Ölpreise weiter im Aufwärtstrend – Euro verliert an Wert

Heizoelpreis steigt 110517

Algerien und Irak befürworten Förderquotenverlängerung. DOE vermeldet Bestandabbauten im US-Markt. Libyens Öl-Produktion steigt weiter. Der Euro fällt weiter deutlich unter die 1,09 Marke.

Ölpreisentwicklung

Die am Dienstag zum Handelsschluss veröffentlichten API-Bestandsdaten von Rohöl und Ölprodukten wie Benzin und Diesel im US-Markt, wurden vom Handel am Mittwoch noch verhalten aufgenommen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass erst die Zahlen des DoE-Berichts, für Klarheit über die aktuelle Marktentwicklung in den USA sorgen. Nachdem der Bericht des Department of Energy in der vergangenen Woche API nahezu in allen Kategorien revidierte, wurde gestern kurz vor Handelsschluss die Tendenz von API durch DoE bestätigt. Nahezu in allen Kategorien konnten Bestandsabbauten im US-Markt vermeldet werden. Die Handelsplätze reagieren am Donnerstagmorgen entsprechend positiv, was für einen deutlichen Anstieg der Ölpreise sorgt.  

Auch Meldungen aus dem Irak und Algerien sorgten für positive Effekte. Danach sprechen sich beide OPEC-Staaten für eine Verlängerung der Förderquoten für weitere neun Monate aus. Der Handel schloss am Mittwoch mit den Tageshöchstwerten, so dass auch am Donnerstag von weiteren Preisanstiegen auszugehen ist.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Donnerstagmorgen bei 50,31US-Dollar. Der Schlusspreis am Mittwoch lag bei 50,22 US-Dollar. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 446,75 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Am Mittwoch betrug der Schlusspreis 444,00 US-Dollar. Auf der Überblickseite zur Heizölpreisentwicklung finden Sie die Kursentwicklungen der vergangenen Tage, Wochen und Monate.

DoE-Bericht begünstigt Preisanstieg

Nach den DoE Daten sanken die US-Bestände an Rohöl um insgesamt 5,2 Millionen Barrel. Destillate, im wesentlichen Heizöl und Diesel, sanken im Vergleich zur vergangenen Woche um 1,6 Millionen Barrel. Ging API noch von einer erheblichen Zunahme an Benzinprodukt-Beständen aus, konnte DoE dies mit einem Abbau von 200.000 Barrel wiederlegen.

Doch nicht nur die Bestände sanken, auch die Raffinerieauslastung wurde in der letzten Berichtswoche um 1,8% zurückgefahren. Mit Blick auf die saisonal betrachtet überdurchschnittlich hohen Auslastungszahlen der vergangenen Wochen, wird dieser Indikator von den Märkten neutral aufgenommen.

Im Vergleich zum Bericht des American Petroleum Institute, liefert DoE auch Zahlen zur aktuellen Nachfragesituation. Auch diese hat die psychologisch wichtige Marke von 20 Millionen Barrel pro Tag wieder übersprungen. Der abermals vermeldete Anstieg der US-Ölproduktion war indes keine Überraschung für die Händler und hatte daher kaum negative Einflüsse auf die Preisentwicklung.

Libyens Entwicklung wie erwartet

Libyens Öl-Produktion litt in den vergangenen Monaten unter der instabilen politischen Lage im Land. Milizen hatten mehrfach Öl-Felder, Öl-Häfen oder Pipelines besetzt und sorgten damit teilweise für einen Produktionsrückgang auf ein Niveau von unter 200.000 Barrel pro Tag. Mitte April lief die Produktion wieder an und steigt seitdem täglich. Nach neuesten Zahlen der staatlichen National Oil Corporation konnte nun ein Produktionsniveau von 800.000 Barrel pro Tag erreicht werden. Bis August ist eine Produktionsmenge von einer Million Barrel pro Tag vorgesehen.

Libyen ist zwar Mitglied der OPEC, doch ist es unter anderem aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage von den noch bis Ende Juni bestehenden Förderbeschränkungen des Kartells und seiner Partnerstaaten ausgenommen.

Die neuen Mengen sorgen aktuell für keine nennenswerten Einflüsse auf die Preisentwicklung, da sie die Erwartungshaltung der Märkte bestätigen und von den Händlern einkalkuliert wurden.

Insgesamt spannend bleibt die Entwicklung in der Frage zur Förderquotenverlängerung der OPEC-Mitglieder über den Juni dieses Jahres hinaus. In zwei Wochen findet das lang erwartete OPEC-Gipfeltreffen in Wien zum Thema statt. Die Spekulationen zum Thema werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Nachrichtenlage der nächsten Wochen dominieren. Inwiefern dies kurzfristige Auswirkungen auf die tagesaktuellen Preisentwicklungen haben wird kann heute noch nicht bestimmt werden.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro gibt nach den Gewinnen der vergangenen Woche weiter nach. Am Donnerstagmorgen notiert er bei 1,0869 US-Dollar, die EZB legte den Referenzpreis gestern auf 1,0882 US-Dollar fest. Am Dienstag betrug der Referenzpreis noch 1,0888 US-Dollar.

Für den heutigen Tag werden aus dem Euroraum keine nennenswerten Konjunkturdaten mit Einflusspotenzial erwartet. Lediglich die Europäische Kommission veröffentlicht ihre Wirtschaftsprognosen für den Euroraum. Insgesamt ist von einer positiven Wahrnehmung auszugehen, so dass die Gemeinschaftswährung gestützt werden könnte.

Heizölpreisentwicklung

Vor allem die Meldungen aus den USA und der schwächere Euro sorgen heute für eine Preissteigerung bei den Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,83 Cent pro Liter Heizöl.

Ihre Heizöllieferung steht stets unter mehreren Faktoren, welche die Preisentwicklung für Sie unvorhersehbar machen können. Dieser Unsicherheit gehen Sie aus dem Weg, wenn Sie sich jetzt für den Heizölkauf entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Noch profitieren Sie von einem attraktiven Preisniveau, doch das Öljahr 2017 bleibt weiterhin undurchsichtig und unvorhersehbar. Mit dem baldigen Heizölkauf machen sich Sie unabhängig von den Geschehnissen an den Börsen.

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Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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