Ölpreise klettern leicht weiter: Russland zeigt weniger Interesse an OPEC-Kürzungen

16. November 2018, Nicola Bergau

Ölpreise erholen sich, Heizöl günstiger - 16.11.2018

Die kleine Erholungstour der Ölpreise setzt sich auch heute Morgen fort, auch wenn die Notierungen nicht mehr ganz so eindeutig in eine Richtung weisen. Russland hat sich zu den neuen Kürzungsvorhaben der OPEC bisher noch nicht verbindlich geäußert. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Russland zeigt kein Interesse an Förderkürzungen
  • DOE: Erneute Rekordzunahmen im Ölbestand – doch kaum Auswirkungen
  • Brent bei 67,25 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 639,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1344 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 86,67 Euro / 100L

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
Venezuela fördert alarmierend weniger Öl
Sicherheitslage im Irak angespannt

US-Pipelineprojekte bald abgeschlossen – mehr US-Öl für den Weltmarkt in Aussicht
USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus und zeigt kein Interesse an neuen Kürzungen
Sanktionen gegen Iran

OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
Libyen und Irak mit stark ausbaufähiger Ölförderung

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 67,25 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstag betrug noch 66,40 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 66,62 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 639,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Donnerstag lag bei 642,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 637,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 16.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die zunehmende Verunsicherung des Marktes wird immer deutlicher. Gestern hätte es eigentlich genug Gründe gegeben, dass die Ölpreise fallen. Russland will laut Meldungen nichts von den Kürzungsvorhaben der OPEC wissen und der Bericht des Department of Energy (DOE) hielt erneut einen Rekordwert an Ölvorräten fest. Außerdem melden sich Analysten zu Wort, die anmerken, dass die OPEC-Förderkürzungen wohl doch keinen stützenden Effekt haben könnten.

Der Markt blieb davon gestern unbeeindruckt und setzte im Umfeld aktueller Preiszunahmen lieber auf (kurzfristige) Käufe. Das stabilisierte die Kurse, auch wenn sich Brent und ICE Gasoil dabei nicht in der gleichen Weise veränderten. Die sogenannte Volatilität, also Kursschwankungen, hat sich zum letzten Jahresdrittel als Grundeigenschaft des Marktes etabliert – und Händler versuchen, hier eine klare Tendenz abzuleiten.

Der Heizölpreis kommt in Mini-Schritten von seinen entkoppelten Rekordniveaus zurück, doch die Rheinpegel bleiben weiterhin niedrig und erschweren damit die Lieferung im Inland. Längere Wartezeiten sind damit leider immer noch eine Tatsache, doch wenigstens können Heizölkäufer langsam darauf hoffen, dass die Preise künftig wieder etwas günstiger werden.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1347 US-Dollar, Donnerstag um die gleiche Zeit waren es 1,1338 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag wurde bei 1,1305 US-Dollar festgesetzt.

Die Rücktritte mehrerer britischer Regierungsmitglieder aus Protest gegen den Brexit-Entwurf zwischen Großbritannien und der EU hatten gestern kurzzeitig deutlich sichtbare Auswirkungen auf den Euro, der zwischenzeitlich in die Nähe von 1,12 US-Dollar fiel. Die Gemeinschaftswährung schaffte aber die Erholung, während das Pfund weiter leidet. Heute Nachmittag werden Konjunkturdaten aus dem Euroraum zur Inflation erwartet, die für Bewegung sorgen könnten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Russland sieht keinen Grund für Förderkürzungen
  • DOE: Rekord nach Rekord in der US-Ölproduktion

Förderkürzungen: Russland will abwarten

Während OPEC-Vorreiter Saudi-Arabien als treibende Kraft hinter den neuen Kürzungsvorhaben des Ölkartells davon überzeugt ist, dass man mit neuerlichen Kürzungen die Preise wieder stabilisieren kann, sieht Russland als wichtigster Nicht-OPEC-Partner im Kürzungsdeal dafür keine Veranlassung.

Laut Meldungen ist Russland der Ansicht, dass die aktuellen Preisrutsche absolut kein Problem sind und Barrelnotierungen um die 70 Dollar bei einer Produktivität der russischen Ölindustrie schon bei 40 Dollar absolut zu verkraften sind.

Schon mehrfach hatte sich Russland geäußert, dass ein voreiliges Eingreifen in den Markt für Unruhen sorgen und langfristig die Nachfrage behindern würde. Allerdings sind die Meldungen aus den „gut informierten Kreisen“ entweder anonym, oder widersprüchlich. Nach außen hin wurde auch schon angemerkt, dass man Kürzungen durchaus unterstützen würde, solange sie sich unter dem jetzt ins Spiel gebrachten Wert von 1,4 Mio. B/T bewegen würden. Und vor exakt einer Woche waren Förderkürzungen aus Sicht Moskaus eine gute Idee.

Russland ist nicht gezwungen, sich den Beschlüssen der OPEC-Konferenz am 6. Dezember anzuschließen, hat aber als Teil des Kürzungsdeals ebenso von den Preissteigerungen profitiert wie auch der Rest der produzierenden Staaten. Sollte Russland den Alleingang wählen steht zur Frage, wie der Markt die Stabilität des Deals überhaupt noch bewertet. Auch von der Seite Saudi-Arabiens ist derzeit noch keine gemeinsame Stoßrichtung erkennbar.
 

DOE: Auf zu neuen Rekorden

Zweistellige Millionenzuwächse in den Rohölvorräten, neue Rekordförderung: Der Bericht des Department of Energy zu den US-Ölvorräten setzt den Trend fort – und hat unterm Strich doch nur wenig Auswirkungen.
 

Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-46-161118 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Es ist ein bisschen schwierig zu erkennen, warum der Markt vom DOE-Bericht fast unbeeindruckt blieb, wenn doch die Rohölvorräte so deutlich gestiegen sind, während die Produkte nur leicht abnahmen. Auch eine gemeldete Förderung von 11,7 Mio. B/T ist eigentlich ein klares Signal an den Markt, dass die USA es ernst meinen mit der Öl-Dominanz.

Wir müssen hier allerdings die gestiegene Nachfrage nach Produkten einbeziehen, die dafür sorgt, dass die Gesamtbestände unterm Strich gefallen sind. Eine steigende Nachfrage sorgt am Markt momentan immer für Aufmerksamkeit.

Aber weil sich die Bestandszahlen und die Nachfragewerte praktisch ausgleichen (zumindest in der Wahrnehmung), blieb der Bericht dieses Mal ohne nennenswerte Auswirkungen. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Entwicklungen längst keine Überraschung mehr darstellen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 86,67 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es 86,93 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Möchten Sie sofort monatliche Raten für Ihre Heizöllieferung vereinbaren? Dann sollten Sie die Möglichkeit nutzen, das heiz&SPAR Wärmekonto online abzuschließen.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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