Ölpreise leicht über Vortagesniveau – Schwacher Euro verteuert Heizöl

1. März 2017

heizoelpreise steigen 010317

Nachdem die Ölpreise im gestrigen Tagesverlauf zunächst sichtbar nachgaben, stehen sie zum Tagesstart etwas über dem Niveau von gestern Morgen. Der schwache Euro wird Heizöl heute für Verbraucher verteuern.

Ölpreisentwicklung

Heute Morgen zeigt sich, dass jeder Bericht zu aktuellen Ölpreisen nur eine Momentaufnahme ist: Zwar haben sich die Werte gegenüber ihrem Niveau von gestern Morgen scheinbar kaum verändert, doch stehen dahinter sichtbare Kursschwankungen. Gestern Nachmittag gaben die Ölpreise nach, zogen dann aber wieder an.

Verantwortlich dafür war ein später dementiertes Gerücht, dass US-Benzin mit einer neuen Beimischungsvorgabe biogener Anteile verändert werden könnte. Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institute (API) zu US-Ölbeständen schien keinen Einfluss gehabt zu haben.

Für inländische Verbraucher ist heute Morgen aber die Tatsache viel wichtiger, dass der Euro sichtbar nachgegeben hat, da eine rasche Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed immer wahrscheinlicher wird. Trumps Rede vor dem Kongress blieb wohl bisher ohne Auswirkungen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen bei 56,45 US-Dollar, leicht über dem Wert zum gestrigen Tagesstart (55,99 US-Dollar). Der Schlusspreis für Dienstag lag bei 55,59 US-Dollar. Das ist etwas weniger als der Schlusspreis von Montag (55,93 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im März aktuell bei 493,75 US-Dollar, der Schlusspreis von Dienstag lag bei 489,25 US-Dollar, Montag waren es aber noch 497,25 US-Dollar.

Zwar gab es gestern viele kleine Meldungen, die eine Auswirkung auf den Ölpreis hatten, doch kann dies nicht davon ablenken, dass die Preise momentan relativ stabil sind. Klare Richtungsindikatoren enthalten nämlich all diese Nachrichten nicht.

Bis in den Nachmittag hinein setzten die Ölpreise ihre Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen fort. Dann kamen Spekulationen auf, dass US-Benzin zukünftig mit einer veränderten Beimischung biogener Anteile versehen werden könnte. Das würde letztendlich den US-Raffinerien zugutekommen, die weniger Zertifikate für die Beimischung regenerativer Energien kaufen müssten. Das hat zwar direkt nichts mit dem Ölpreis zu tun, doch ist diese Meldung ein schönes Beispiel für den Dominoeffekt an den Börsen:

Die Zertifikatspreise ließen sofort nach, was wiederum die theoretischen Kosten von Benzin verringerte, was letztendlich die tatsächlichen Benzinpreise an den Börsen belastete und damit natürlich auch Einfluss auf die Rohölpreise hatte. Die US-Regierung dementierte gegen Abend jedoch das Gerücht und damit zogen auch die Ölpreise wieder an.

API-Bericht scheinbar ohne Auswirkungen

Nach den Zahlen der vergangenen Wochen ist man es als Marktbeobachter kaum gewohnt, dass die Befunde des Berichts des American Petroleum Institutes (API) zum US-Ölbestand mit den Erwartungen fast konformgehen. Dies ist in dieser Woche zumindest bei Rohöl geschehen.

Waren Analysten von einem Bestandsanstieg bei Rohöl von 2,4 Mio. Barrel ausgegangen, lagen die API-Werte mit 2,5 Mio. Barrel ganz dicht dran. Bei den Destillaten vermeldete das API einen Bestandsabbau von 3,7 Mio. Barrel und lag damit sichtbar über den Erwartungen (-0,9 Mio. Barrel. Bei den Benzinbeständen war man zwar von Abbauten ausgegangen, doch das API vermeldete Aufbauten.

