Ölpreise ziehen an, Heizölpreise ziehen mit

19. September 2018, Peter Dudda

Heizölpreis steigt zum Mittwoch 19.09.18

Der Abschuss eines russischen Militärflugzeuges über dem syrischen Luftraum ließ die Ölpreise gestern Mittag sprichwörtlich durch die Decke gehen. Zudem äußert sich Saudi Arabien entspannt, wenn es um Ölpreise jenseits der Marke von 80 US-Dollar geht. Heizöl ist heute entsprechend teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Abschuss von russischem Militärflugzeug führt zu Irritationen
  • Saudi Arabien sieht nicht die Möglichkeit Preisanstiege über 80 US-Dollar zu verhindern
  • API-Bericht: US-Bestände ausgewogen
  • China reagiert mit Gegenzöllen auf erneute US-Strafzölle
  • Brent bei 79,06 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 687,75 US-Dollar
  • Euro stabil bei 1,1689 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 77,23 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Flugzeugabschuss über Syrien: Unklare Lage führt zu steigenden Ölpreisen
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
 US-Absage an Indien für Ausnahme von US-Sanktionen
 Iranische Ölexporte rückläufig
 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
 Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran

 Saudi Arabien offen für temporäre Preisanstiege über 80 US-Dollar
Russland diskussionsbereit über alle Optionen bei OPEC-Kürzungsdeal
 DOE mit uneindeutigen Werten für US-Ölbestände
 OPEC: Preisspanne zwischen 70 und 80 Dollar soll gehalten werden
 Ölquellen-Erschließung in Afrika nimmt zu
 Mexico und Venezuela wollen intensiv in die Ölindustrie investieren

 US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
 Erneute Strafzölle zwischen China und USA
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 Libyens Ölproduktion steigt wieder
 OPEC und IEA erwartet sinkende Nachfrageentwicklung

 

 

 

In der letzten Woche lagen 51% (633 Stimmen) unserer abstimmenden Leser richtig, als sie auf einen sinkenden Heizölpreis setzten. Zum Wochenanfang (10.09.18) kostete der Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt noch 78,76 Cent. Zur Wochenmitte waren es zeitweise 79,35 Cent.  Stand Freitagabend (14.09.2018) ist der Heizölpreis in der vergangenen dann doch noch auf 77,58 Cent gesunken.  

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Mittwochmorgen bei 79,06 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag lag bei 77,62 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde nach einem turbulenten Handelstag am Dienstagabend bei 79,03 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Mittwochmorgen bei 687,75 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 675,25 US-Dollar. Der Schlusspreis vom Dienstag wurde bei 685,00 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 19.09.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der Handel am gestrigen Vormittag verlief eigentlich eher ruhig. Die Stimmung war tendenziell eher preisdrückend. Vor allem die neuen Strafzölle der USA gegen China verunsicherten den Handel. So könnte die weitere Zuspitzung des Konflikts immer mehr negative Auswirkungen auf die globale Ölnachfrage haben. Gegen halb zwölf Mittags schossen die Kurse an den internationalen Ölbörsen binnen weniger Minuten plötzlich nach oben. Vor allem die europäische Referenzölsorte Brent verteuerte sich rasend schnell um fast 2 US-Dollar. Der Grund war eine Eilmeldung aus dem Nahen Osten, wonach eine russische Militärmaschine im syrischen Luftraum abgeschossen wurde.

Die Meldung das die Saudis mit Ölpreisen über der Marke von 80 US-Dollar zumindest zeitweise leben könnten, stützte die Ölpreise zum gestrigen Handel ebenfalls. In die gleiche Bresche schlug die Erwartung zu gesunkenen US-Beständen, was sich mit der Veröffentlichung der API-Zahlen zum späten Abend allerdings als Illusion herausstellte.

Insgesamt dreht die Stimmung an den Ölmärkten wieder. Dominierte in der letzten Woche noch die Erwartung auf eine mittelfristig sinkende Ölnachfrage, bestimmen ab heute wieder die preistreibenden Meldungen das Marktgeschehen. Denn sinkende Nachfrage hin oder her – es ist eine eher längerfristige Entwicklung. Mit der neuen Eskalation im Nahen Osten und dem 4. November als Stichtag für das Inkrafttreten weiterer US-Sanktionen gegen den Iran, stehen harte Fakten im Raum, welche das Potenzial haben die globale Öl-Versorgung weiter aus dem Gleichgewicht zu bringen. Auch die OPEC und IEA sehen für die nächsten drei Monate die Gefahr eines Versorgungsdefizits. Die Ölpreise könnten damit in den nächsten Wochen und Monaten weiter steigen.  
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Mittwochmorgen kostete die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1689 US-Dollar, am Dienstagmorgen waren es noch 1,1705 US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt am Dienstag bei 1,1697 US-Dollar festgesetzt.

Insgesamt erwarten den Euro heute kaum geplante Impulse. Im europäischen Raum stehen keine relevanten Zahlen zur Veröffentlichung an, in den USA ist das Bild ähnlich. Alles in allem könnte es damit ein ruhiger Tag an den Devisenmärkten werden.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Abschuss russischer Militärmaschine – Israel beschuldigt
  • Richtungswechsel Saudi Arabiens?
  • API-Bericht: US-Bestände stabil
     

Flugzeugabschuss - Eskalation im Nahen Osten?

