Ölpreise zum Ende der Woche stabil – Euro legt erneut kräftig zu

21. Juli 2017

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Die Ölsorte Brent überschreitet am Donnerstag die 50-US-Dollar-Marke und löst beim Handel Gewinnmitnahmen aus. Der Eurokurs steigt weiter – die Gemeinschaftswährung knackt sogar das Zwei-Jahreshoch. Heizöl im Vergleich zum Vortag wieder günstiger.

Ölpreisentwicklung

Im späten Handel vom Mittwoch sorgte die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten durch das US-Amerikanische Department of Energy für heftige Turbulenzen an den Märkten. Die deutlich zurückgegangenen US-Bestände an Rohöl und Ölprodukten und das zurückrudern Ecuadors beim Austritt aus dem OPEC-Deal, ließen die  pessimistische Stimmung der Händler durchbrechen und ließen die Ölpreise in die Höhe schnellen.

So sehr der DOE-Bericht die Märkte auch zum späten Handel am Mittwoch bewegte, so verblieb die Ölpreisentwicklung am Donnerstag dennoch im Vergleich zu den Reaktionen am Vorabend eher verhalten. Zwar legten die Preise insgesamt weiter zu, doch sorgte dies zugleich auch für erhebliche Gewinnmitnahmeeffekte. Die europäische Referenzsorte Brent durchbrach am Donnerstag zeitweise die Marke von 50-US-Dollar. Die Gewinnmitnahmen sorgten aber relativ zügig für abfallende Kurse, so dass sich die relevanten Sorten wieder auf ihrem Ausgangsniveau einpendelten.

Aufgrund fehlender Meldungen und in Erwartung einer OPEC-Sitzung am kommenden Montag, blieb der Ölmarkt insgesamt eher ruhig – wobei davon ausgegangen werden kann, dass der Fokus der meisten Marktteilnehmer eh auf den Devisenhandel gerichtet war. Denn obwohl die EZB eigentlich keine konkrete Entscheidung zur Abkehr von ihrer aktuellen Geldmengenpolitik verkünden konnte, reagierte der Devisenmarkt mit einem erheblichen Kursanstieg. Mit dem Tageshoch von 1,1659 US-Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung einen Wert, wie seit zwei schon nicht mehr.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Freitagmorgen bei 49,30 US-Dollar, der Schlusspreis von Donnerstag ebenfalls bei 49,30 US-Dollar, wobei der Tageshöchstwert von Donnerstag bei über 50 US-Dollar lag.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert am heutigen Freitag bei 460,00 US-Dollar für die Lieferung im August. Der Preis zum Handelsschluss am Vortag lag etwas höher bei 463,50 US-Dollar.

OPEC-Meeting mit offenen Ausgang am Montag

Zum Ende des letzten Jahres haben die Organisation der erdölexportierenden Staaten und weitere Partnerländer ein Abkommen zur Begrenzung ihrer Fördermengen geschlossen. Im Mai diesen Jahres wurde dieser Kürzungsdeal um weitere neun Monate, nunmehr bis März 2018 verlängert. Das Ziel scheint dabei klar, sinkende Bestände führen zu weniger Öl am Markt und das soll die Preise in die Höhe treiben - wenigstens auf einem höheres Niveau heben, als unter natürlichen Marktbedingungen gegeben.

Bisher sind die Auswirkungen des Abkommens allerdings eher verhalten. Zum Teil halten sich die Mitglieder nicht an ihre eigenen Förderquoten, andere Mitglieder sind vom Deal ausgenommen und fördern sprichwörtlich „was das Zeug hält“ und die USA gleichen die zurückgehalten Mengen durch ihr Fördergebaren immer wieder aus.

Beim anstehenden Treffen am Montag in St. Petersburg sollen nach offizieller Bekundung vor allem die bisherigen Maßnahmen und ihre Auswirkungen bewertet werden. Ob aber direkte Konsequenzen folgen – vor allem in welcher Form – ist bisher noch reine Spekulationssache. Experten gehen aber davon aus, dass vor allem der Produktionsausbau der vom Deal ausgenommenen OPEC-Staaten Libyen und Nigeria ein Themenschwerpunkt sein werden.

Beide Staaten sind aufgrund ihrer politisch- und wirtschaftlich instabilen Lage vom Förderabkommen ausgenommen. Ihre Produktionssteigerungen der vergangenen Monate, aber auch die Bekundungen zum weiteren Produktionsausbau, untergraben aber massiv die von der OPEC anvisierten Kürzungsziele. Das sich beide Staaten nun aber doch noch einer Förderquote unterwerfen scheint ausgeschlossen, da diese Änderung des Abkommens unter allen Mitgliedern einstimmig erfolgten müsste.

Der Handel blickt also gespannt auf die Ergebnisse des Treffens – sollte es gar zu einer Erhöhung der Quoten kommen, könnte dies zu steigenden Ölpreisen führen. Wie der Markt bei enttäuschenden Ergebnissen reagiert, bleibt indes abzuwarten.

Entwicklung Eurokurs

Obwohl die EZB eigentlich keine konkreten Maßnahmen verkündete, reichten bereits kleine Nebenäußerungen des EZB-Vorsitzenden Draghi für einen turbulenten Kursanstieg des Euro am Donnerstag.

Am Freitagmorgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1632 US-Dollar, ähnlich dem Niveau des Handelsschlusses am Donnerstag. Das höchste Niveau seit zweit Jahren erreichte der Euro am Donnerstagnachmittag mit 1,1659 US-Dollar.

Die Entwicklung scheint paradox: Mario Draghi hält eine schnelle Abkehr von der bisherigen expansiven Geldpolitik für nicht sinnvoll. Doch allein das das Thema auf der Agenda bei der EZB steht, wird vom Handel für eine eventuell anstehende Kursänderung der Geldpolitik in der Eurozone interpretiert. Weitere Kommentare des EZB-Vorsitzenden zur aus seiner Sicht stabilen Wirtschaftsentwicklung, stützten die Stimmung an den Märkten und ermöglichten den Kurssprung.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis zog in den vergangenen Tage aufgrund der Entwicklung des Euros und der Ölpreise deutlich an. Aufgrund der Gewinnmitnahmen und der damit eintretenden Ausbremsung der Kursanstiege am Vorabend, kann abermals leichte Entspannung vermeldet werden und der Preis sinkt heute etwas. Am Freitagmorgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,82 Cent pro Liter Heizöl. Gestern um die gleiche Zeit waren es noch 54,83 Cent pro Liter.

Noch ist das Preisniveau für Verbraucher attraktiv, sodass sich ein Heizölkauf jetzt immer noch lohnt. Dann sind deutliche Preiskorrekturen nach oben sind bei der aktuellen Entwicklung nicht mehr auszuschließen. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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