Insgesamt scheint der API-Bericht keine wirklichen Auswirkungen auf die Ölpreise gehabt zu haben, schließlich wird rein analytisch ein unerwartet starker Abbau bei den Destillaten durch den unerwartet starken Aufbau bei Benzin ausgeglichen. Die Rohölbestände sind sonst häufig das Zünglein an der Waage, wenn es um Auswirkungstendenzen des Berichts geht. Weil hier aber Einigkeit mit dem Markt herrscht, blieb dieser Effekt diesmal aus.

Heute werden diese Zahlen dann ins Verhältnis zum wesentlich fundierter mit Daten aufgeladenen Bericht des Department of Energy (DOE) gesetzt.

Entwicklung Eurokurs

Spielt der Eurokurs in der Betrachtung der aktuellen Ölpreistendenzen sonst eher eine (wenn auch überaus wichtige) Nebenrolle, ist er heute Morgen derjenige Faktor, der für sichtbare Veränderungen bei den inländischen Heizölpreisen sorgt – zum Nachteil der Verbraucher.

Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0574 US-Dollar und gibt immer weiter nach. Die Europäische Zentralbank legte gestern den Referenzpreis auf 1,0597 US-Dollar fest.

Grund für die Kursnachlässe sind Reaktionen auf Reden von Mitgliedern der US-Notenbank Fed. Die Essenz dieser Reden: Eine Leitzinsanhebung schon im März wird immer wahrscheinlicher – Analysten sehen die Chancen dafür nun bei rund 80 Prozent.

Allein diese – durchaus fundierte – Annahme gab dem Dollar gestern gehörig Auftrieb. Da Öl stets in Dollar gehandelt wird, ist ein schwacher Euro nachteilig für Ölkäufer außerhalb der USA.

Die im Vorfeld mit Spannung erwartete Rede des US-Präsidenten Trump vor dem Kongress blieb jedoch ohne stärkere Auswirkungen. Wie schon in vielen öffentlichen Auftritten Trumps zuvor fehlte es der Rede an belastbaren Details, die für den Markt einen klaren Impuls hätten haben können.

Stichtag 15. März?

Ein Datum rückt jetzt zunehmend in den Fokus auf den Devisenmärkten: Am 15. März erreichen die USA rein rechnerisch ihre per Gesetz bestimmte Schuldenobergrenze. Wenn Trump daran nicht in irgendeiner Weise rütteln kann, könnte ihm im Sommer das Geld ausgehen und viele seiner angekündigten Projekte zur Umsetzung seiner „America first“-Strategie würden schlichtweg am Budget scheitern. Auch käme es zu einem „Government Shutdown“, also einem Einfrieren der meisten Regierungsaktivitäten außerhalb des Notwendigsten.

Vor solch einer Krise standen die USA in der Vergangenheit schon mehrfach – 2013 trat dieser Ernstfall ein. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit wackelig, ob Trump die Schuldenobergrenze noch nachträglich per Gesetz anheben kann, wie es laut US-Rechtsprechung durchaus möglich wäre. Denn die Gegenstimmen zu so einem Schritt scheinen in der Regierung momentan in der Mehrzahl.

Es dürfte nachvollziehbar sein, dass so eine Krise durch die Vormachtstellung des Dollars auf den Weltmärkten große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte. Was das letztendlich für den Euro heißt, muss – wie jede Aussage vor dem Stichtag bzw. einer Reaktion der US-Regierung auf diesen Tag – Spekulation bleiben.

Heizölpreisentwicklung

Leicht gestiegene Ölpreise und ein schwacher Euro ergeben für Verbraucher höhere Heizölpreise. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 60,81 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 60,74 Cent, am Montag 60,92 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich das momentane Preisniveau für ihre Heizöllieferung zu sichern – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass trotz grundsätzlicher Seitwärtstendenz kurzfristig immer wieder Spielraum nach oben besteht und sich die Heizölpreise innerhalb eines Tages für den Endverbraucher spürbar nach oben bewegen können – vor allem im Hinblick auf den Eurokurs.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden entspannt zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen. Denn langfristig deutlich fallende Preise sind zumindest aus jetziger Sicht unwahrscheinlich.

Mit einer rechtzeitigen Bestellung sichern Sie sich gute Preise sowie eine schnelle Auffüllung Ihres Vorrats an Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie der Ratenzahlung Heizöl oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.