Ölpreise fallen weiter – Warten auf OPEC-Zahlen / US-Ölproduktion gestiegen

11. Januar 2017

Heizoelpreise sinken 110117

Der am Montag ausgelöste Trend setzt sich fort und die Ölpreise fallen weiter. Zwar bestätigten OPEC- und Nicht OPEC-Länder Kürzungen, doch ohne belastbare Zahlen scheint der Markt diesen Aussagen nicht zu trauen. Gleichzeitig vermeldet die USA erneut eine gestiegene Ölindustrie-Produktivität.

Ölpreisentwicklung

Es ist eine Zeit der Beteuerungen seitens der OPEC, Kürzungen umzusetzen und den Zweifeln des Marktes, ob das tatsächlich stimmt. Solange das Ölkartell keine fundierten Zahlen liefert, reagiert der Markt empfindlich auf Meldungen, die etwa für Irak und Iran Rekordquoten und Rohölreserve-Verkäufe bestätigen. Die Ölpreise fielen dementsprechend weiter.

Der Abwärtstrend wurde gestern zwar langsamer, doch der Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) zu den US-Ölbestandsdaten zeigte wiederum, dass die amerikanische Ölförderung zunimmt – und säte damit weitere Zweifel an wirksamen Begrenzungen der OPEC-Förderquoten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 53,80 US-Dollar und damit hauchdünn über dem Schlusspreis von Dienstag (53,64 US-Dollar). Noch am Montag lag er bei 54,94 US-Dollar, am vergangenen Freitag gar bei 57,10 US-Dollar. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 470,00 US-Dollar. Der Schlusspreis von Dienstag lag noch bei 472,75 US-Dollar, auch schon erheblich unter dem Schlusspreis von Montag (483 US-Dollar). Experten erwarten für den heutigen Tag zunächst weitere Preisnachlässe.

Der Verkaufsdruck auf die Märkte hält an, da die Beteuerungen diverser OPEC- und Nicht-OPEC-Länder zu umgesetzten gesenkten Förderquoten bisher nicht durch belastbare Zahlen bestätigt werden können. Es gibt jedoch von Zahlen unterfütterte Meldungen, die dafür sprechen, dass das Überangebot an Öl eben nicht beseitigt wird.

Iran hat in den letzten drei Monaten einen Großteil seiner Öllagerbestände verkauft –mehr als 13 Mio. Barrel. Irak wiederum hat sich in der Vergangenheit immer wieder hinter die OPEC gestellt, doch hätte das Land im Dezember auf Rekordniveau Rohöl exportiert. Zwar hat das Land Förderquotensenkungen von 210.000 B/T zugesagt, doch gibt es Berichte, dass Raffinerien in Asien und Europa für Februar bereits volle Lieferungen aus Irak zugesagt bekommen haben. Damit stellt sich für den Markt die Frage, ob die Förderquoten-Senkungen wirklich in voller Höhe umgesetzt werden.

Die US-amerikanische Ölindustrie gilt in allen Prognosen als Gegengewicht zu den OPEC-Senkungen und der aktuelle Bericht des American Petroleum Institute (API) zu den US-Ölbestandsdaten bestätigt diese Haltung scheinbar einmal mehr.

Die API vermeldet für die vergangene Berichtswoche sowohl gestiegene Vorräte an Rohöl (+1,5 Mio. Barrel; Erwartung: 0,7), als auch einen höheren Bestand an Destillaten und Benzin. Gerade die Destillate hätten laut API mit 5,5 Mio. Barrel weit über den Erwartungen gelegenen (+0,5).

Der API-Bericht allein hätte laut Analysten bisher wenig Einfluss auf den Markt gehabt und wie in jeder Woche werden diese Zahlen nun mit dem Bericht des Department of Energy verglichen, der für heute Nachmittag erwartet wird. Der DOE-Bericht ist breiter aufgestellt und arbeitet mit einem größeren Datenpool.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs zeigt sich aktuell recht verhalten, allerdings mit leicht fallender Tendenz. Heute Morgen bewegte er sich gegenüber dem EZB-Referenzpreis von Dienstag (1,0567 US-Dollar) nur leicht, nachdem er im gestrigen Tagesverlauf Gewinne abgeben musste. Momentan liegt er bei 1,0553 US-Dollar.

Die Augen des Marktes werden sich heute gen USA richten, wo der zukünftige Präsident Donald Trump seine erste Pressekonferenz abhalten wird. Sollte Trump Aussagen zu seiner künftigen Handelspolitik treffen, könnte dies einen deutlichen Einfluss auf den Dollar und damit auch auf den Euro haben.

Trump gilt als konservativ und will Freihandelsabkommen beschränken sowie Strafzölle auf importierte Waren (vor allem aus Mexiko) erheben. Unklar ist bis jetzt, wie viele dieser Eckpunkte seiner Politik er im Amt tatsächlich umsetzen kann und wird.

Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, hat ein steigender (oder fallender) Dollarkurs stets Einfluss auf die Preise. Ist der Euro im Vergleich zum Dollar schwach, müssen europäische Käufer unabhängig von der tatsächlichen Preisentwicklung an den Ölmärkten also stets mehr zahlen, als wenn der Euro im Gegensatz zum Dollar gewinnt.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren aktuell von den OPEC-Zweifeln auf den Märkten und damit gefallenen Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete im bundesweiten Durchschnitt rund 59,10 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es 59,69 Cent pro Liter.

Wir raten unseren Kunden dazu, sich die sinkenden Preise schnell zunutze zu machen und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind langfristig fallende Preise zunächst weiterhin eher unwahrscheinlich und es könnte sich enorm lohnen, sich die begehrten Liefertermine in den nächsten Tagen direkt zu sichern, bevor belastbare OPEC-Zahlen für einen Preisanstieg sorgen könnten. 

Bedenken Sie außerdem, dass es aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und einer hohen Nachfrage etwas länger mit der Lieferung dauern kann und bestellen Sie rechtzeitig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.