DOE bestätigt Bestandsabbau – Ölpreise steigen leicht

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Der Bericht über die US-Ölbestandsveränderungen des DOE bestätigt weitestgehend die Daten des API-Berichts vom Dienstagabend. In der Folge bleiben die Ölpreise weiter auf einem hohen, dafür stabilen Niveau. Der Euro bleibt weiter über der Marke von 1,17 US-Dollar. Heizöl heute etwas teuer.

Ölpreisentwicklung

Am Mittwoch stand der Handel ganz im Zeichen des Abwartens auf die Veröffentlichung des DOE-Berichts. Da sich die stets am Dienstag veröffentlichten API-Berichte aus einer unzureichenden Datengrundlage bedienen, kommt es bei den beiden Berichten oft zu gegensätzlichen Berichtsergebnissen. In Erwartung des DOE-Berichts am späten Nachmittag, blieb der Handel am Vormittag entsprechend ruhig.

Bei einer insgesamt schwachen Nachrichtenlage sorgte eine Meldung aus OPEC-Kreisen für kurzes Aufsehen. Danach bekunden die Vereinigten Arabischen Emirate in Zukunft mehr Augenmerk auf ihre Quotentreue bei den vereinbarten Förderkürzungen innerhalb des OPEC-Kartells zu legen.

Der Markt ist für die vergangene Berichtswoche von Abbauten an Rohöl- und Ölprodukten ausgegangen. Am Dienstag bestätigte der Bericht des American Petroleum Institute (API) diese Tendenz, allerdings vermeldete API den fünffachen Erwartungswert. Wie der am Mittwochabend veröffentlichte Bericht des Department of Energy (DOE) nun bestätigt, sind die Bestände an Rohöl um etwas mehr als 7 Millionen Barrel zurückgegangen. Das sind zwar drei Millionen Barrel weniger als von API vermeldet, allerdings birgt diese Zahl immer noch ausreichend Potenzial, die durch API nach oben katapultierten Ölpreise zu stabilisieren und die wichtigsten Notierungen am Mittwochabend auf neue Monatshochs zu treiben. 

Das von der OPEC ausgegebene Ziel die weltweiten Rohölbestände zu senken zeigen scheinbar langsam Wirkung. Sollte diese Entwicklung weiter anhalten, könnte der Markt mit weiteren Preissteigerungen reagieren. Ob jedoch das Anfang des Jahres ausgegebene Preisniveau von 55 US-Dollar für die Sorte Brent noch erreicht werden kann bleibt weiter abzuwarten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert am Donnerstagmorgen bei 50,81 US-Dollar. Der Schlusspreis am Mittwoch lag knapp darüber bei 50,97 US-Dollar. Insgesamt zogen die Notierungen im Vergleich zum Mittwochmorgen um etwa 2 US-Dollar an.  

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert heute Morgen bei 473,75 US-Dollar, und damit fast 22 Dollar höher als vorgestern zum Tagesstart. Der Schlusspreis für Mittwoch lag bei 470,25 US-Dollar.

DOE-Bericht bestätigt API-Tendenz

Nicht nur die Bestände an Rohöl im US-Markt konnten abgebaut werden. Auch Benzin- und Destilatprodukte nahmen in ihrem Bestand zeitgleich deutlich ab. Die Bestände an Destillaten, mehrheitlich Diesel und Heizöl, sind im Vergleich zu Vorwoche um fast zwei Millionen Barrel zurückgegangen. Die Bestände an Benzinprodukten immerhin noch um eine Million Barrel.

Im Zusammenhang mit einer gestiegenen Raffinerieauslastung spricht dies für eine stärkere Nachfrage im US-Markt. Aber auch die stabil niedrige Importquote fördert die erhöhte Produktionsauslastung, welche mit über 94% immer noch über dem Vorjahresniveau liegt.

