Ölpreise weiter im Anstieg: Saudi-Arabien macht sich offenbar für OPEC-Deal stark

12. April 2017

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Als wichtigstes Mitglied der OPEC hat Saudi-Arabien seine Ölproduktion nicht nur signifikant gesenkt, es macht sich nun öffentlich für eine Verlängerung des OPEC-Deals stark. Dieses Signal und gesunkene US-Ölbestände laut API sorgen für Aufwärtsbewegungen bei den Ölpreisen.

Ölpreisentwicklung

Da es nichts Neues zu den Spannungen zwischen Nordkorea und den USA zu berichten gab, richtete der Ölmarkt gestern seine Aufmerksamkeit auf Saudi-Arabien, die API-Reporte zu US-Ölbestandsdaten sowie den Monatsbericht der EIA (Energy Information Administration).

Saudi-Arabien hat sich  nach Meldungen aus OPEC-Kreisen erstmals innerhalb des Kartells dafürstark gemacht, dass die OPEC ihren Kürzungsdeal in die zweite Jahreshälfte verlängert. Der EIA-Bericht geht unterdes nicht davon aus, dass der Deal verlängert wird. In diesem Fall stach aber die Saudi-Arabien-Meldung die EIA-Prognosen aus und gab den Ölpreisen Schwung. Die Entwicklung wurde auch vom API-Bericht zu gesunkenen US-Ölbeständen unterstützt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen bei 56,27 US-Dollar. Das ist leicht über dem Schlusspreis von Dienstag mit 56,23 US-Dollar und auch über dem Wert von Montag (55,98 US-Dollar).

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt sich etwas inkonstanter und notiert aktuell bei 498,00 US-Dollar für die Lieferung im April. Das ist sichtbar höher als der Schlusspreis von Dienstag (492,50 US-Dollar), der aber leicht unter dem Montagswert (493,50 US-Dollar) lag.

Gestern war es recht ruhig in Sachen Nachrichten aus der Weltpolitik, die zuvor einen erheblichen Einfluss auf die Ölpreise hatten. Also richteten Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf Öl-typische Neuigkeiten, die gestern im Endeffekt für eine weitere Stabilisierung der Kurse und für Anstiege sorgten.

Wichtigster Punkt ist die aus OPEC-Kreisen zu vernehmende Äußerung Saudi-Arabiens, dass eine Verlängerung des OPEC-Deals in die zweite Jahreshälfte wichtig und wünschenswert wäre. Bisher hatte der größte Produzent des Kartells seine Wortführerrolle eher wahrgenommen, um andere beteiligte Länder an die Einhaltung der Kürzungsquoten zu erinnern.

Das Wort des Königreichs hat enormes Gewicht – sowohl innerhalb des Kartells, als auch als Signal an die Märkte. Und wenn Saudi-Arabien wie zuletzt seine Preise für die Lieferung im Mai als Warnung deutlich senkt, dann hat dies stets Einfluss auf den gesamten Ölmarkt.  Dennoch geht die Nation weiter mit gutem Beispiel voran und vermeldete, dass sie im März ihre Produktion noch einmal stärker als vereinbart gekürzt habe.

Wenn Saudi-Arabien also an Bord ist, steigen die Chancen auf eine Deal-Verlängerung, über die Ende Mai entschieden wird. Und das scheinen auch die Marktteilnehmer gestern so gesehen zu haben.

Branchenberichte bleiben ohne Einfluss

Darum hatte wohl auch der Bericht der EIA (Energy Information Administration) nicht den Einfluss, den er sonst oft hat. Dieses prognostische Papier geht davon aus, dass die Deal-Verlängerung nicht kommt. Außerdem wurden die Preisvoraussagen für 2017 und 2018 nach unten sowie die Annahmen zur Entwicklung der US-Ölindustrie nach oben korrigiert. Bei der EIA stehen also alle Zeichen auf nachgebende Kurse.

Ob das mittel- und langfristig stimmt, ist natürlich Glaskugelleserei und zumindest kurzfristig scheint das Gegenteil zu stimmen. In diesem Klima fand daher der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institute (API) stärker Gehör, der sowohl Abbauten bei den US-Rohölbeständen, als auch bei den Destillaten und Benzin vermeldete.

Alle Abbauten lagen über den Erwartungen des Marktes, was für eine gestiegene Nachfrage auf dem US-Markt spricht. Und das wiederum ist ein preissteigerndes Signal für den globalen Ölmarkt. Allerdings sind die API-Werte allein keine wirklich nachhaltige Quelle, da die Datenmenge relativ klein ist und sich nur aus freiwilligen Angaben der Ölkonzerne speist.

Anders ist dies beim Bericht des Department of Energy (DOE), der stets einen Tag nach den API-Zahlen veröffentlicht wird. Die DOE-Werte speisen sich aus Pflichtangaben aller amerikanischen Ölproduzenten und sind daher dazu geeignet, API entweder zu entkräften, zu bestärken oder genauer zu konturieren. In der letzten Woche haben die DOE-Zahlen für einen erheblichen Preisdruck gesorgt, da die Zahlen entgegen der Erwartungen eine erhebliche Bestandszunahme an Rohöl im US-Markt vermeldeten.

 

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat sich wieder über die 1,06-Marke bewegt und notiert aktuell bei 1,0621 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde für Dienstag bei 1,0616 US-Dollar festgesetzt.

Grund für die leichte Erholung seien laut Analysten gute Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Auch die Entwicklung im französischen Wahlkampf um die Präsidentschaft hätte für leichten Auftrieb gesorgt.

Die Aussichten für den proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron seien laut Umfragen zuletzt gestiegen, was der Kandidatin des antieuropäischen Front National, Marine Le Pen, ein wenig den Wind aus den Segeln genommen habe.

Allerdings dürften diese Einflüsse aktuell weder nachhaltig noch wirklich ausschlaggebend sein, da viele Marktteilnehmer im Hinblick auf das lange Osterwochenende bereits nicht mehr aktiv an den Börsen agieren würden.

Heizölpreisentwicklung

Auch wenn der Euro wieder etwas zugelegt hat und damit Ölkäufe für Marktteilnehmer außerhalb der USA günstiger macht, profitieren Verbraucher bei den Heizölpreisen davon leider nicht. Denn die sichtbare Aufwärtsbewegung für Rohöl macht diese Vorteile wieder wett. Im Endeffekt müssen sich Verbraucher also weiterhin auf höhere Heizölpreise einstellen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet momentan im bundesweiten Durchschnitt rund 60,99 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 60,63 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Momentan stehen die Zeichen auf weiteren Anstieg und mit dem baldigen Heizölkauf können unsere Kunden den weiteren kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.