Ölpreise gefallen – OPEC-Bericht erzeugt Skepsis

14. Februar 2017

Heizoelpreise sinken 140217

Praktisch seit Jahresbeginn hat der Markt auf den OPEC-Bericht Februar gewartet, der Aufschluss über die Quotentreue der Kürzungsbemühungen geben sollte. Dieser liegt nun vor, zeichnet aber aus Marktsicht offenbar ein so ambivalentes Bild, dass die Ölpreise zunächst nachgaben und nun stagnieren.

Ölpreisentwicklung

Hatte der Markt im Vorfeld des OPEC-Monatsberichts Februar (und nach dem IEA-Bericht) damit gerechnet, endlich eine umfassende Bestätigung für die Kürzungserfolge des Ölkartells zu erhalten, nahmen die Marktteilnehmer diesen Bericht wohl doch recht skeptisch auf. Denn die Ölpreise fielen im gestrigen Tagesverlauf und stagnieren zur Stunde auf ihrem niedrigeren Niveau.

Zwar bestätigt der Bericht grundsätzlich, dass die vereinbarten Förderquoten zu 90 Prozent im Januar eingehalten wurden. Doch sind die Kürzungen sehr ungleich verteilt und zeigen, dass einzelne Länder – gerade die Nicht-OPEC-Staaten – die Vereinbarung nur teilweise umgesetzt haben. Das wiederum sorgte gestern bei den Marktteilnehmern scheinbar für wenig Euphorie und einige Analysten korrigierten ihre Preisprognosen für 2017 nach unten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen knapp unter 56,00 US-Dollar, nachdem er gestern noch mit 56,73 US-Dollar in den Tag gestartet war. Doch schon zum Tagesende hin ging Brent gestern mit einem Schlusskurs von 55,59 US-Dollar aus dem Handel und unterbot so den Schlusspreis von Freitag mit 56,70 US-Dollar.

Bei ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, sieht es ähnlich aus. Dieser steht aktuell bei 491,75 US-Dollar für die Lieferung im März. Er fiel gestern auf einen Schlusskurs von 491,00 US-Dollar, nachdem er noch am Freitag bei 503,50 US-Dollar aus dem Handel ging und am Montag ähnlich stark gestartet war.

Im Gesamtbild ist der OPEC-Monatsbericht eigentlich ein Beweis dafür, dass die OPEC zum ersten Mal seit Jahren mit ihren Kürzungsbemühungen Erfolg hat. Denn eine Quotentreue von 90 Prozent ist enorm. Allerdings stecken in diesen 90 Prozent viele Wenns und Abers, die dem Markt gestern offenbar wichtiger erschienen.

Erstes Aber: Die Quotentreue von Nicht-OPEC-Ländern liegt bei nur etwa 50 Prozent, was Länder wie Saudi-Arabien mit stärkeren Senkungen als vereinbart teilweise abpuffern konnten.

Zweites Aber: Länder wie Iran, Nigeria und Libyen haben ihre Förderung tatsächlich gesteigert.

Drittes Aber: Experten sehen momentan keine Luft nach oben für weitere Kürzungen.

Viertes Aber: Es darf nicht vergessen werden, dass der Bericht nur für Januar gilt und keine Rückschlüsse auf den Rest dieses Jahres zulässt, egal welche Prognosen sich daraus ergeben mögen.

Fünftes Aber: Aktuell sorgen die Kürzungen am Markt noch nicht für ein Angebotsdefizit, das langfristige Preissteigerungen nach sich ziehen könnte. Wo keine Luft für weitere Reduzierungen ist und Länder wie USA oder Libyen die Senkungen ausgleichen, könnte auch in Zukunft kein nennenswertes Defizit entstehen, das die Preise stabilisiert.

Ein weiterer Grund für die verhaltene Marktreaktion mag sein, dass der OPEC-Bericht in dem Sinne nichts Neues vermeldet hat. Denn die 90 Prozent wurden von der OPEC bereits in mehreren Pressekonferenzen und Meldungen verkündet.

Der Bericht der International Energy Agency (IEA) von Freitag, der eine kurzfristige Steigerung der Ölpreise nach sich gezogen hatte, hatte in etwa ähnliche Zahlen vorgelegt und sowohl die Ölnachfrage 2017 nach oben, als auch die Angebotsvorhersagen nach unten korrigiert. Somit waren mögliche Impulse aus dem OPEC-Bericht schon längst umgesetzt.

Außerdem ist fraglich, ob das Kartell die hohe Erfolgsquote auch bis Ende Juni aufrechterhalten kann, wenn das Abkommen seinem Ende entgegen geht. Zwar werden immer mehr Stimmen laut, die eine Verlängerung fordern, doch stellt sich zu Recht die Frage, ob ein längeres Abkommen dann noch etwas nützt, wenn sich die Länder sowieso nicht daran halten.  Zwar sind die Mitgliedsstaaten grundsätzlich an ihre Zusagen gebunden und haben große Vorteile davon, wenn der Ölpreis steigt, allerdings gibt es genug Möglichkeiten, Quoten im Eigeninteresse zu verändern.

In diesem Nachrichtenklima ist es nachvollziehbar, dass erste Analysten ihre Preisprognosen nach unten korrigieren. Aber auch diese Einschätzungen kranken an dem, was das Jahr 2017 bisher bestimmt: Es ist noch viel zu früh, irgendetwas Verlässliches sagen zu können, es gibt zu viele Fragen, die noch offen sind und es bleibt nur, die Entwicklung der nächsten Monate im Auge zu behalten.
 

Entwicklung Eurokurs

Nicht viel Neues gibt es zum Euro zu vermelden. Gestern hatte er sich zwischenzeitlich unter die 1,06-Marke bewegt, die EZB setzte den Referenzpreis aber bereits wieder auf 1,0629 US-Dollar fest. Aktuell notiert er bei 1,0628 US-Dollar.

Für Bewegung könnten zahlreiche Konjunkturdaten sorgen, die aus den USA und dem Euroraum in dieser Woche vorgelegt werden. Auch eine Rede von Janet Yellen, Vorsitzende der US-Notenbank Fed, wird mit Spannung erwartet.
 

Heizölpreisentwicklung

Aus einem schwächeren Eurokurs und den gefallenen Ölpreisen ergeben sich für Verbraucher heute Morgen nur leicht veränderte Heizölpreise – die aber dennoch unter Vortagesniveau liegen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 60,34 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 60,60 Cent, Freitag waren es noch 60,28 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich das momentane Preisniveau für ihre Heizöllieferung zu sichern – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden entspannt zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen. Denn langfristig deutlich fallende Preise sind zumindest aus jetziger Sicht immer noch unwahrscheinlich.

Mit einer rechtzeitigen Bestellung sichern Sie sich gute Preise sowie eine schnelle Auffüllung Ihres Vorrats an Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.