Ölpreis steigt durch sinkende US-Ölbestände weiter an

12. Mai 2016

Heizoelpreis steigt 12-05-2016

Der Wochenbericht des DOE, dem amerikanischen Energieministerium, berichtet von klaren Abbauten der Ölvorräte. Die Summe der Produktionsausfälle weltweit scheint weiter zuzunehmen. Das alles lässt den Ölpreis so hoch steigen, wie zuletzt gegen Ende April. Auch der Heizölpreis befindet sich in einer Aufwärtsbewegung.

Ölpreisentwicklung

Der Preisfall vom Anfang der Woche ist längst vergessen und wurde ins Gegenteil gedreht. Inzwischen deutet sogar einiges darauf hin, dass der Ölpreis bald ein neues Jahreshoch erreichen könnte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Dereuropäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell für rund 47,50 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist ein Anstieg von rund 2 US-Dollar gegenüber dem Vortag. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt heute Morgen bei 415,25 US-Dollar je Tonne.

Entgegen der Erwartungen vieler Marktteilnehmer war der Iran in der letzten Woche das einzige Land, das einen für die Ölpreisentwicklung relevanten Anstieg der Fördermenge erreichen konnte.

Eine deutliche Überversorgung des Marktes blieb also bisher weiterhin aus. Schuld daran ist die steigende Anzahl neuer Produktionsausfälle.

Zusätzlich zu den über den Erwartungen liegenden Ausfällen der kanadischen Mengen, ist auch Libyen gezwungen seine Exportmenge weiter zu reduzieren. Aufgrund politischer Konflikte ist es dort wohl nun zu Blockaden eines für den Export wichtigen Hafens  gekommen.

Ebenso kommt es in Nigeria weiterhin zu Produktionsausfällen, da dort seit ungefähr Mitte Februar verschiedene Pipelines und Ölförderanlagen angegriffen werden. Eine terroristische Gruppe soll mittlerweile sogar angekündigt haben, dass sie die gesamte nigerianische Ölproduktion lahm legen zu wollen.

Unterdessen haben Analysten der Citigroup versucht eine Summierung der Produktionsausfälle vorzunehmen. Heraus kam ein ungefährer Wert von 3,5 Millionen Barrel pro Tag, die momentan weniger gefördert werden.

Teils lässt sich das anhand der vom DOE herausgegebenen Ölbestandsdaten sogar nachvollziehen. Diese zeigen, dass der amerikanische Bestand an Rohöl tatsächlich fast 7 Millionen Barrel kleiner ist, als noch am Dienstag vom American Petroleum Institut angenommen.

Ebenfalls gesunken sind die Vorräte an Diesel und Benzin und auch die US Rohölförderung. In der Summe löste das Zahlenwerk des DOE eine regelrechte Preisrally aus.

Ein weiterer Faktor der momentan für einen Ölpreisanstieg verantwortlich sein könnte, ist der Monatsbericht des Amts für Energiestatistik in den USA (EIA).  Dieser prognostiziert für 2016 und 2017 eine stärker wachsende Nachfrage nach Öl, als bis vor kurzem noch von Marktteilnehmern angenommen wurde.

Entwicklung Eurokurs

Nachdem der Euro/Dollar-Kurs gestern zulegte, ist ein Euro derzeit wieder über 1,14 US-Dollar wert. Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, könnte ein steigender Eurokurs zu günstigeren Importen für die Eurozone führen.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 49,85 Euro pro 100 Liter Heizöl. Der Heizölpreis liegt damit pro Liter nur noch knapp unter der 50 Cent Marke

Im Moment spricht wenig für stark fallende Ölpreise. Wir rechnen daher aktuell nicht mit signifikant sinkenden Preisen für Heizöl. Überraschungen könnten jedoch die morgigen Monatsberichte der Internationalen Energieagentur und der OPEC bringen.

Schwankungen von ein bis zwei Cent pro Liter Heizöl sind aber immer möglich. Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.