Ölpreise stabil – OPEC-Länder legen erste Zahlen zu Förderquoten vor

13. Januar 2017

Heizoelpreise steigen 130117

Die Ölpreise bewegen sich heute Morgen seitwärts nach einem Anstieg im gestrigen Tagesverlauf. Getragen wurde die Entwicklung von einer Pressekonferenz in Abu Dhabi, bei der Saudi-Arabien, Algerien und Kuwait vermeldeten, sie hätten mehr als die vereinbarten Senkungen der Ölförderung umgesetzt.

Ölpreisentwicklung

Heute Morgen sind die Ölpreise stabil. Bei einer Pressekonferenz hatten gestern Kuwait, Algerien und Saudi-Arabien als wichtige OPEC-Länder erste Zahlen zur Senkung der Förderquoten vorgelegt – die der Markt offenbar dankbar aufnahm. Die Pressekonferenz ist ein Zeichen dafür, dass sich die OPEC in Zeiten der zahlenarmen Unsicherheit streng optimistisch geben muss, bis Fakten die Ankündigungen untermauern können.

Allerdings stehen die Aussagen bisher auf tönernen Füßen, denn es fehlt weiterhin an offiziellen, harten Produktionsdaten – darum gingen die Preise gestern gen Abend wieder leicht zurück. Doch die Marktreaktionen zeigen, dass viele Teilnehmer offenbar daran glauben möchten, dass die im November beschlossenen Kürzungen ihre Wirkung nicht verfehlen werden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 56,01 US-Dollar und damit gleichauf mit dem Schlusspreis von Donnerstag. Dies ist dennoch eine sichtbare Veränderung gegenüber dem niedrigen Schlusspreis von Dienstag (53,64 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im Februar aktuell bei 493,00 US-Dollar und überholte nur knapp den Schlusspreis von Donnerstag (492,50 US-Dollar). Noch am Mittwoch lag dieser bei 482,00 US-Dollar, am Dienstag gar nur bei 472,75 US-Dollar.

Die nächste Runde im Widerstreit aus Zweifeln an und OPEC-Beteuerungen zu Produktionssenkungen geht an diesem Freitag den 13. hauchdünn an das Ölkartell: Bei einer Pressekonferenz in Abu Dhabi hatten Saudi-Arabien und Kuwait erste Zahlen zu ihren Senkungen veröffentlicht. Und diese sollen angeblich weitaus höher als vereinbart ausgefallen sein:

Saudi-Arabien hatte eine Senkung von 486.000 Barrel/Tag zugesagt, was auf ein Förderniveau von 10,06 Mio. B/T hinauslaufen würde. Aktuell habe man diese Zahl allerdings bereits unter die 10 Mio.-Marke gedrückt. Aus Kuwait wurde eine Senkung von 133.000 B/T vermeldet, was ebenfalls über dem vereinbarten Niveau liege (131.000 B/T.) Algerien als kleinerer Produzent sollte mit Kürzungen von 50.000 B/T das OPEC-Abkommen stützen, habe sich aber bereits auf 60.000 B/T eingependelt – Tendenz steigend.

Auf diese Angaben schien der Markt gestern umgehend zu reagieren, zumal Saudi-Arabien als wichtiges OPEC-Land so etwas wie einen Marker darstellt und – legt man die Zahlen der Pressekonferenz zugrunde – nun so wenig fördert wie zuletzt im Februar 2015.

All das lässt den Markt auf eine tatsächliche Umsetzung der OPEC-Kürzungen hoffen, allerdings darf nicht vergessen werden, dass es sich bei diesen Zahlen lediglich um Eigenaussagen, nicht aber um harte Fakten handelt. Denn tatsächliche, offizielle Produktionsdaten liegen weiterhin nicht vor. Deshalb ließen die Kure kurz vor Handelsschluss gestern schon wieder leicht nach.

Ölpreis stützt sich aktuell auf Prognosen

Momentan ist die Nachrichtenlage im Hinblick auf die Ölpreisentwicklung zu dünn, um verlässliche Prognosen für 2017 zu treffen. In einem solchen Umfeld scheint der Markt besonders empfindlich auf Prognosen oder eben bekräftigende Aussagen von allen beteiligten Öl-Parteien zu reagieren.

Die gestrige Aufwärtsbewegung des Ölpreises wurde deshalb auch zu einem großen Teil von Aussagen aus der Chartanalyse getragen. Die Chartanalyse ist ein mathematisches Werkzeug, das Prognosen für die zukünftige Entwicklung eines Kurses aus bisherigen Kursverläufen ableitet und besondere Indikatoren zu Rate zieht.

Dieses Verfahren geht davon aus, dass sich bestimmte historische Kursverläufe immer wieder wiederholen – auch auf dem Ölmarkt. Zwar darf das OPEC-Abkommen, gerade auch durch die Beteiligung von Nicht-OPEC-Ländern, als historisch im Sinne von herausragend bezeichnet werden, doch ist es eben nicht das erste Abkommen dieser Art.

Ausgehend von den bisherigen Meldungen für 2017 und den Datengrundlagen zeigen sich die Statistiker für 2017 aktuell eher optimistisch – auch wenn das nicht heißt, dass der Ölpreis tatsächlich langfristig steigen wird.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat sich momentan über der 1,06 US Dollar-Marke eingerichtet und notiert aktuell bei 1,0637 US-Dollar. Zwar ist dies weniger als der EZB-Referenzkurs von Donnerstag (1,0679 US-Dollar), doch eine deutliche Verbesserung gegenüber der EZB-Referenz von Mittwoch (1,0503). Auch stieg der Euro im gestrigen Tagesverlauf auf seinen höchsten Stand seit fünf Wochen.

Scheinbar profitiert die Gemeinschaftswährung immer noch von den Nachwehen der inhaltsarmen ersten Pressekonferenz des designierten US-Präsidenten Donald Trump, die den Dollar geschwächt hatte.

Da half es der US-Währung laut Analysten auch nichts, dass Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Fed, in einer Rede eine recht rosiges Bild der nahen Zukunft der amerikanischen Wirtschaft zeichnete. 

Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, hat ein steigender (oder fallender) Dollarkurs stets Einfluss auf die Preise. Ist der Euro im Vergleich zum Dollar schwach, müssen europäische Käufer unabhängig von der tatsächlichen Preisentwicklung an den Ölmärkten also stets mehr (auch für Heizöl) zahlen, als wenn der Euro im Gegensatz zum Dollar gewinnt.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren trotz leichter Steigerung von aktuell stagnierenden Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete im bundesweiten Durchschnitt rund 59,99 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 59,95 Cent pro Liter.

Wir raten unseren Kunden dennoch dazu, sich das aktuelle Preisniveau schnell zunutze zu machen und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind langfristig fallende Preise weiterhin eher unwahrscheinlich und es könnte sich enorm lohnen, sich die begehrten Liefertermine in den nächsten Tagen direkt zu sichern, bevor belastbare OPEC-Zahlen für einen deutlichen Preisanstieg sorgen könnten.

Bedenken Sie außerdem, dass es aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und einer hohen Nachfrage etwas länger mit der Lieferung dauern kann und bestellen Sie rechtzeitig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.