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Unentschiedene Nachrichtenlage: Ölpreise günstiger, Heizölpreis steigt

18. April 2019, Peter Dudda

Heizölpreis steigt vor den Osterfeiertagen

Der US-Bestandsbericht des DOE fiel genauso uneindeutig aus wie der Rest des Handelstages. Kaum eine Meldung schaffte einen klaren Trend, die Händler setzten auf Gewinnmitnahmen. Damit sanken die Ölpreise, Heizöl ist aber aufgrund des Eurokurses etwas teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE meldet gemischte Bestandstatsachen für USA
  • China mit guten Konjunkturdaten
  • Kämpfe um libysche Hauptstadt nehmen zu
  • Arbeitskraft in US-Ölindustrie deutlich gestiegen
  • Brent bei 71,59 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 634,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1301 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 70,72 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Weitere US-Sanktionen für Venezuela und Iran
Offene Kämpfe in Libyen
Sichtbare Aufhellung der Konjunkturstimmung
OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres beschlossen
Vorerst keine neuen US-Strafzölle gegen China
China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

IEA: OPEC wird Ölmarktanteile an USA abtreten müssen
Investitionen in US-Ölindustrie sinken

Russland deutet Produktionssteigerung an
Kanada und Brasilien fördern wieder mehr Öl
OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 71,59 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug 72,01 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 71,62 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 634,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 638,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 637,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 18.04.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Kurz vor dem langen Osterwochenende ging es mit den Ölpreisen noch einmal leicht bergab. Das lag hauptsächlich daran, dass die Meldungen zum Tag keinen eindeutigen Trend zuließen. Der DOE-Bericht zu den US-Ölbeständen zeigte zwar Abbauten auf breiter Fläche, doch gleichzeitig gingen auch die Im- und Exporte unerwartet zurück, während die Raffinerieauslastung hinter den Erwartungen zurückblieben.

Meldungen aus Libyen verzeichneten eine Zuspitzung der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen General Khalif Haftar und der international anerkannten Regierung. Die Anzahl der Opfer steigt, doch bisher wurde die Ölindustrie noch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Wie lange dies noch anhält, muss beobachtet werden.

Mit einem neuen Rekord an Arbeitskräften in der US-Ölindustrie steht das Thema „US-Ölflut“ wieder im Mittelpunkt. Die Produzenten arbeiten fieberhaft am Ausbau der Infrastruktur und der Erschließung angebohrter Ölquellen. Sollten die neuen Kapazitäten direkt benutzt werden, gehen Beobachter davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte mit wesentlich mehr Öl aus den USA zu rechnen ist. Ob dies passieren wird, ist natürlich letztendlich auch eine Frage der Marktsituation.

Angesichts wiederum positiver chinesischer Konjunkturdaten bleibt die Erwartungshaltung zur Ölnachfrage momentan weiterhin positiv. Die asiatischen Börsen gaben dennoch nach, was aber auch mit der Zurückhaltung der Händler wegen der bevorstehenden Feiertage erklärt werden kann.

Man wusste gestern also nichts Genaues und diese Unentschiedenheit drückte sich letztendlich in Gewinnmitnahmen aus. Der Euro hat einen Hauch seines Werts verloren, was die sinkenden Ölpreise für inländische Heizölkäufer erst einmal abbremst. Deshalb ist Heizöl heute leicht teurer. Käufer sollten sich dennoch schnell zur Auslösung der Bestellung entscheiden, bevor nach den Osterfeiertagen wieder Schwung in den Handel kommt.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1301 US-Dollar, am Mittwoch waren es 1,1309 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Mittwoch wurde ebenfalls bei 1,1301 US-Dollar festgesetzt.

Wiederum erlebte der Euro gestern einen Tag der relativen Stabilität. Kurzfristig wurde der Dollar durch die guten asiatischen Konjunkturzahlen belastet, aus der Eurozone selbst sollen heute noch entsprechende Indikatoren folgen.

Allerdings ist das Handelsinteresse vor den Feiertagen geringer, sodass mit wenig Bewegung gerechnet wird. Sollten allerdings deutliche Anzeichen die Märkte anschieben, könnten die wenigen aktiven Händler für vergleichsweise enorme Ausschläge sorgen. Denn je weniger Handelsentscheidungen in der Summe getroffen werden, desto größer ist der Einfluss des Einzelnen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE uneindeutig
  • Hintergrund: Woran macht sie die Konjunkturhoffnung fest?
     

Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-16-180419 // Alle Angaben ohne Gewähr

Moderate Bestandsabbauten bei allen Produkten und dem Rohöl hätten dem DOE-Bericht gestern eigentlich mehr Gewicht und einen eindeutigen Einfluss auf die Ölpreise zuweisen können. Doch der Markt schaute wohl eher auf das geringere Im- und Exportvolumen, von dem eigentlich mehr erwartet wurde. Denn nach dem Ausfall von Schiffskanälen war man davon ausgegangen, dass die versäumten Lieferungen in der Vorwoche nachgeholt worden sind. Sollte dies geschehen sein, ist das geringere Volumen umso verwunderlicher.

Auch die Raffinerieauslastung blieb hinter dem saisonalen Trend zurück. Gleichzeitig – und dies mag den Ausschlag gegeben haben – sank die Nachfrage nach allen Produkten. Fraglich ist nun, ob sich dies im Bericht nächste Woche wieder umdreht, da davon auszugehen ist, dass das lange Osterwochenende zu mehr Reiseaktivitäten führt.

Mit diesen Hintergründen ist es kein Wunder, dass der auf den ersten Blick preissteigernd wirkende Bericht am Ende doch Gewinnmitnahmen auslöste. Dennoch sind die Werte zu uneindeutig, um daraus einen Trend abzuleiten.

 

Blick auf die Wirtschaft 2019: Was kann in Sachen Konjunktur erwartet werden?

Die Weltkonjunktur und die damit verbundene Nachfrage nach Öl stehen nach dem schwierigen Jahresende 2018 so stark im Fokus wie selten. Dabei zeichnet sich für den Laien ein Widerspruch ab: Nach den Konjunktureinbrüchen Ende des Jahres und den pessimistischen Aussichten vom Jahresanfang 2019 scheint die aktuell immer positivere Stimmung etwas voreilig.

Schließlich sind Fakten wie die Handelsbeschränkungen zwischen den USA und China noch lange nicht beseitigt – und die Zölle waren der Startpunkt für die Abkühlung der Weltkonjunktur. Im Vergleich zu 2018 fällt das Nachfragewachstum 2019 außerdem deutlich geringer aus.

Der Stimmungswechsel hat mehrere Ursachen: Nach dem „akuten Schock“, den die Handelszölle ausgelöst haben, ist vielen Anlegern und Wirtschaftsverantwortlichen aufgegangen, dass eine derart protektionistische Politik durchaus Gang und Gäbe ist. Und die USA holen nur etwas auf. Die Zölle waren hier vormals wesentlich niedriger als zum Beispiel in Europa.

Das Problem an der amerikanisch-chinesischen Auseinandersetzung war vielmehr das Säbelrasseln zwischen den Nationen und die Heftigkeit, mit der die Zölle eingeführt und angehoben wurden. Auf „Mehrausgaben“ in dieser Höhe waren die produzierenden Länder schlicht nicht vorbereitet.

Nachdem sich die Auseinandersetzung auf ein diplomatisches Maß abgekühlt hat, gehen die Anleger nun davon aus, dass die beiden Länder zu einer Einigung kommen werden. Die lässt bisher aber auf sich warten.

Zweitens ist es eine Tatsache, dass die Konjunktur 2018 bis zum „Haltepunkt“ überdurchschnittlich stieg und die Vorjahre bei Weitem überflügelte. Dieser Entwicklung musste irgendwann die Puste ausgehen. Daher sind die Nachfragewerte für 2019 aus Händlersicht inzwischen als realistischer und vielleicht auch „gesünder“ einzustufen. Denn ein Motor kann durchaus überhitzen und dann kollabieren. Ein langsameres Wachstum ist also mit Ruhe betrachtet dann doch nicht so schlimm.

Letztendlich steht für den Ölmarkt auch zur Debatte, dass sich das Angebot angesichts der US-Sanktionen gegen Venezuela und Iran sowie angesichts der Probleme in Libyen und der Unsicherheit weiterer politischer Brennpunkte deutlich verringern könnte.

Die Aktienmärkte und auch die Ölnotierungen spiegeln diese neuen Positionen eindrucksvoll wider. Trotz schlaglichtartiger Gegenargumente ist die Stimmung doch wesentlich besser als noch vor wenigen Monaten. Natürlich gilt auch hier wie 2018: Erwartungen können sehr schnell und heftig enttäuscht werden, der Wirtschaftswind kann sich fast innerhalb eines Tages komplett drehen.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,72 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es 70,51 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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