Dem Vernehmen nach wurde in der Nacht von Montag zu Dienstag eine russische Militärmaschine abgeschossen – und zwar durch die syrische Luftabwehr. Mindestens 13 russische Soldaten und Militärangehörige sollen ums Leben gekommen sein. Der Abschuss des Flugzeugs und der Verlust von mindestens 13 Menschenleben ist an sich schon tragisch genug. Die eigentliche und bei einer Eskalation wohl weitreichendere Brisanz lag allerdings auf der geopolitischen Ebene. So beschuldigten Russland und Syrien relativ schnell Israel für den Abschuss des Flugzeuges verantwortlich zu sein, schließlich hätte Israel die syrische Luftabwehr mit seinen Luftangriffen erst aktiviert und Israel hatte Russland nicht über die Angriffe innerhalb des syrischen Luftraums informiert.

Das russische Außenministerium drohte Israel offen mit seiner Konfrontationsbereitschaft – und genau dieser Aspekt sorgte für die ungemeine Verunsicherung an den Märkten. Erst die eher beschwichtigenden Worte des russischen Präsidenten Vladimir Putin zum gestrigen Nachmittag konnten Druck aus der Situation nehmen. Putin sprach von einer Ausweitung der russischen Sicherheitsmaßnahmen als Konsequenz aus dem Vorfall. Von den am Vormittag verkündeten Gegenmaßnahmen in Richtung Israel war indes nichts mehr zu hören, was die Wogen an den Ölmärkten schließlich wieder etwas glättete. Die Risikoprämie die üblicherweise bei solchen Ereignissen ausgegeben wird, wurde bis stand heute Morgen allerdings nicht aus dem Markt genommen.
 

Ölpreise über 80 US-Dollar vertretbar – Paradigmenwechsel?

Saudi Arabien war in den vergangenen Monaten stets bemüht, die Ölpreise im Band von 70 bis 80 US-Dollar zu halten. Dafür senkte und steigerte die größte Ölförderernation innerhalb der OPEC auch schon die eigene Ölförderung. So hatten die Saudis beispielsweise im Juni die Ölförderung – zumindest der Ankündigung nach – angehoben, um Druck aus den Märkten zu nehmen. Auch wenn ein Land wie Saudi Arabien eigentlich von hohen Ölpreisen profitiert, gefährden zu hohe Ölpreise die Nachfrage und rufen zugleich weitere Produzenten auf den Plan, die ihre Ölförderung ausweiten könnten. In die andere Richtung gilt das Verfahren allerdings auch: Als die Preise sich im August kurzzeitig in Richtung der 70 US-Dollar-Marke bewegten (die Versorgungslage war mehr als stabil), kündigte Saudi Arabien kurzerhand an, die eigene Produktion wieder zu drosseln.

Mit den im Raum stehenden US-Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte, könnten den Märkten künftig erhebliche Ölmengen fernbleiben. Ein Ausgleich zu schaffen sollte den Saudis, der OPEC insgesamt und Russland allerdings schwer fallen. Denn die vorhandenen Reservekapazitäten für die Ölförderung wurden bereits im Juni angezapft.

Saudi Arabien bleiben daher wohl nur noch wenige Möglichkeiten, steigende Ölpreise aus eigener Kraft zu verhindern. Nach Meldungen aus Marktkreisen heißt es nun, dass die saudische Führung bereit sei, Ölpreise von zeitweise über 80 US-Dollar zu akzeptieren. Welche Maßnahmen Saudi Arabien vorsieht um es bei dieser Zeitweiligkeit zu belassen sind noch nicht bekannt. Eventuell gibt es in der nächsten Woche neue Erkenntnisse, wenn die Ergebnisse des OPEC-Treffens in Algerien veröffentlicht werden.  
 

API-Bericht: US-Bestände neutralisieren sich

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der aktuelle API-Bericht zur US-Bestandsentwicklung hat in dieser Woche kaum Auswirkungen auf die Preisentwicklung. Genauere Zahlen liefert heute Nachmittag der Bericht des Department of Energy (DOE), der auf eine tiefere Datengrundlage zurückgreift als das American Petroleum Institute (API). Auch wenn die Rohölbestände und die Destillatbestände (Diesel und Heizöl) gestiegen sind, gleichen die Abbauten bei den Benzinvorräten diese eher preissenkenden Faktoren weitestgehend wieder aus.
 

Die API-Daten im Überblick

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-38-190918 // Alle Angaben ohne Gewähr

Die leichten Aufbauten bei den Rohölbeständen könnten auf eine sinkende Raffinerietätigkeit schließen lassen, welche zum Herbst traditionell abnimmt. Schließlich sinkt zum Winter auch die Nachfrage nach Benzin und Diesel, darauf stellen sich die Raffineriebetreiber bereits jetzt schon ein. Dennoch könnte es mit dem DOE-Bericht heute Nachmittag eine Revidierung der API-Daten geben. Denn in Cushing, Oklahoma, sind die Bestände im größten Tanklager der USA deutlich zurückgegangen. Sollte API recht haben, müssten in allen anderen Regionen die Bestände ungewöhnlicherweise gestiegen sein. Sollte sich herausstellen, dass die Rohölbestände eher gesunken sind, könnte das zum heutigen Abend neue Impulse für Preissteigerungen an den Ölmärkten bedeuten.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 77,23 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es noch 76,76 Cent.

Die beste Zeit für den Heizölkauf ist weiter jetzt – daran besteht kein Zweifel. Denn Kunden müssen auch bedenken, dass es auf unserem Binnenmarkt immer noch etwas knirscht: Die Pegelstände sind weiterhin niedrig, Zudem ist die geopolitische Ladugnen aufgrund der aktuellen Ergeignisse spannungsgeladen und die Entwicklung bei den US-Beständen könnte heute Nachmittag neue Impuls für steigende Ölpreise liefern. 

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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