Ölpreise: Stagnation scheinbar vorbei, leichter Anstieg zum Wochenstart

19. Dezember 2016

Heizoelpresie steigen 191216

Die letzten beiden Wochen des Jahre 2016 beginnen heute Morgen mit leicht steigenden Ölpreisen. Der Euro erholt sich leicht, jedoch hat die Investmentbank Goldman Sachs noch am Freitag ihre Preisprognosen für 2017 nach oben korrigiert.

Ölpreisentwicklung

Die neue Handelswoche beginnt mit leicht steigenden Ölpreisen als Reaktion auf diverse Meldungen der Vorwoche, dass die angestrebten Kürzungen im Jahr 2017 von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern zumindest in Teilen realisiert werden könnten.

Die Investmentbank Goldman Sachs verkündete am Freitag, dass die Ölpreise im II. Quartal 2017 für Brent und WTI steigen könnten – und korrigierte die eigenen Analysen empfindlich nach oben. Der WTI-Preis ist ein Benchmark für die gesamte Ölindustrie und in seiner Signalwirkung auf den Markt ebenso entscheidend wie Brent oder der OPEC-Korbpreis. Als wichtiger Mitspieler auf dem Ölmarkt vermeldete außerdem Russland, dass alle Ölunternehmen des Landes ihre Produktion 2017 kürzen werden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt am Morgen bei 55,54 US-Dollar pro Barrel was bisher nur eine leichte Steigerung gegenüber Freitag bedeutet (55, 21 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert bei 491,87 US-Dollar pro Tonne und liegt damit ebenfalls über dem vorherigen Schlusspreis (489, 87 US-Dollar). Aktuell zeichnet sich bei beiden Indikatoren eine weitere Steigerung im Tagesverlauf ab.

Die Preissteigerungen ergeben sich laut Analysten hauptsächlich aus den Marktreaktionen auf die Meldung Russlands, dass alle Öl-Unternehmen bei der Kürzung für 2017 an Bord seien sowie aus der korrigierten Preisvorhersage der Investmentbank Goldman Sachs. Diese geht nun davon aus, dass der Preis für WTI im II. Quartal 2017 auf 57,5 Dollar steigen könne, bei Brent steht die Zahl 58 Dollar pro Barrel im Raum (statt bisher 51,5).

Zwei Ölfelder in Libyen, die zusammen mehr als 450.000 Barrel/Tag produzieren, wurden unterdes nicht wie angekündigt in Betrieb genommen. Allein diese beiden Felder würden die geplante Ölproduktion des afrikanischen OPEC-Landes fast verdoppeln und damit eine Steigerung der globalen Ölpreise, wie von der OPEC beabsichtigt, zumindest abdämpfen. Die geplante Ölförderung Libyens von bis zu 1,1 Mio. B/T im Jahr 2017 würde die angekündigten Kürzungen Saudi-Arabiens fast komplett aufheben.

Zusätzlich könnten diese Woche folgende Wirtschaftsdaten und -termine Einfluss auf die Euro- und Ölpreisentwicklung *:

Dienstag, 20.12.2016

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API)
  • Eurozone Leistungsbilanz s.a.

Mittwoch, 21.12.2016

  • Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
  • Verbrauchervertrauen Eurozone

Donnerstag, 22.12.2016

  • USA Bruttoinlandsprodukt annualisiert
  • USA Leitindikatoren (Monat)

Freitag, 23.12.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • USA, CTFC Öl NC Netto-Positionen 

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Auch wenn der Eurokurs nach der Fed-Ankündigung vergangener Woche weiterhin unter Druck ist, startet er leicht erholt in die Vorweihnachtswoche. Heute Morgen liegt er bei 1,0466 US-Dollar,  und damit leicht über dem Schlusskurs von Freitag (1,0452).

Die Ankündigung der US-Notenbank Fed am vergangenen Mittwoch, den Leitzins nicht nur dieses Jahr anzuheben, sondern 2017 sogar schneller und öfter als bisher nach oben zu korrigieren, hatte den Eurokurs erheblich in Bedrängnis gebracht.

Die Gemeinschaftswährung sank im Verlauf der vergangenen Woche auf ihren niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Viele Experten erwarten für 2017 eine Parität beider Währungen, die Deutsche Bank befürchtet gar, dass der Euro weniger wert sein könne als der Dollar.

In diesem Fall wären rein rechnerisch massive Steigerungen der Preise für Heizöl zu erwarten, da Öl in Dollar gehandelt wird und von europäischen Abnehmern importiert werden muss.

Fraglich ist dazu, inwieweit sich OPEC- und Nicht-OPEC-Länder an ihre angekündigten Kürzungen halten und ob zum Beispiel die Produktionssteigerung Libyens den Preis wiederum drückt. Sollten die Kürzungen Bestand haben, sinkt das Angebot an Öl bei steigender Nachfrage und die Ölpreise steigen im Zusammenspiel mit dem starken Dollar erheblich.

Sollte es weiterhin ein Überangebot geben, kann dies den starken Dollarkurs aus europäischer Sicht zumindest teilweise abfedern.

Heizölpreisentwicklung

Aktuell steigen die Heizölpreise leicht an. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete am Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 58,27 Cent pro Liter Heizöl, während sie am Freitag noch bei etwa 57,64 Cent lag .

Diese Steigerung wird sich vermutlich erst einmal fortsetzen, vor allem in Hinblick auf die Marktsignale, dass die Produktionskürzungen im nächsten Jahr tatsächlich umgesetzt werden können. Wir raten unseren Kunden daher zum baldigen Heizölkauf, da fallende Preise im Augenblick eher unwahrscheinlich sind. Vor allem in Hinblick auf die kommenden Feiertage sollten Kunden bedenken, dass die Nachfrage recht hoch ist und kurzfristige Liefertermine damit zunehmend knapper werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

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