Ölpreise fallen leicht – kurzfristige Euro-Erholung und ruhige Marktlage

23. Dezember 2016

heizoelpreis sinkt 231216

Das lange Weihnachtswochenende steht unmittelbar vor der Tür und der Markt tendiert weiterhin zu eher kurzfristigen Reaktionen: Die Ölpreise bleiben unterm Strich stabil, fallen aber leicht. Ein erstarkter Eurokurs sorgte gestern für Kauflust außerhalb der USA.

Ölpreisentwicklung

Der Tag vor Heiligabend startet mit einem kleinen Abwärtstrend bei den Ölpreisen. Es fehlt an signifikanten Nachrichten, die einen Anstieg oder Preisabfall unterstützen würden und die Marktteilnehmer verlegen sich offenbar darauf, ihre Portfolios für die bevorstehenden Feiertage wetterfest zu machen.
 
Der Markt reagiert dennoch weiterhin kurzfristig auf Meldungen – etwa zur Einschränkung chinesischer Ölexporte oder zu den neuesten Vorhersagen über den Ölpreis 2017 führender Analysten und Experten im Ölgeschäft. Auch hatte im gestrigen Tagesverlauf der Euro Gewinne aufgrund schwacher US-Konjunkturdaten verzeichnet und Käufe außerhalb der USA begünstigt. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt am Morgen bei 54,82 US-Dollar pro Barrel, leicht unter dem Schlusspreis von gestern (55,05 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert bei 486US-Dollar pro Tonne für die Lieferung im Januar und liegt damit ebenfalls unter dem vorherigen Schlusspreis von 487,25 Dollar.
 
Die Meldung aus China, dass die Regierung im nächsten Jahr die Exportaktivitäten privater Raffinerien stärker einschränken will, wurde vom Markt verhalten aufgenommen. Zum einen können die privaten Unternehmen ihre Ölprodukte an staatliche Unternehmen verkaufen, die diese dann exportieren. Zum anderen ist nicht klar, inwieweit chinesische Ölexporte aufgrund dieser Maßnahme abnehmen könnten. Die Importaktivitäten Chinas als einer der größten Nachfrager von Rohöl der Welt sollten von der Maßnahme laut Analysten erst einmal nicht betroffen sein.

Wie schon im ganzen Monat zu beobachten, verlegt sich der Markt aktuell auf vorsichtige Vorhersagen zum Ölpreis 2017 und bleibt ansonsten eher verhalten. Iraks Ölminister wurde gestern zitiert, dass er sich sicher sei, die Preise würden zu Jahresbeginn zwischen 50 und 60 Dollar pro Barrel liegen. Barnabas Gan, häufig konsultierter Rohstoffexperte der China Banking Corp., geht gar von einem Preis über 60 Dollar in der ersten Jahreshälfte aus.  

Diese Preiserwartungen könnten durch die gestiegene Produktivität der US-Ölproduktion gedämpft werden. Der Baker-Hughes-Report zur Anzahl aktiver Bohranlagen unter amerikanischer Flagge wird am Abend erwartet.
 
Auch die Rohölbestandsdaten aus den aktuellen Berichten des Department of Energy (DOE) und des American Petroleum Institute (API) zeichnen, wenn auch widersprüchlich, ein sehr aktives Bild der US-Ölindustrie.
 
Laut DOE ist der Rohölbestand in der abgelaufenen Berichtswoche um 2,3 Mio Barrel gestiegen, die Raffinerieauslastung hat sich saisonbedingt ebenfalls nach oben entwickelt. Die API hatte am Tag zuvor signifikant sinkende Rohölbestände verkündet, vermeldete allerdings ebenso gestiegene Vorräte an Ölprodukten wie der DOE-Report. Die US-Schieferölindustrie ist ebenfalls im Aufwind und die Investitionen wurden hier nach der OPEC-Ankündigung erhöht.
 
Zusätzlich hat der US-Kongress den Verkauf strategischer Ölreserven beschlossen. Die anvisierten 18 Mio. Barrel würden dazu führen, dass sie für wenigstens einen Monat die Kürzungen aller OPEC-Länder aufwiegen, sofern sich die OPEC-Staaten zu mindestens 70 Prozent an ihre Ankündigungen halten.

In diesem Umfeld aus Meldungen, die momentan eng gesteckte Auf- und Ab-Tendenzen des Ölpreises anschieben, ist es aktuell kaum möglich, wirklich verlässliche Aussagen zum Ölpreis 2017 zu treffen, zumal abzuwarten bleibt, ob die OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten ihre angekündigten Kürzungsmaßnahmen tatsächlich einhalten – und wie umfangreich sie werden.

Als sicher gilt bisher nur, dass der unmittelbare Jahresstart 2017 aufgrund der aktuellen Marktlage durchaus Barrel-Preise von weiterhin deutlich über 50 Dollar zeigen könnte. 
 

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs legte im gestrigen Tagesverlauf zu, obwohl der Aufwärtskurs heute Morgen schon wieder gedämpft ist.  Er liegt bei 1,0446 US-Dollar und damit leicht über dem Referenzkurs von gestern. (EZB-Referenzkurs: 1,0444).

Für den Euro-Aufwind sorgte die gestrige Meldung schwacher Konjunkturdaten aus den USA. Ein- und Ausgaben privater Haushalte waren wesentlich geringer als erwartet. Die Inflation fiel ebenfalls unerwartet schwächer aus. Marktteilnehmer schauen nun, ob die US-Notenbank Fed ihre angekündigten stärkeren Zinsanhebungen aufgrund dieser Daten doch schwächer ausfallen lässt – was dem Euro zugutekäme.

Die Importpreise in der Eurozone, die erstmals seit vier Jahren gestiegen sind, erhöhen hingegen hier den Inflationsdruck. Möglicherweise steigende Verbraucherpreise könnten dazu führen, dass sich die Europäische Zentralbank veranlasst sieht, ihrerseits ebenfalls die Geldpolitik zu ändern. Die EZB hatte angekündigt, bis Ende 2017 mit der Nullzinsen-Politik fortzufahren und den Anleihenkauf fortzuführen. Sollte dies im Licht der neuen Daten nicht in dieser Form der Fall sein, könnte dies den Eurokurs im Tandem mit den veränderten Fed-Maßnahmen stützen.

Heizölpreisentwicklung

Aktuell pendeln die Heizölpreise leicht nach unten, sind aber grundsätzlich stabil. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete am Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 60,51 Cent pro Liter Heizöl, minimal mehr als der gestrige Preis von rund 60,34 Cent pro Liter Heizöl.

Wir raten zum baldigen Heizölkauf und dazu, die ganz wenigen noch freien Liefertermine in diesem Jahr zu nutzen – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind fallende Preise zunächst unwahrscheinlich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wir wünschen unseren Kunden ruhige und erholsame Festtage im Kreise der Lieben und melden uns nach Weihnachten mit aktuellen News zur Heizölpreisentwicklung wieder.

Frohe Weihnachten

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