Der vermeldete Rückgang der US-Ölförderung ist hingegen trügerisch. Nach DOE ist die Fördertätigkeit im US-Bundesstaat Alaska um fast 55.000 Barrel / Tag zurückgegangen. Allerdings nahm die insbesondere von der OPEC gefürchtete Schieferölproduktion weiter zu. Hier konnte DOE eine Zunahme von 35.000 Barrel / Tag vermelden.

Der Handel vernachlässigt diese eigentlich kleine, aber unter anderen Umständen preissenkende Meldung aufgrund der insgesamt positiven Daten aus dem DOE-Bericht. Für den Verbraucher sind die Meldungen alles andere als positiv. Sollte sich die aktuelle Entwicklung im US-Markt in den nächsten Wochen weiter fortsetzten, ist mit weiter steigenden Ölpreisen zu rechnen.

VAE bekunden Förderquotentreue / Kuwait senkt Öl-Exporte

Nach dem regulären OPEC-Treffen am Montag konnte der Markt nicht direkt mit neuen Meldungen konfrontiert werden. Nach und nach tröpfeln jetzt scheinbar doch die OPEC-internen Beschlüsse durch. So bekunden die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sich künftig mehr an ihre eigenen Förderquoten halten zu wollen. Im Juni konnte das Land lediglich eine Förderquotentreue von knapp 55% aufweisen.  

Als OPEC-Mitglied sind die VAE Teilnehmer am OPEC-Kürzungsdeal. Dieser wurde Ende November des letzten Jahres beschlossen und jüngst Ende Mai um weitere  neun Monate verlängert. Ziel des Deals ist die nachhaltige Verknappung von Rohöl am Weltmarkt und damit ein Anheben der Ölpreise.

Im Vergleich zu den VAE ist Kuwait – zumindest was die Förderquotentreue betrifft – geradezu ein Musterschüler. Diese liegt mit zuletzt 98% deutlich über dem Gesamtniveau. Doch das Land muss nun auch einen Preis dafür zahlen: Die um über 130.000 Barrel / Tag verringerte Fördermenge führt jetzt dazu, dass die Exporte, vor allem in die USA gesenkt werden müssen.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro startet am Donnerstagmorgen bei 1,1748 US-Dollar in den Handel und ist damit um mehr als 1 Cent teuer als noch am Vortag zur gleichen Zeit. Mit einem zwischenzeitlichen Wert von 1,1777  US-Dollar im Verlauf des heutigen Vormittags, erreicht die Gemeinschaftswährung ihren höchsten Stand seit Anfang 2015. Die EZB hatte den Referenzpreis für Mittwoch bei 1,1644 US-Dollar festgesetzt.

Als Grund für diese Entwicklung gilt vor allem die zinspolitische Entscheidung der US-Notenbank FED am Vorabend. Danach pausiert die eigentlich verkündete Leitzinsanhebung, Kommentare aus Kreisen des FED-Vorstandes, wonach sich wohl insgesamt Zeit gelassen werden soll bei dem Thema setzen den US-Dollar weiter unter Druck.

Heizölpreisentwicklung

Wie schon gestern steigen auch heute die Heizölpreise weiter. Allerdings hat sich das Tempo doch deutlich verringert. Die Verbraucher profitieren vom starken Euro, welcher die leicht weiter gestiegenen Ölpreise wieder ausgleicht. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,38 Cent pro Liter Heizöl. Vorgestern, am Dienstag waren es noch 52,87 Cent.

Wie es weiter geht bleibt abzuwarten: Sollte der Euro sein heute erreichtes Niveau nicht halten können und der Markt zudem nicht mit preissenkenden Meldungen überrascht werden, könnten die Heizölpreise morgen weiter steigen. Wir raten unseren Kunden daher sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden und das noch günstige Niveau zu nutzen um die Tanks zu füllen. So können Sie dem weiteren Geschehen an den Ölmärkten entspannt entgegen sehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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