun fast felsenfest davon aus, dass die OPEC im Dezember neue Förderkürzungen beschließen wird. Saudi-Arabien fühlt sich unterdessen vom eigentlichen Wirtschaftspartner im Stich gelassen. Die zahlreichen Ausnahmen zu den US-Sanktionen gegen Iran hätten dafür gesorgt, dass der Boykott wirkungslos und die Ölpreise so deutlich gefallen wären. Man wolle nun unabhängiger von den USA bei der Preisgestaltung agieren.

 Auch dies deutet auf Förderkürzungen hin, was aber nicht heißt, dass die Überversorgung des Marktes, die für 2019 prognostiziert wird, vom Tisch wäre. Schon deshalb pendeln die Preise im engen Rahmen.

Der inländische Heizölpreis setzt unter diesen Voraussetzungen seinen langsamen Abstieg zurück zur Normalität fort, zumal der Euro leichte Gewinne einfahren konnte. Zwar kommt es immer noch zu Lieferverzögerungen und Preisaufschlägen aufgrund weiterhin niedriger Rheinpegel. Aber Heizölkäufer sollten angesichts des sich deutlich ankündigenden Winters dennoch rechtzeitig eine Lieferung auslösen, um den kalten Temperaturen zu begegnen. Die Gelegenheit ist zumindest günstiger als noch vor einer Woche.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1403 US-Dollar, Freitag um die gleiche Zeit waren es 1,1344 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1346 US-Dollar festgesetzt.

Zunächst war die Gemeinschaftswährung vor dem Wochenende deutlich gestiegen, als sich der Vizevorsitzende der US-Notenbank Fed besorgt über die globale Konjunkturentwicklung geäußert hatte. Man müsse dies beobachten – was im Endeffekt auch so interpretiert werden kann, dass die Leitzinsanhebung bald ein Ende haben könnte. Die Fed verfolgt eine Politik der Balance, man wolle die Konjunktur weder anschieben noch behindern.

Der Markt interpretierte die Äußerungen jedenfalls als Zeichen für einen baldigen Anhebungsstopp und schickte den Dollar auf Abwärtskurs. Dieser hat allerdings heute Morgen schon wieder deutlich an Schwung verloren und weitere Impulse in Form von Konjunkturdaten werden heute kaum erwartet. Deshalb hat der Euro wieder an Wert verloren, im Vergleich zu Freitag dennoch sichtbar zugelegt.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Saudis wollen ohne USA die Preise gestalten
  • Irak eignet sich mit Kurdistan zur reichen Ölregion Kirkuk
     

OPEC-Kürzungsdeal auf fragilen Füßen

Mit der Ankündigung Saudi-Arabiens, man wolle aufgrund der zahlreichen Ausnahmen bei den US-Sanktionen gegen Iran zukünftig unabhängiger von Washington agieren, zeigt sich das angespannte Verhältnis innerhalb und außerhalb der OPEC zum Kürzungsdeal.

Denn die USA haben sich in Form von Trumps Tweets immer wieder gegen die künstliche Verknappung des Ölangebots durch die Dealmitglieder ausgesprochen – und es ist durchaus wahrscheinlich, dass Washington nur deswegen so viele Ausnahmen bei den Iran-Sanktionen gewährt hat.

So zumindest interpretiert es offenbar OPEC-Wortführer Saudi-Arabien, der durch anonyme Quellen verkündete, sich von seinem Wirtschaftspartner USA ausgebootet zu fühlen und zukünftig unabhängiger agieren zu wollen. Dies hieße praktisch zwangsläufig, dass neue Förderkürzungen beim OPEC-Treffen Anfang Dezember eine fast ausgemachte Sache sind – zumindest bei den festen OPEC-Mitgliedern.

Denn der Dealbeteiligte Russland als wichtigster Nicht-OPEC-Partner hatte sich in der vergangenen Woche gegen neue Kürzungen ausgesprochen. Soll der Deal Bestand haben, muss Russland aber zwangsläufig an Bord sein. Damit wird ein wichtiges Signal in den Markt geschickt und Moskau sichert sich zudem die zu erwartenden Gewinne aus der Preisstabilisierung. Allerdings geht kaum mehr jemand davon aus, dass wir erneut Rekordpreise weit über 80 Dollar pro Barrel sehen werden. Denn gleichzeitig zeigen zum Beispiel Meldungen wie aus Irak, dass plötzlich Öl ins Spiel gebracht werden kann, mit dem keiner mehr gerechnet hat.
 

Irak erzielt Einigung mit Kurdistan zu Öl

Die halbautonome Region Kurdistan im Norden Iraks ist politisch und wirtschaftlich gesehen eine sehr komplizierte Angelegenheit. Zwar verwaltet sich der Distrikt praktisch vollständig unabhängig, doch die letzte Oberhoheit will sich Bagdad dann doch nicht nehmen lassen. Das sehen die Kurden aber anders.

Aus dieser Sachlage entstanden in der Vergangenheit schon mehrfach blutige und tiefgreifende Konflikte, bei denen aus hauptsächlich auch darum ging, wer eigentlich die reichen Ölfelder um Kirkuk bewirtschaften darf und die Gewinne einstreichen kann.

Nun hat es wohl eine Einigung zwischen beiden Parteien gegeben. Man wolle die Einnahmen diplomatisch teilen und könnte die Exporte in dieser friedlichen Sachlage um 200.000 bis 300.000 B/T anheben. Weitere Kapazitäten um bis zu 400.000 B/T wären ebenfalls noch vorhanden.

Diese Zahlen haben – verständlicherweise – bisher in keinen Prognosen zur Versorgungslage eine Rolle gespielt und machen damit das Überversorgungs-Szenario für 2019 noch wahrscheinlicher. Genauso wahrscheinlicher werden damit nochmals OPEC-Kürzungen.

Allerdings müssen sich die Dealbefürworter nun sehr strecken, um mehr irakisches Öl, mehr US-Öl, weniger Sanktionen gegen Iran und eine geringere globale Konjunkturentwicklung auszutarieren. Die Frage ist, bis zu welchem Punkt die Dealbeteiligten bereit sind, sich selbst zu beschränken. Denn gerade „Kontrahenten“ wie die USA torpedieren die Kürzungen nicht nur verbal, sondern mit einem höheren Öl-Ausstoß.

Wir können uns auf jeden Fall auf Turbulenzen um den 6. Dezember einstellen, wenn die Dealmitglieder in Wien zur Entscheidung zusammenkommen.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 19.11.2018

  • EU Finanzstabilitätsbericht

Dienstag, 20.11.2018

  • Eco-Fin-Treffen, Eurozone
  • Baudaten, USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 21.11.2018

  • EU-Entscheid über Italien
  • Nichtgeldpolitische Sitzung EZB
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 22.11.2018

  • Geldpolitische Sitzung EZB

Freitag, 23.11.2018

  • BIP, Deutschland
  • Einkaufsmanagerindex, Eurozone
  • Markit PMI, Eurozone
  • Markit PMI, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 85,67 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 86,05 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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