Ölpreise lassen nach – Markt scheint OPEC-Beschlüsse infrage zu stellen

10. Januar 2017

Heizoelpreise sinken 100117

Das Vertrauen in die Umsetzung der OPEC-Beschlüsse scheint zu schwinden und die Ölpreise fielen im gestrigen Tagesverlauf zwischenzeitlich auf ihre Juli-Niveaus zurück. Iran vermeldete den Verkauf von Rohöl-Reserven, Irak Rekord-Förderquoten.

Ölpreisentwicklung

Halten sich die OPEC-Länder an ihre versprochenen Kürzungen oder nicht? Diese Frage beschäftigt den Markt intensiv. Es scheinen ernste Zweifel nach Meldungen aus Irak und Iran zu Rekordquoten und Rohölreserve-Verkäufen aufzukommen. Die Ölpreise fielen im gestrigen Tagesverlauf auf ein Drei-Wochen-Tief.

Bekräftigungen seitens des kuwaitischen Ölministers, dass sich neben Saudi-Arabien und Kuwait auch Russland und die Vereinten Arabischen Emirate an die Kürzungen halten würden, konnten den Trend gestern nicht aufhalten. Zumal auch er zugab, dass die Quoten nicht direkt im Januar umgesetzt, sondern eher sukzessive eingehalten werden würden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 54,95 US-Dollar und damit etwa gleichauf mit dem gefallenen Schlusspreis von Montag (54,94 US-Dollar). Am Freitag hatte dieser allerdings noch 57,10 US-Dollar betragen. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert mit aktuell 478,75 US-Dollar noch unter dem Schlusspreis von Montag (483,00 US-Dollar) und zeigt sich weit unter dem Schlusspreis von Freitag (493,25 US-Dollar).

Im gestrigen Tagesverlauf kam es auf den Märkten zu Verkaufsdruck, da es an belastbaren Meldungen fehlte, die die OPEC-Absichten zur Kürzung der Förderquoten untermauert hätten. Wohl aber gab es Meldungen, die für eine gegenläufige Entwicklung sprechen.

So wurde bereits Sonntagabend bekannt, dass Iran in den letzten drei Monaten einen Großteil seiner Öllagerbestände verkauft hat – immerhin mehr als 13 Mio. Barrel. Irak hat sich in der Vergangenheit immer wieder vehement hinter die OPEC gestellt, doch hätte das Land im Dezember auf Rekordniveau Rohöl exportiert.

Außerdem soll Irak, so Berichte, verschiedenen Raffinerien in Asien und Europa für Februar bereits volle Lieferungen zugesagt haben. Dies ist zwar grundsätzlich kein Widerspruch zu den angekündigten Förderquotensenkungen von 210.000 B/T, allerdings stellt sich die Frage, ob diese Zahl wirklich vollständig umgesetzt werden wird.

Wie von vielen Marktteilnehmern erwartet, hat Russland im Januar zwar bereits eine Senkung von 100.000 B/T umgesetzt, doch ist dies nur ein Drittel des angekündigten Umfangs. Aus Kuwait, Saudi-Arabien und anderen OPEC-Staaten kommen bisher nur Beteuerungen, dass die Quotensenkung bei Kunden bereits angekündigt worden sei. Doch an Zahlen fehlt es.

Diese Nachrichtenlage schafft enorme Unsicherheit und die Preise schwanken im Tagesverlauf teilweise erheblich. Dennoch bleibt es weiterhin ein Abwarten und Prognostizieren, zumindest solange, bis die OPEC selbst verlässliche Zahlen veröffentlicht und Analysten ein solides Datenmaterial haben, dass sie gegen die hoch produktive US-Ölindustrie und Mehr-Förderer wie Libyen und evtl. Irak aufwiegen können.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro startet dank erfreulicher Konjunkturdaten aus der Eurozone erholt in den neuen Tag. Heute Morgen gewann er gegenüber dem EZB-Referenzpreis von Montag (1,0516 US-Dollar) und steht bei 1,0573 US-Dollar. Nach Kurseinbrüchen in der Mitte vergangener Woche stieg der Euro im Verlaufe des Donnerstags über die 1,05-Marke und kann sich seitdem in dieser Niveau-Gegend behaupten.

Die deutschen Exporte lagen im November überraschend über den Erwartungen und setzen auch ein Zeichen für den Euroraum als wirtschaftliche Einheit. Gleiches gilt für die deutsche Industrie, die jedoch etwas hinter den Prognosen zurückblieb. Gleichzeitig lieferte die weiterhin überaus niedrige Arbeitslosenquote im Euroraum positive Impulse für den Eurokurs.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren aktuell von den OPEC-Zweifeln auf den Märkten und damit gefallenen Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete im bundesweiten Durchschnitt rund 60,13 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 61,03 Cent pro Liter.

Wir raten unseren Kunden dazu, sich die sinkenden Preise schnell zunutze zu machen und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind langfristig fallende Preise zunächst weiterhin eher unwahrscheinlich und es könnte sich enorm lohnen, sich die begehrten Liefertermine in den nächsten Tagen direkt zu sichern, bevor belastbare OPEC-Zahlen für einen Preisanstieg sorgen könnten.

Bedenken Sie außerdem, dass es aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und einer hohen Nachfrage etwas länger mit der Lieferung dauern kann und bestellen Sie rechtzeitig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.