Ölpreise ziehen zum Wochenbeginn an – Euro bleibt stark

22. Mai 2017

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Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen um weitere neun Monate scheint sicher. Streik in Nigeria teilweise unterbrochen. Förderanlagen im US-Markt nehmen erwartungsgemäß weiter zu. Weitere Preissteigerung in dieser Woche wahrscheinlich.

Ölpreisentwicklung

Zum Schluss der letzten Handelswoche zogen die Preise aller wichtigen Kategorien noch einmal kräftig an. Dafür sorgte eine insgesamt schwache, aber vornehmlich positive Nachrichtenlage. Insbesondere die Erwartungen an die wahrscheinliche Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen zum Ende dieser Woche und die Ausweitung eines Ölarbeiter-Streiks in Nigeria ließen die Preise anziehen. Mittlerweile wurde der Streik teilweise beigelegt, da ein Gericht über die Unrechtmäßigkeit des Streiks entschieden hat.

Die Meldung über eine weitere Zunahme der US-Förderanlagen hatte hingegen keinen Einfluss auf die Preisentwicklung. Der wöchentlich am Freitag herausgegeben Baker Hughes- Reports vermelden zuverlässig die Anzahl aktiver US-Bohrölanlagen. Nach den neuesten Zahlen ist nun ein Anstieg zum 18. mal in Folge zu vernehmen. Insgesamt erhöht sich die Anzahl um 8, auf nun 720 aktive Anlagen.

Da dieser Anstieg allerdings erwartet wurde und der Fokus der Händler vor allem auf der Verlängerung des OPEC-Deals liegt, hatte der Handel entsprechend gelassen auf diese Meldung reagiert.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel der europäischen Ölsorte Brent liegt am Montagmorgen bei 54,15 US-Dollar. Der Schlusspreis vom Freitag lag noch bei 53,61 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis ICE Gasoil, notiert zum Wochenstart bei 475,50 US-Dollar für die Lieferung im Juni und damit auf ähnlichem Niveau des Schlusspreises vom Freitag (473,75 US-Dollar).

Öl-Boom in den USA erwartet

Der Anstieg der Förderanlagen in den USA auf nun 720 aktive Anlagen ist für sich genommen noch nicht aussagekräftig. Betrachtet man allerdings die aktiven Anlagen zur gleichen Zeit vor einem Jahr, bestätigen sich die Erwartungen vieler Experten für einen neuen Öl-Boom für den Sommer diesen Jahres. Im Mai 2016 waren in den USA gerade einmal 318 Bohranlagen aktiv, heute sind es mehr als doppelt so viel.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Anfang Januar 2016 kostete die für den Öl-Markt weltweit anerkannte Referenzsorte Brent, gerade noch 30 US-Dollar. Eine rentable Produktion, insbesondere bei den aufwendigen Förderverfahren des sogenannten Schieferöls, war auf diesem Preisniveau nicht mehr möglich. Viele Produzenten mussten ihre Förderung wieder einstellen. Seit dem April 2016 setzte eine Preisstabilisierung um die 40 US-Dollar ein, welche durch die vereinbarten OPEC-Förderbeschränkungen vom Ende des letzten Jahres in einen kräftigen Preisanstieg mündete.

Im Zusammenspiel mit einer erheblichen Effizienzsteigerung der Förderanlagen, der Senkung von Fixkosten und letztlich einer stabilen Nachfrage am Weltmarkt, ist die Rohöl-Förderung in den USA wieder mehr als rentabel. Die protektionistischen Bestrebungen der neuen US-Administration stützen die Produktion des wohl immer noch wichtigsten Rohstoffs der Welt im eigenen Land ebenfalls.

Kommt es beim OPEC-Gipfel am Ende dieser Woche tatsächlich zu einer Einigung um die Verlängerung der Förderbeschränkungen um weitere 9 Monate, profitieren auch die US-Produzenten von der damit einhergehenden Preisstabilisierung. Die OPEC strebt eine Senkung der Produktion um 1,8 Millionen Barrel pro Tag an. Damit verbunden ist das Ziel, die Öl-Bestände weiter zu senken. In Verbindung mit einer weiterhin starken Nachfrage, könnte das Angebot ab der Jahresmitte nachhaltig sinken.

Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, könnten die Preise deutlich anziehen. Eine Zunahme der Produktionsausweitung im US-Markt gilt unter den genannten Umständen als sicher. Das damit die OPEC-Bestrebungen ausgehebelt werden und sich letztlich die Markanteile lediglich in Richtung USA verschieben, könnte die Bereitschaft zu weiteren Einigungen des OPEC-Kartells und ihrer Partner in der Zukunft erschweren.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro bleibt weiterhin stabil auf hohem Niveau. Am Montagmorgen liegt der Kurs bei 1,1205 US-Dollar und damit unwesentlich unter dem Schlusspreis vom Freitag mit 1,1208 US-Dollar. Der EZB-Referenzpreis vom Freitag liegt bei 1,1179 US-Dollar.

Der Euro erreichte zum Ende der letzten Woche den höchsten Stand seit November des vergangenen Jahres. Auslöser waren vor allem die politischen Turbulenzen in den USA, welche seit Beginn der letzten Woche für eine Schwächung des Dollars sorgten. Der am Wochenende vom US-Präsidenten unterzeichnete Waffendeal mit Saudi Arabien könnte heute für eine Stabilisierung des Dollars sorgen und den Euro wieder etwas drücken.

Heizölpreisentwicklung

Weiter steigende Rohölpreise und ein starker Eurokurs sorgen im Vergleich zum Vortag für eine Preissteigerung bei Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,72 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 56,21 Cent.

Heute ist der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf, denn die Preissteigerung könnte sich in den nächsten Tagen mit Blick auf die OPEC-Verhandlungen weiter fortsetzen.

Mit einem baldigen Heizölkauf machen Sie sich komplett unabhängig von den Entwicklungen in den nächsten Tagen und Wochen und können die weitere Entwicklung an den Ölmärkten entspannt aus Beobachtersicht an sich vorbeiziehen lassen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie heizöl auf raten kaufen oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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