Ölpreise machen einen Sprung nach historischem Kürzungsbeschluss

12. Dezember 2016

Heizoelpreise steigen 12122016

Nachdem am Samstag OPEC und Nicht-OPEC-Länder zu einer historischen Übereinkunft zu Produktionskürzungen im nächsten Jahr gekommen sind, beginnt die neue Woche mit steigenden Ölpreisen.

Ölpreisentwicklung

Die neue Handelswoche beginnt mit steigenden Ölpreisen als Reaktion auf die erfolgreichen Gespräche zwischen OPEC und Nicht-OPEC-Ländern vom Samstag in Wien. In einer bereits als historisch bezeichneten Übereinkunft haben Nicht-OPEC-Länder, darunter Russland und Mexiko, zugesagt, ihre Ölproduktion 2017 um 558.000 Barrel/Tag (B/T) zu kürzen.
Dieser Wert ist zwar etwas geringer als von der OPEC angestrebt, im Spiegel der Tatsache, dass längst nicht alle Nicht-OPEC-Länder am Treffen in Wien teilgenommen haben, dennoch ein Erfolg für das Öl-Kartell. Die Senkungen sollen zunächst ab Januar 2017 für sechs Monate in Kraft treten und damit direkt die Senkungen der OPEC flankieren, welche den Ölpreis dauerhaft stabilisieren sollen.


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt am Morgen um die 57 US-Dollar pro Barrel, deutlich mehr als gegenüber dem Schlusskurs von Freitag (54, 33 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notierte heute Morgen bis zu 499 US-Dollar pro Tonne und liegt damit sehr deutlich über dem Schlusspreis von Freitag (473 US-Dollar).

Die Preissteigerungen ergeben sich laut Analysten hauptsächlich aus den Marktreaktionen auf das Treffen von Samstag.  Dieses wird als Signal gedeutet, dass die Nicht-OPEC-Länder im nächsten Jahr die angekündigten OPEC-Kürzungen von 1,2 Mio. B/T stützen werden und damit eine Stabilisierung des Ölpreises über 50 Dollar pro Barrel möglich erscheint.
Auch kündigte Saudi-Arabien als größter Ölproduzent der OPEC an, seine Produktionskürzungen noch einmal deutlich stärker ausfallen zu lassen, als es im Rahmen des OPEC-Abkommens vom 30. November beschlossen worden war. Die Förderung soll 2017 auf unter 10 Mio. B/T reduziert werden.

Diese Meldungen drängten den wöchentlichen Baker Hughes-Bericht zur Anzahl der aktiven Bohranlagen in den USA vom Freitag in den Hintergrund, der eine deutliche Steigerung festhält. 21 Anlagen sind hinzugekommen und setzen die Zahl damit aktuell auf 489. Eine gestiegene Förderung in den USA hätte sich normalerweise zumindest leicht negativ auf den Ölpreis ausgewirkt, was angesichts des Wien-Treffens jedoch nicht der Fall war, so Experten.

Fraglich ist laut Marktbeobachtern, inwiefern sich die Länder – gleich ob OPEC oder nicht – im nächsten Jahr an ihre Zusagen halten werden. Sollte der Ölpreis durch die Maßnahmen tatsächlich steigen, stellt dies einen starken Anreiz dar, die eigene Förderung wieder zu erhöhen. Auch wird erwartet, dass die Produktivität der US-Ölproduktion im nächsten Jahr erheblich zunehmen könnte, worauf auch die Zahlen des Baker Hughes-Berichts hindeuten.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 13.12.2016
•    Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API)
Mittwoch, 14.12.2016
•    Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
•    Erzeugerpreisindex USA (Jahr)
Freitag, 16.12.2016
•    Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
•    Handelsbilanz Eurozone (Jahr)
•    Verbraucherpreisindex Eurozone (Jahr)
*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist heute Morgen wieder im leichten Aufwind, nachdem er am Freitag gefallen war. Zum Tagesstart liegt er bei rund 1,06 Dollar und damit leicht über dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank von Freitag (1,0559). Der Euro reagierte vor dem Wochenende nach der EZB-Pressekonferenz zur zukünftigen Geldmarktpolitik mit nachlassenden Kursen.
Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) durch Anleihenkäufe weiterhin Geld in den Markt zu pumpen, hatte die Gemeinschaftswährung zum Wochenende erheblich belastet, so Experten. Allerdings sei diese Entscheidung auch ein gutes Signal für eine wirtschaftlich stabile Eurozone. 

 

Heizölpreisentwicklung

Aktuell steigen die Heizölpreise als Reaktion auf die Meldungen vom Wochenende deutlich an. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete am Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 60,7 Cent pro Liter Heizöl, während sie am Freitag noch bei etwa 56,35 Cent lag.
Dennoch raten wir unseren Kunden trotz  der aktuellen Trendwende zum baldigen Heizölkauf, insbesondere, wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Das gegenwärtige Preisniveau könnte nach Prognosen noch weiter steigen, vor allem in Hinblick auf die Auswirkungen des Beschlusses von OPEC und Nicht-OPEC vom Wochenende. 
Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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