Ölpreise legen Verschnaufpause ein

19. Januar 2016

Heizoelpreis steigt 19-01-2016

Nachdem die Ölpreise in der letzten Zeit nur eine Richtung kannten, legten sie nun eine kleine Verschnaufpause ein. Der Iran ist auf den Ölmärkten der Welt zurück und alle fragen sich, wie viel Öl das durch die Sanktionen geschwächte Land ad hoc liefern kann.

Ölpreisentwicklung

Die Notierung für den europäischen Ölpreis-Index Brent liegt heute Morgen knapp unter 30,00 US-Dollar pro Barrel und damit über dem gestrigen Schlusskurs von 28,55 US-Dollar für Lieferungen im März
Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt heute Vormittag bei 277,00 US-Dollar pro Tonne. Gestern wurde der Schlusskurs auf 271,75US-Dollar festgelegt.

Das allbeherrschende Thema bleibt der Wiedereintritt des Irans in den Ölhandel. Am Wochenende hatte  die  internationale Atomenergiebehörde IAEA dem Iran bescheinigt,  seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nachgekommen zu sein. Dies war Vorrausetzung zur Aufhebung der umfangreichen Sanktionen, die in den letzten Jahren gegen das Land verhängt wurden.   
Das wirtschaftlich geschwächte Land hat nun großes Interesse daran, seine Ölexporte im vollen Umfang wieder aufzunehmen. War das Land vor den Sanktionen noch zweitgrößter Produzent innerhalb der OPEC, so rutschte der Iran im Dezember mit 2,8 Mio Barrel am Tag (lt. IEA) weit hinter den Irak mit seinen täglich 4,3 Mio Barrel ins Mittelfeld.
Die zusätzlichen Mengen werden nun auf einen tendenziell überversorgten Markt treffen, der bereits seit Monaten die Überproduktion in Lägern unterbringen muss. Laut der Internationalen  Energieagentur (IEA) standen im letzten Quartal einer weltweiten Förderung von 96,88 Mio Barrel am Tag nur einer täglichen Nachfrage von 95,05 Mio Barrel gegenüber. Für das erste Quartal des neuen Jahres prognostizieren  die Analysten sogar nur eine Nachfrage von 94,69 Mio Barrel am Tag.
Es ist also leicht vorzustellen, dass die zusätzlichen Mengen nur auf Kosten anderer Anbieter einen Abnehmer finden können.
Darüber hinaus bleibt auch die Frage offen, ob die prognostizierte Nachfrage nach Öl in diesem Umfang kommen wird. Einer der weltweit größten Ölverbraucher ist China. Für 2016 sagte die IEA einen leichten Anstieg des Ölbedarfs voraus. Dies wird aber abhängig sein von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. An dieser Stelle enttäuschte China nun mit der Bekanntgabe aktueller Konjukturdaten.  Peking meldete für das vergangene Jahr nur ein Plus von 6,9 % und für das letzte Quartal nur 6,8 %. Das schlechteste Ergebnis seit 2009. Vor allem der Export und die Bauwirtschaft haben nachgegeben.
Heute warten die Märkte auf den neuen Monatsbericht des IEA und morgen auf die Vorabschätzung der US-Ölbestandsdaten durch das American Petroleum Institute (API). Hier wird man mehr erfahren.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro  kostet weiter etwas weniger als 1,09  US-Dollar. Die EZB  (Europäische Zentralbank) hatte den Referenzkurs gestern auf 1,0892 Dollar festgesetzt. Heute Morgen wird die Gemeinschaftswährung um die 1,0865 US Dollar gehandelt.
Grundsätzlich verteuert ein sinkender Eurokurs die  Ölimporte, da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird. Auf der anderen Seite belastet dieser Punkt auch die Ölpreise, da Käufe für Investoren außerhalb der USA weniger attraktiv werden.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durschnitt weiterhin knapp unter  40 Cent pro Liter Heizöl. Heute legt der Ölpreis eine Verschnaufpause  ein und ist in einigen Regionen sogar ein wenig höher als gestern.
Im Wochenverlauf erwarten wir im Augenblick keine signifikanten Nivauänderungen  der Heizölpreise.  Zur Zeit ist Heizöl so günstig wie lange nicht mehr., Aktuell spricht wenig für einen größeren Ausbruch in die eine oder andere Richtung.
Angesichts der kalten Temperaturen und der saisonal hohen Heizöl-Nachfrage im Januar ist mit zunehmend längeren Lieferzeiten zu rechnen. Sehr kurzfristige Lieferzeiten sowie Notlieferungen für Kaltsteher erweisen sich teilweise schon jetzt als relativ schwierig.
Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.

Folgen Sie uns auch auf twitter und erfahren sie mehr.