Ölpreise kaum verändert – erste Länder melden umgesetzte Kürzungen

9. Januar 2017

Heizoelpreis steigt 090117

Die neue Handelswoche beginnt mit relativ unveränderten Ölpreisen. Erste OPEC-Länder haben bereits vermeldet, dass sie ihre Kürzungsquoten erfüllen, doch fehlt es immer noch an untermauernden, belastbaren Zahlen.

Ölpreisentwicklung

Auch diese Woche steht am Morgen im Zeichen relativ stabiler Ölpreise. Es fehlt dem Markt an überzeugenden Impulsen, auch wenn erste Länder wie Saudi-Arabien und Nigeria die Erfüllung ihrer Förderkürzungsversprechen vermelden. Belastbare Zahlen gibt es bisher nicht.

Gleichzeitig verkündete am späten Freitag der wöchentliche Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen wiederum eine Steigerung. Und Sonntagabend wurde bekannt, dass Iran in den letzten drei Monaten einen Großteil seiner Öllagerbestände verkauft hat – immerhin mehr als 13 Mio. Barrel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 56,81 US-Dollar und damit leicht unter dem Schlusspreis von Freitag (57,10 US-Dollar). Momentan zeichnet sich eine minimal fallende Tendenz ab. Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt bei einer Notierung von 495,25 US-Dollar pro Tonne bisher wenig Veränderung gegenüber dem Schlusspreis von Freitag (493,25 US-Dollar).

Es scheint weiterhin eine Zeit des Wartens auf verlässliche OPEC-Förderquoten-Zahlen zu sein. Saudi-Arabien soll laut Meldungen die Kürzungen bereits umgesetzt haben, Nigeria schaltete eine Exportpipeline ab, was das Öl-Angebot kurzfristig verringert habe. Dies soll allerdings nicht freiwillig geschehen sein, da das Land mit Angriffen auf die Ölanlangen zu kämpfen hat. Kuwait habe die Kürzungen bei den Kunden zumindest schon angekündigt, heißt es.

Was diese Entwicklungen und Versprechen in harten Zahlen für die gesamten OPEC-Beschlüsse bedeutet, ist allerdings nicht klar. Erst am Freitag, den 13. Januar könnte etwas Licht ins Dunkel kommen, wenn die OPEC erste Zahlen für den Januar veröffentlichen will. Wirklich verlässliche Werte sind allerdings erst im kommenden Monat zu erwarten, wenn die vollständigen Januar-Berichte von EIA, IEA und OPEC vorliegen.

Insgesamt will die OPEC 2017 eine Förderungsdrosselung von 1,2 Mio. B/T umsetzen, Nicht-OPEC-Länder sollen dies mit 0,6 Mio. B/T flankieren. Dabei stellt sich erstens die Frage, ob die Quoten im vollen Umfang durchgesetzt werden und zweitens, wie lange dies anhalten wird.

Gleichzeitig zeigt der wöchentliche Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen wiederum eine Steigerung. Vier weiter Anlagen sind hinzugekommen und erhöhen die Gesamtzahl jetzt auf 529. Dies ergibt insgesamt eine Erhöhung von rund 60 Prozent in der zweiten Jahreshälfte und ist damit ein beredtes Zeichen für die gesteigerte Produktivität der US-Ölindustrie, welche als Gegenpol zu den OPEC-Bemühungen betrachtet wird.

Iran verkauft Ölvorräte

Am Sonntagabend wurde aus Iran vermeldet, dass das Land einen Großteil seiner Ölvorräte verkauft habe. Immerhin 13 Mio. Barrel seien in den vergangenen Monaten an verschiedenen Abnehmer, darunter auch Europa, gegangen. Aus Mangel an Lagerplatz wurden diese Vorräte zuvor kostspielig auf Tankern auf See aufbewahrt.

Der Zeitpunkt der Verkäufe scheint nicht zufällig mit den OPEC-Beschlüssen zusammenzufallen. Aufgrund des vorher herrschenden niedrigen Preisniveaus habe man die Vorräte nicht angetastet und die Preisentwicklung nach der Förderbremse genutzt, wie Branchenkenner analysieren. Iran ist eigentlich Teil von OPEC, hat sich aber von den Beschlüssen ausklammern können – wohl, um Marktanteile auf dem Ölmarkt zurückzugewinnen.

Zusätzlich könnten diese Woche folgende Wirtschaftsdaten und -termine Einfluss auf die Euro- und Ölpreisentwicklung haben*:

Montag, 09.01.2017

  • Arbeitslosenquote, Eurozone
  • Arbeitsmarktindex, USA

Dienstag, 10.01.2017

  • wöchentlicher API-Bericht zum Rohöllagerbestand, USA

Mittwoch, 11.01.2017

  • wöchentlicher EIA-Bericht Rohöllagerbestand, USA

Donnerstag, 12.01.2017

  • EZB-Accounts, zusammenfassender Bericht zur geldpolitischen Sitzung des Rates
  • Industrieproduktion, Eurozone

Freitag, 13.01.2017

  • Erzeugerpreisindex (Jahr), USA
  • Baker-Hughes Bericht zu aktiven Öl-Plattformen, USA

Entwicklung Eurokurs

Der Euro startet wenig bewegt in die neue Handelswoche und hielt am Morgen sein stabiles Niveau. Im frühen Handel ließ er gegenüber dem EZB-Referenzpreis von Freitag (1,0589 US-Dollar) nur unwesentlich nach und steht heute früh bei 1,0542 US-Dollar. Nach Kurseinbrüchen in der Mitte vergangener Woche stieg der Euro im Verlaufe des Donnerstags über die 1,05-Marke und kann sich seitdem hier behaupten.

Impulse für den Kursverlauf könnten heute noch von den Meldungen zur Arbeitslosenquote in der Eurozone und dem Arbeitsmarktindex der USA ausgehen.

Eine Randnote: Das Britische Pfund befindet sich in arger Bedrängnis, nachdem Premierministerin Theresa May in einem Interview bekräftigte, was viele nach dem Ausscheiden des gemäßigten Diplomanten Ivan Rogers aus den Brexit-Verhandlungen befürchteten: Die Regierungschefin will gegenüber der EU einen harten Brexit-Kurs fahren und könnte damit für erhebliche Turbulenzen im Euroraum sorgen.

Heizölpreisentwicklung

Die ruhige Wetterlage an den Börsen zeigt sich heute Morgen auch bei den Heizölpreisen, auch wenn diese leicht gestiegen sind. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete im bundesweiten Durchschnitt rund 61,11 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 60,93 Cent pro Liter.

Wir raten unseren Kunden dazu, sich die kurzfristige Ruhe schnell zunutze zu machen und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind langfristig fallende Preise zunächst eher unwahrscheinlich und es könnte sich enorm lohnen, sich die begehrten Liefertermine in den nächsten Tagen direkt zu sichern, bevor belastbare OPEC-Zahlen für einen Preisanstieg sorgen könnten.

Bedenken Sie außerdem, dass es aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und einer hohen Nachfrage etwas länger mit der Lieferung dauern kann und bestellen Sie rechtzeitig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.