Ölpreise steigen – Bewegte Woche steht vor der Tür

Heizoelpreise steigen 120217

Heute Morgen sind die Ölpreise gestiegen, nachdem der Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) Impulse für eine Aufwärtsbewegung setzte. Heute wird der Monatsbericht Februar der OPEC erwartet und es stehen weitere wichtige Termine an. Damit stehen alle Zeichen auf Bewegung am Markt.

Ölpreisentwicklung

Wie in den letzten Wochen mehrfach analysiert, könnte diese Handelswoche im Zeichen sichtbar steigender Ölpreise stehen. Heute Morgen notieren sie bereits deutlich fester, nachdem der Monatsbericht der International Agency (IEA) bereits am Freitag Impulse für den Anstieg setzte. Viel wichtiger erscheint aus Marktsicht aber der OPEC-Bericht Januar, der heute im Laufe des Tages erwartet wird.

Gegen diese Entwicklung kommt zurzeit der wöchentliche Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver Ölbohranlagen in den USA scheinbar nicht an. Dieser hatte am Freitag abermals einen Anstieg um acht Anlagen vermeldet, was ein Zeichen für die weiterhin positive Entwicklung der US-Ölindustrie ist.

Außerdem stehen in dieser Woche zahlreiche Konjunkturdaten sowie geldpolitische Sitzungen und Reden der Notenbank-Vorsitzenden an – alles Futter für die Devisenkurse und damit für reichlich Bewegungsspielraum in Sachen Heizölpreis.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen bei 56,73 US-Dollar, der Schlusspreis betrug am Freitag 56,70 US-Dollar. Die Veränderung gegenüber Donnerstag (55,63 US-Dollar) ist ein Zeichen für die Bewegung im Markt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im März aktuell bei 502,25 US-Dollar. Der Schlusspreis lag am Freitag bei 503,50 US-Dollar und damit sichtbar über dem Schlusspreis von Donnerstag (490,75 US-Dollar).

Die International Energy Agency (IEA) ist eine Kooperationsplattform von derzeit 29 Industrienationen, die sich der Forschung und Entwicklung von energierelevanten Themen und Produkten gewidmet hat. Ihr monatlicher Bericht, der Freitag erschien, bildet aktuelle Tendenzen auf dem Energiemarkt ab und gibt viel beachtete Prognosen zur zukünftigen Entwicklung des Ölmarktes ab.

Im aktuellen Bericht korrigiert die IEA erstens ihre Vorhersagen zur Ölnachfrage für das laufende Jahr nach oben. Außerdem bescheinigt die IEA der OPEC eine Fördermengensenkung von 1 Mio. Barrel pro Tag im Januar, was laut IEA-Berechnung einer Quotentreue von 90 Prozent entspricht. Außerdem hätten die OECD-Länder ihre Vorräte an Öl im letzten Quartal 2016 erheblich abgebaut, was ein Indiz für ein Angebotsdefizit ist und damit genau den Effekt hätte, den die OPEC mit ihren Bemühungen erzielen will.

Das Fazit aus dem IEA-Bericht könnte also lauten: Steigende Nachfrage + sinkendes Angebot = deutliche Ölpreissteigerung für 2017. Was dies letztendlich in absoluten Zahlen bedeutet, ist natürlich bisher unvorhersehbar, doch der Markt schien sich bereits am Freitag auf diese Aussichten einzustellen und reagierte mit steigenden Ölpreisen.

Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum der wöchentliche Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver Ölbohranlagen in den USA diesmal offenbar nur wenig Effekte auf die Kurse hatte. Denn in den vergangenen Wochen hatte die wiederholte Zunahme der Anlagen stets für nachlassende Preise gesorgt. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die USA in Sachen Ölindustrie immer weiter zulegen und sich als Gegengewicht zu den OPEC-Bemühungen etablieren. In der abgelaufenen Berichtswoche stieg die Zahl um 8 auf nun 591 Anlagen.

