Ölpreise weiter auf niedrigem Niveau – Euro bleibt stark

3. Mai 2017

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Turbulenter Handelstag am Dienstag. ICE-Gasoil auf tiefsten Stand seit November. Einhaltung der Förderquoten der OPEC-Staaten geht zurück. Geringere Bestände in den USA stützen zum Abend die Märkte.

Ölpreisentwicklung

Nach dem langen Wochenende war der Handel am Dienstag von einem Auf- und Ab der Öl-Preise bestimmt. Die für die Preisentwicklung negativen Meldungen der Produktionszunahme in Libyen, der Erhöhung der Förderanlagen in den USA und eine von Saudi Arabien ausgegebene Preissenkung für den asiatischen Markt sorgten zum Beginn des Handels für erheblichen Druck.

In Erwartung niedrigerer Bestandsdaten an Rohöl und Ölprodukten im US-Markt zogen die Preise im Tagesverlauf wieder an. Die Händler trieb diese Entwicklung zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Als Konsequenz rutschten die Preise wieder ab und ICE Gasoil vermeldete den niedrigsten Stand seit November letzten Jahres.

Zu Handelsschluss bestätigten sich mit dem aktuellen API-Bericht die Erwartungen, dass die Öl-Bestände in den USA im Vergleich zur letzten Woche rückläufig sind. Auch wenn dies wieder für eine erneute Preisstabilisierung sorgte, schloss der Handel mit Verlusten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Mittwochmorgen bei 50,96 US-Dollar und liegt damit leicht über dem Schlusspreis vom Montag mit 50,46 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert aktuell bei 446,50 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Der Schlusspreis für Dienstag lag unwesentlich höher bei 447,00 US-Dollar.

API-Bericht vermeldet Abbau an Rohöl-Beständen in den USA

Die Berichte des American Petroleum Institute zu den Beständen von Rohöl und Öl-Produkten wie Benzin und Diesel sorgten in den vergangenen Wochen immer für Aufsehen an den Märkten. Meist waren unerwartete Bestandsaufbauten der Auslöser. In dieser Woche wurden die Erwartungen wieder einmal übertroffen. Der aktuelle API-Bericht vermeldet insgesamt einen Rückgang von 4,2 Millionen Barrel Rohöl im US-Markt. Das übertrifft die Erwartungen nahezu um 50 Prozent.  

Bei den Beständen von Benzin und Diesel gingen Experten sogar von einer Zunahme aus. Allerdings zeichnet der neue API-Bericht ein neues Bild: Dieselprodukte wurden um 400.000 Barrel abgebaut, Benzinprodukte sogar um fast 2 Millionen Barrel.

Am Mittwochabend wird sich mit dem DoE-Bericht zeigen, ob sich die Tendenz des API bestätigt. Im Gegensatz zum Bericht des American Petroleum Institute berücksichtigt der Bericht des Department of Energy nicht nur aktuelle Bestände, sondern lässt auch weitere Daten wie Im- und Exporte von Rohöl- und Ölprodukten mit einfließen.

Sollte DoE die durch API ausgelösten Erwartungen tatsächlich erfüllen, kann im Verlauf des heutigen Handelstages mit einer Preisstabilisierung gerechnet werden.

OPEC beklagt Rückgang der Förderquotentreue

Gestern konnte aus Russland die Einhaltung der im OPEC-Abkommen vereinbarte Förderbegrenzung um 300.000 Barrel vermeldet werden. Insgesamt ist die Förderquotentreue hingegen rückläufig. Nach aktuellen Meldungen ist sie mittlerweile von 95% auf 92% gesunken. Auslöser ist vor allem die Produktionszunahme von Libyen, Nigeria und Iran. Die Staaten genießen innerhalb des OPEC-Kartells einen Sonderstatus. Sie sind aufgrund ihrer wirtschaftlichen oder politischen Situation zu sehr von den Einnahmen aus ihrer Ölproduktion abhängig und unterliegen daher keiner Förderbegrenzung.  

Die Märkte behalten dabei vor allem Libyen im Blick. Nach der Beendigung von kriegerischen Auseinandersetzungen, welche zur Blockade von zwei großen Ölfeldern führten, läuft die Produktion im Land wieder an. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die Lage im Land stabil bleibt. Wenn ja, könnten die neuen Mengen für weiteren Druck auf die Einhaltung der Förderquoten des OPEC-Kartells sorgen.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro blieb auch am Dienstag auf Erfolgskurs und startet auch am Mittwoch stabil über der 1,09 Marke. Der Kurs am Mittwochmorgen liegt bei 1,0930 US-Dollar. Am Dienstag schloss der Kurs bei 1,0928 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0910 US-Dollar festgelegt.

Für heute werden weitere Wirtschaftsdaten in der Eurozone erwartet. Experten gehen von einer positiven Entwicklung aus. Weiterhin behalten Händler die US-Notenbank FED im Blick. Sie gibt heute Abend eine Entscheidung zur Beibehaltung des aktuell niedrigen Zinsniveaus aus.

Heizölpreisentwicklung

Am Mittwoch profitieren Verbraucher aufgrund der Ölpreisentwicklung und des starken Euro weiterhin von leicht sinkenden Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,08 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es auf ähnlich niedrigem Niveau 55,17 Cent.

Es lohnt sich, dieses Preisniveau zu sichern und sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Denn die Preise könnten ihre Kehrtwende fortsetzen.

Dennoch ist vollkommen unklar, wie sich das Öljahr 2017 letztendlich entwickeln wird. Und dieser Unsicherheit gehen Sie mit einem baldigen Heizölkauf aus dem Weg.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

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