Ölpreise vorerst stabil – wie geht es weiter?

13. November 2017, Peter Dudda

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Seit Freitagmorgen verharren die Ölpreise auf gleichem Niveau. Zum Wochenstart stellt sich vorerst eine Abwärtstendenz ein – Analysten bestätigen diese Entwicklung mit einem klaren Statement: „Öl ist zur Zeit viel zu teuer“. Euro weiter über 1,16 US-Dollar. Heizöl heute etwas günstiger.

Ölpreisentwicklung

Trotz der neuerlichen Zunahme der geopolitischen Spannungen zwischen Saudi Arabien und Iran zum Ende der vergangenen Woche, verblieben die Kurse am Freitag in einer engen Spanne.

Eigentlich preissteigernde Meldungen aus dem Umfeld der OPEC wurden von den Märkten im aktuellen Umfeld weitestgehend ignoriert. So gab es erneut Bekundungen Saudi Arabiens, die Öl-Exporte im Dezember abermals zu senken. Mit Blick auf Iran und Irak, welche diese Fehlmengen umgehend ausgleichen könnten, ist das neutrale Verhalten der Händler entsprechend nachvollziehbar.

Zum Abend veröffentlichte die Erdöl Service Gesellschaft Baker Hughes wie gewohnt seinen Bericht zur Anzahl aktiver Öl-Bohranlagen in den USA.

Seit Mai sank die Anzahl der aktiven Anlagen stetig, in der Vorwoche konnte sogar ein Rückgang um 8 Anlagen gemeldet werden. Dieser Trend wurde nun mit der Zunahme um 9 neue Anlagen durchbrochen – bei dem aktuellen Preisniveau auch nicht verwunderlich. Insgesamt gibt es nun in den USA 738 aktive Öl-Förderanlagen, zum Beginn des August waren es noch 30 Anlagen mehr.

Die Zunahme ist ein klares Indiz dafür, dass nun auch die US-Förderer ihren Teil vom hohen Preisniveau abbekommen möchten und entsprechende Investitionen tätigen. Den Bestrebungen der OPEC, die weltweiten Bestände an Rohöl nachhaltig zu senken wiederspricht dieses Gebaren natürlich. Verbraucher sollten diese Entwicklung in jedem Fall weiterverfolgen, denn schon in der Vergangenheit hatte die US-Förderentwicklung das Potenzial die Preisniveaus dauerhaft gesenkt.

Die Handelsplätze schlossen bei allen relevanten Kurse auf ihren Startniveaus. Zum Montagvormittag lässt sich bereits ein leichter Abwärtstrend vernehmen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert zum Wochenstart bei 63,50 US-Dollar. Der Schlusspreis von Freitag lag bei 63,52 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Montagmorgen bei 565,25 US-Dollar, knapp 4 Dollar weniger als noch zum Handelsschluss am Freitag.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

Wie geht es weiter mit den Ölpreise?

Die Ölpreise sind in den vergangenen Monaten stetig gestiegen. Die Gründe sind vielfältig. Die brummende Weltwirtschaft sorgt für eine unerwartet hohe Nachfrage. Auch die seit nun mehr einem Jahr bestehenden Förderbeschränkungen des OPEC-Kartells und ihrer Partner zeigen scheinbar ihre Wirkung und Öl wird am Weltmarkt zusehends knapper. Zu guter Letzt sorgte auch die diesjährige Hurrikansaison in der Karibik und im Golf von Mexiko für Produktionsausfälle, was die Preise zeitweilig ebenso nach oben trieb. Jüngst sorgten vor allem die geopolitischen Spannungen in Saudi Arabien, Irak und Kurdistan sowie im Jemen für steigende Kurse

Dennoch betonen Analysten eines großen europäischen Bankhauses, dass die aktuellen Ölpreis-Niveaus deutlich zu hoch sind. So sei eine Verlängerung des OPEC-Förderabkommens über den März des nächsten Jahres hinaus mehr als sicher und auch bereits eingepreist. Auch die Risiken der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bedürfen keiner weiterer Risikoprämie, da auch sie bereits umgehend eingepreist wurden.

Mit Blick in die USA und auf die OPEC-Abkommensverhandlungen zum Ende dieses Monats sieht das Bild für sinkende Ölpreise ganz gut aus. In den USA ist die Zunahme der Förderanlagen ein erstes Indiz für den dauerhaften Ausbau der Produktion. Hat die Förderung von sogenannten Schieferöl nach einem Boom zum Sommer ab Herbst wieder abgenommen, kann davon ausgegangen werden, dass die Förderung nun wieder nachhaltig steigt.

Treffen am 30 November die OPEC-Mitglieder zusammen, dürfte ihnen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Handelsplätze zu Teil werden. Sollte es unerwarteter Weise zu keiner Verlängerung des Abkommens oder zu einer Rücknahme der Beschränkungen kommen, könnte auch hier erhebliches Preiskorrekturpotenzial nach unten liegen.  

Zu guter Letzt sprich noch ein weiteres Indiz für wieder sinkende Preise: Gewinnmitnahmen. Es ist davon auszugehen das Anleger das bisherige Preisniveau für Verkäufe nutzen werden – insbesondere in dem nun volatileren Marktumfeld hat auch das erhebliches Potenzial für nachlassende Preise.

Für innländische Verbraucher könnte sich die Entwicklung der nächsten Wochen also lohnen, Heizöl und Kraftstoffe günstiger werden. Doch wie die Vergangenheit allzu oft schon bewiesen hat: Vor Überraschungen ist man an den Öl-Märkten nie sicher.

Entwicklung Eurokurs

Die Gemeinschaftswährung startet mit 1,1646 US-Dollar und damit etwas gestärkt in die neue Handelswoche. Der Schlusspreis zum Freitag lag noch bei 1,1665 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zum Ende der letzten Woche auf 1,1654 Dollar festgesetzt.

Zum Handelsstart am Montag gab der Euro bereits leicht nach. Das kann vorerst als eine Gegenbewegung zu den leichten Zunahmen der vergangenen Woche interpretiert werden. Aufgrund keiner anstehenden Veröffentlichungstermine für Euro-relevante Daten, wird für heute ein insgesamt ruhiger Handelstag erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 62,45 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 62,73, übers Wochenende noch 62,86 Cent.

Auch wenn alles nach sinkenden Ölpreisen aussieht, kann dennoch nicht mit Sicherheit gesagt werden ob die Kurse tatsächlich kurzfristig nachgeben. Insbesondere wenn sich der Tank leert, sollten Sie sich das aktuelle schon etwas günstigere Preisniveau sichern. Außerdem machen Sie sich so von allen weiteren Entwicklungen unabhängig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.