Sollte die Entwicklung in dieser Richtung weitergehen, könnte es in den nächsten Monaten zu einer Patt-Situation auf dem Ölmarkt kommen: Die OPEC-Länder und beteiligte Nicht-OPEC-Länder wie Russland senken ihre tägliche Fördermenge, während die USA das daraus entstehende Defizit wieder ausgleichen. Auch wenn dieses Bild etwas Schwarz-Weiß gezeichnet ist, zeigt es doch, wie schwierig langfristige Vorhersagen zur Entwicklung auf dem Ölmarkt sind.

Nichtsdestotrotz wird der heute erscheinende OPEC-Bericht zum Monat Januar mit Spannung erwartet, weil er erstens die Erfolgsmeldungen der OPEC zu umgesetzten Quotensenkungen mit faktischen Zahlen untermauert und zweitens so etwas wie ein Seismograph dafür ist, was von der OPEC in der nächsten Zeit zu erwarten ist.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 13.02.2017

  • OPEC Monatsbericht
  • Großhandelspreisindex, Deutschland

Dienstag, 14.02.2017

  • Verbraucherpreisindex, Deutschland
  • Bruttoinlandsprodukt, Eurozone
  • Europäische Kommission zur Prognose Wirtschaftswachstum
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 15.02.2017

  • Verbraucherpreisindex, USA
  • Rede Janet Yellen, Vorsitzende Notenbank Fed, USA
  • Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA

Donnerstag, 16.02.2017

  • EZB, geldpolitische Sitzung
  • EU-Gipfel

Freitag, 17.02.2017

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Auch für den Euro könnte es in dieser Woche reichlich Spielraum nach oben und unten geben. Aktuell notiert er bei 1,0654 US-Dollar, die EZB setzte den Referenzpreis am Freitag auf 1,0629 US-Dollar fest.

Der Wirtschaftskalender ist in dieser Woche voll mit kleineren und größeren Terminen, die Auswirkungen auf den Eurokurs (bzw. den Dollarkurs) haben könnten. Während den verschiedenen Konjunkturdaten aus der Eurozone, Deutschland und den USA bisher kaum Bedeutung beigemessen wird, steht eine Rede von Janet Yellen, Vorsitzende der US-Notenbank Fed, zur Wochenmitte im Fokus.

Yellen gilt als Vertreterin einer moderaten Leitzinspolitik und einer strikteren Bankenaufsicht und liegt dadurch im Streit mit US-Präsident Trump. Dieser möchte Deregulierungsmaßnahmen umsetzen und den Leitzins stärker als bisher angekündigt anheben.

Am Donnerstag vermeldet dann das europäische Gegenstück zur Fed, die EZB, die Ergebnisse ihrer geldpolitischen Sitzung. Im Mittelpunkt dürfte hier auch die erneut aufflackernde Schuldenkrise in Griechenland stehen. Leitzinsanhebungen sind jedoch nicht zu erwarten.

Dieses gleichzeitige Betrachten von Euro und Dollar ist für den Ölmarkt deshalb so wichtig, weil Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird. Steigt der Dollarkurs, müssen Abnehmer außerhalb der USA aufgrund schlechterer Wechselbedingungen also stets mehr für Öl bzw. Heizöl zahlen, als wenn der Euro gegenüber dem Dollar gewinnt.

Deshalb kann es passieren, dass die Heizölpreise auf dem deutschen Markt steigen, obwohl die Rohölpreise an den Börsen eigentlich fallen – und andersherum. Aktuell gewinnt der Euro leicht, was darauf hinausläuft, dass die grundsätzlichen Preissteigerungen für den Endverbraucher leicht abgefedert werden.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher sollten sich in dieser Woche zunächst auf steigende Heizölpreise einstellen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 60,84 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 60,28 Cent, am Donnerstag 60,20 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich das momentane Preisniveau für ihre Heizöllieferung zu sichern – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden entspannt zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen, die sich momentan ankündigen, gelassen entgegensehen. Denn langfristig deutlich fallende Preise sind zumindest aus jetziger Sicht unwahrscheinlich.

Mit einer rechtzeitigen Bestellung sichern Sie sich gute Preise sowie eine schnelle Auffüllung Ihres Vorrats an Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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