US-Bohranlagen rückläufig - Ölpreise ziehen an

3. Juli 2017

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Erstmaliger Rückgang der US-Bohranlagen sorgt für erneute Preisanstiege. Libyens Ölproduktion nimmt weiter zu und könnte in den nächsten Tagen die Marke von 1 Million Barrel pro Tag überschreiten. Der Euro bleibt trotz starker US-Konjunkturdaten stark.

Ölpreisentwicklung

Jährlich wird in den USA am 04. Juli der Unabhängigkeitstag begangen. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer, so auch viele Händler, nutzen den heutigen Montag daher als Brückentag. Mit dem Ausblick auf diesen ruhigen Start der neuen Handelswoche und nach den turbulenten Preisanstiegen zur Mitte der letzten Woche, zog am Freitag Entspannung an den Handelsplätzen ein. Die Ölpreise blieben bis zum Nachmittag auf einem stabilen Niveau, schließlich es gab bis dahin keine preistreibenden Meldungen in die ein oder andere Richtung.

Mit der Veröffentlichung des wöchentlich herausgegebenen Baker Hughes Reports und der damit verbundenen Bekanntgabe der Anzahl aktiver Öl-Förderanlagen im US-Markt, drehten die Kurse schlagartig nach oben. Zwar betrug die Differenz lediglich zwei Anlagen im Vergleich zur Vorwoche, doch war diesmal die Richtung eine andere. Nach nunmehr über 20 Wochen stetiger Zunahme der Fördereinrichtungen in den USA, konnte nun wieder eine Abnahme verzeichnet werden. An den Handelsplätzen wurde diese Meldung entsprechend bis aufs äußerste ausgeschlachtet.

Auch für den Montagvormittag werden weitere preissteigernde Effekte erwartet.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Montagmorgen bei 48,86 US-Dollar, der Schlusspreis von Mittwoch lag noch etwas niedriger bei 48,10 US-Dollar.

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, startet zum Wochenbeginn mit 441,25 US-Dollar für die Lieferung im Juli mit kräftigen Gewinnen in den Tag. Der Schlusspreis am Freitag lag noch bei 436,50 US-Dollar.

Libyens Ölproduktion auf neuen Höchststand

Im Frühjahr diesen Jahres hatten die Meldungen aus dem nordafrikanischen Staat noch mehrheitlich einen preissteigernden Charakter. Politisch und religiös motivierte Machtkämpfe verschiedener Gruppen, welche jede für sich genommen die Staatsführung beanspruchen, sorgten nahezu für einen Totalausfall der Öl-Produktion.

Entweder wurden ganze Öl-Felder besetzt, Pipelines blockiert oder wichtige Verladehäfen durch kriegerische Auseinandersetzungen an ihrer Arbeit behindert. Die Ölproduktion war über Wochen auf einem Niedrig-Niveau von teilweise unter 200.000 Barrel / Tag. Für ein Land, in dem der Staatshaushalt stark von der Öl-Förderung abhängt, ein Desaster.

Seit Ende April entspannt sich die Lage. Das staatliche lybische Öl-Unternehmen xxx kündigte Anfang Mai bereits das Förderziel von einer Million Barrel / Tag für August an. Mit der Unterstützung von ausländischen Investoren und einer scheinbar längerfristigen Phase der Entspannung, könnte dieses Ziel bereits in den nächsten Tagen erreicht werden. Die Fördermenge wäre damit auf einem neuen 4-Jahreshoch.

Mit den steigenden Öl-Preisen kann Lybien nun wohl wieder auf sprudelnde Einnahmen aus seinen Öl-Geschäften hoffen. Ein anderer, wesentlich bedeutenderer Marktteilnehmer, könnte das vorzeitige Erreichen des neuen Förderniveaus hingegen weniger gefallen. Interessanter Weise gehört Libyen diesem Markteilnehmer selbst an – die Rede ist natürlich von der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC).

Die OPEC setzt mit einem Förderbeschränkungsabkommen auf die Verknappung der sich am Markt befindlichen Rohölmengen. Dadurch soll ein Anstieg der Ölpreise befeuert werden. Das aktuelle Abkommen hat noch Bestand bis Ende März des nächsten Jahres. Staaten, welche aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage vom Abkommen ausgenommen sind, müssen sich an keine Quoten für Ihre Förderung halten. Aktuell betrifft das neben Nigeria eben auch Libyen, welches damit erheblich von dieser Ausnahmeregelung profitiert. Schließlich sind es die anderen Kartell-Mitglieder, welche die lybischen Ölmengen ausgleichen müssen.

Abbau von US-Förderanlagen – Kehrtwende in Sicht?

Diese Nachricht sorgte für einen turbulenten Handelswochenausgang: Die Anzahl der aktiven US-Öl-Förderanlagen verringert sich nach Monaten der Zunahme um zwei Anlagen, auf nunmehr 756 aktive Förderanlagen.

Der Handel reagierte mit erheblichen Preisanstiegen – doch lassen sich die Zahlen des Baker Hughes Report tatsächlich als Trendwende im US-Ölmarkt interpretieren? Auf den ersten Blick scheint klar, dass sich bei dem aktuellen volatilen Preisniveau mit dem förderaufwendigen Schieferöl nicht viel Geld verdienen lässt. Je nach Aufwand können sich die Fixkosten für die Förderung eines Barrels Schieferöls zur Zeit zwischen 40 und 60 US-Dollar bewegen. Durch den technologischen Fortschritt und unter anderen damit begründeten Effizienzsteigerungen, konnten die Betriebskosten in den vergangenen Jahren bereits erheblich gesenkt werden. Die Mehrheit der Förderbetriebe ist so in der Lage, auch mit einem Öl-Preisniveau von 45 US-Dollar und weniger noch rentabel produzieren.

Dennoch gilt: Ist der Ölpreis bereits über eine kurze Periode niedriger als die Fixkosten einer Förderanlage, geht die Anlage von der einen zur anderen Woche vom Markt und neue Erschließungen bleiben aus. Unter Beachtung der Auswirkungen des Tropensturms Cindy, welcher kurzfristige Produktionsstopps als Folge hatte und auch für den Rückgang verantwortlich sein kann, sollten für weitere Interpretationen der aktuellen Entwicklung die Bestandsdaten der API- und DOE-Berichte am Mittwoch abgewartet werden. Sicher kann auch dem Baker Hughes Bericht der aktuellen Berichtswoche mit Spannung entgegen gesehen werden.    

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs zieht weiter an. Am Montagmorgen notiert er bei 1,1424 US-Dollar, ein Wert, der dem 13-Monatsrekord vom Freitag noch übertrifft. Die EZB hatte den Referenzpreis für Freitag bei 1,1412 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung

Die Preisanstiege an den Märkten zeigen sich auch bei den Heizölpreisen. Heute Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,72 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 53,03 Cent.

Noch ist das Preisniveau für Verbraucher attraktiv, sodass sich ein Heizölkauf jetzt immer noch lohnt. Dann sind deutliche Preiskorrekturen nach oben sind bei der aktuellen Entwicklung nicht mehr auszuschließen. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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