Ölpreise wenig verändert – Heizöl aufgrund weicheren Euros minimal teurer

Heizölpreis unveraendert 130917

Der Bericht des American Petroleum Institutes (API) wurde vom Markt verhalten aufgenommen. Der OPEC-Monatsreport hatte eher Wirkung, die globalen Bestände sind offenbar gesunken, die Nachfrage könnte steigen. Die Ölwerte notieren weicher, Heizöl ist aufgrund des Eurokurses leicht teurer.

Ölpreisentwicklung

Es war klar, dass der Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen unter dem Einfluss des Wetters in Amerika steht. Die Zahlen wurden dementsprechend verhalten aufgenommen.

Mehr Einfluss hatte gestern offenbar der OPEC-Monatsbericht. Es gäbe laut Ölkartell momentan eine leichte globale Unterversorgung, außerdem soll die Nachfrage zum Jahresende steigen.

Diese Meldung stützte zwar die Kurse, doch der Marktausgleich nach den Verzerrungen durch die Hurricane Irma und Harvey geht weiter. Deshalb ist Öl insgesamt heute Morgen günstiger, auch wenn der inländische Heizölpreis davon nicht profitiert. Der insgesamt weichere Eurokurs gleich die Nachlässe bei den Ölnotierungen wieder aus.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 54,20 US-Dollar. Das ist zwar rund 50 Cent über dem gestrigen Tagesstart, doch der Schlusspreis für Dienstag lag bei 54,27 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis und als Produktnotierung weitaus stärker von den Stürmen betroffen, notierte am Morgen bei 514,50 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Dieser Wert liegt rund 3 Dollar unter dem gestrigen Tagesstart, der Schlusspreis für Dienstag lag ebenfalls höher bei 518,00 US-Dollar.

Die aktuellen Notierungen finden Sie täglich auf unserer Heizölpreisseite.

API-Bericht weitestgehend ohne Einfluss

Der dieswöchige Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen konnte eigentlich kaum ein anderes Bild zeichnen, als er es tut. Die Verzerrungen durch die beiden Stürme in den USA sind deutlich.

So meldete das API deutliche Bestandsaufbauten bei Rohöl (+ 6,2 Mio. Barrel) und gleichzeitig überdeutliche Bestandsabbauten bei Benzin (-7,9 Mio. Barrel). Diese wichtigen Werte kommen vor allem durch den Einfluss des ersten Hurricanes Harvey zustande, bei dem die Raffinerien in und am Golf von Mexico stärker betroffen waren und abgeschaltet wurden, während die Rohölförderanlagen schneller wieder auf Kurs waren.

So wurde mehr Rohöl gefördert als nachgefragt, gleichzeitig wurden weniger Benzin und Ölprodukte produziert.

Die Auswirkungen des zweiten Sturms Irma dürften hingegen andere Vorzeichen tragen, die sich in diesem Wochenbericht aber noch nicht niederschlagen. Bei Irma war die Rohölförderung und die Raffinerieproduktion nicht betroffen, dafür nahm die Nachfrage nach Benzin und Ölprodukten deutlich ab.

Im Endeffekt ließ der Markt den API-Bericht außen vor, was insofern Sinn ergibt, als dass die Zahlen zunächst einmal nicht „realistisch“ im Sinne eines Marktabbilds sind. Gleiches dürfte auch für den statistisch breiter aufgestellten Bericht des Department of Energy (DOE) gelten, der heute Nachmittag folgt. Gerade weil dieser oft zu anderen Ergebnissen als API kommt, ist der Bericht dennoch interessant.

Auch nächste Woche könnten beide Berichte deutliche Sturm-Auswirkungen zeigen, wobei Irma dann das Daten-Zepter übernimmt.

Interessant wird auch, was die Berichte sagen, sobald der unmittelbare Hurricane-Einfluss vorbei ist. Denn dann könnte das Wetter der vergangenen Wochen durchaus erhebliche Auswirkungen auf den Markt haben. Es besteht in jedem Fall die Möglichkeit einer amerikanischen Ölschwemme. Denn auch, wenn sich die Nachfrage wieder stabilisieren wird, gibt es momentan zu viel US-Öl und Ölprodukte auf dem Markt, denen die Abnehmer fehlen. Und die nachfrageintensive Sommersaison ist in den USA ohnehin vorbei.

OPEC-Monatsbericht stützt die Preise

Da von den Stürmen „nur“ die Karibik und der Süden der USA betroffen waren, hatte der global orientierte OPEC-Monatsbericht, der gestern veröffentlicht wurde, durchaus Einfluss. In der Rückschau sei die Produktion der zugehörigen Länder im August insgesamt gefallen. Dieser Fakt ist dem Markt allerdings schon bekannt.

Interessanter ist der Blick in die Zukunft: Laut Ölkartell dürfte sich die globale Nachfrage gen Jahresende deutlich erhöhen, während gerade Nicht-OPEC-Länder weniger Öl auf den Markt werfen. Im Zusammenspiel mit den Kürzungen der Deal-Länder selbst könnte sich so eine leichte Unterversorgung ergeben – was die Preise deutlich stützen könnte.

Der Monatsreport der U.S. Energy Information Administration (EIA) kommt zwar etwa zum gleichen Ergebnis, rechnet aber die entstehende Lücke aus weniger Öl und mehr Nachfrage definitiv kleiner und verhaltener. Aber weil beide wichtigen Papiere im Endeffekt die gleiche Tendenz haben, reichte der Einfluss gestern aus, um die Preise zu stützen.

Heute folgt noch ein weiterer Bericht der International Energy Agency (IEA), der sich hervorragend mit den vorliegenden Prognosen vergleichen lassen wird.

Was das alles tendenziell für die Ölpreise bedeutet, lässt sich kaum einschätzen. Denn aktuell befindet sich der Markt immer noch in einer „Sturm-Ausnahmesituation“, die zunächst einmal bereinigt wird. Allerdings wird durch den Einfluss des OPEC-und EIA-Berichts doch deutlich, dass der Blick sich langsam aber sicher wieder gen mittelbarer Zukunft öffnet. Und diese wird zwar leicht besser für den Ölmarkt gezeichnet als noch zu Jahresbeginn, aber das Enttäuschungspotential ist, wie schon so oft in den vergangenen Monaten, riesig.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro bleibt im Endeffekt relativ unbewegt. Die Gemeinschaftswährung kostet heute Morgen 1,1978 US-Dollar, was ein wenig mehr als der gestrige Tagesstart ist. Referenzpreis der EZB für Dienstag lag noch geringer bei 1,1933 US-Dollar.

Viel Bewegungsspielraum gibt es in dieser Woche noch durchaus. Wichtige Konjunkturdaten aus den USA könnten Indikatoren dafür sein, wie die US-Notenbank Fed demnächst agieren wird. Außerdem gibt es eine Rede des EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker zur Lage der EU.  Auch hieraus könnte der Markt Indizien für das zukünftige Agieren innerhalb der europäischen Wirtschafts- und Geldpolitik ableiten.

Heizölpreisentwicklung

Die Veränderungen bei den inländischen Heizölpreisen sind heute zwar marginal, aber immer noch sichtbar: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,32 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 56,22 Cent.

Wie schon analysiert, gibt es deutliche Potentiale in die eine oder andere Preisrichtung. Doch keine Tendenz ist in Stein gemeißelt. Darum lohnt es sich jetzt besonders, den Heizölkauf umzusetzen und sich von den Marktbewegungen frei zu machen – bei einem guten Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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