Ölpreise steigen weiter – aber die Entwicklung wird langsamer

5. Dezember 2016

Heizoelpreis steigt 051216

Der in der vergangenen Woche gestartete Aufwärtstrend der Ölpreisentwicklung aufgrund der OPEC-Entscheidung setzt sich zum Wochenbeginn fort – verliert grundsätzlich allerdings an Fahrt. Das ital. Referendum vom Sonntag hatte nach anfänglichen Euro-Kurseinbrüchen kaum Auswirkungen auf den Ölpreis.

Ölpreisentwicklung

Nach einer Woche mit den höchsten Heizölpreisen des Jahres beruhigte sich zum Wochenende die Lage. Die Kauflaune an den Ölbörsen sank, eine relativ ruhige Nachrichtenlage nach der OPEC-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch brachte am Freitag einen stabilen Tagesabschluss, dessen Trend über das Wochenende relativ konstant blieb.

Auch wenn die OPEC-Entscheidung erst ab Januar gilt, preisen die Märkte den daraus entstehenden Preissteigerungseffekt bereits ein. Aus Expertensicht wird es jedoch fraglich sein, ob sich alle Kartellmitglieder an das Abkommen halten und der Preis somit stabil über 50 Dollar liegen wird. Unterdessen kündigte auch Russland Produktionskürzungen an.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 54,6 US-Dollar pro Barrel. Das sind rund 0,4 US Dollar mehr als zum Schluss am Freitag. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 478 US-Dollar pro Tonne notiert und liegt damit knapp 3 Dollar über dem Schluss am Freitag.

Im Zusammenspiel mit dem leicht gesunkenen Eurokurs werden im Laufe des Tages weitere Preissteigerungen erwartet.

Russland hat unterdessen eine Produktionskürzung um 0,3 Mio. B/T angekündigt und damit die Übereinkunft zur Reduzierung in Nicht-OPEC-Ländern bestätigt. Diese Kürzung tritt allerdings erst graduell in Kraft. Angesichts des Rekordniveaus der russischen Erdölförderung 2016 ist aus Expertensicht fraglich, welche Effekte diese Ankündigung auf den Ölpreis haben wird. Ansonsten ist die Nachrichtenlage zu Wochenbeginn ruhig und auch das italienische Referendum zeigte nur wenig Auswirkungen auf die Ölpreise.

Analysten sehen den Trend weiterhin aufwärts gerichtet, allerdings werden für 2017 nach anfänglichen Preissteigerungen über dem 50 Dollar-Niveau für die zweite Jahreshälfte wiederum Preissenkungen vermutet. Ein wichtiger Indikator dafür ist die gesteigerte Produktivität der US-Ölproduktion.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 06.12.2016

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API)
  • Bruttoinlandsprodukt Jahr Eurozone

Mittwoch, 07.12.2016

  • US-Rohöl-Lagerbestand von der Energy Information Administration (EIA)

Donnerstag, 08.12.2016

  • EZB Zinssatzentscheidung
  • EIA Änderung des Erdgaslagerbestandes

Freitag, 09.12.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Handelsbilanz Deutschland

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist nach dem Referendum zur Verfassungsreform in Italien nur leicht gesunken und zieht inzwischen wieder an. Heute Morgen liegt er bei 1,07 Dollar und hat sich damit bereits gegenüber dem Start von rund 1,056 Dollar erholt. Kurz nach dem Ende der Abstimmung fiel der Kurs am Sonntagabend auf fast 1,0506 Dollar.

Diese Entwicklung erklären Experten mit der Rücktrittsankündigung des Ministerpräsidenten Matteo Renzi, der damit den Weg für Neuwahlen geebnet hat und somit ein langes, wirtschaftlich unsicheres Machtvakuum verhindern kann.

Am Mittwoch gibt die Europäische Zentralbank ihre aktuelle Zinssatzentscheidung beginnt, allerdings werden hier keine Überraschungen erwartet.

Durch ein höheres Zinsniveau wird eine Währung für Anleger attraktiver und damit gestärkt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich die Importe für die Eurozone bei einem sinkenden Eurokurs.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen weiter, pegeln sich aber aktuell auf einem konstant hohen Niveau ein. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete zum Wochenstart im bundesweiten Durchschnitt rund 59 Cent pro Liter Heizöl. Das entspricht der Preisentwicklung des Wochenendes, bedeutet aber immer noch eine Preissteigerung von rund 4 Cent pro Liter zur Vorwoche, in welcher der Aufwärtstrend am Mittwoch durch die OPEC-Entscheidung ausgelöst wurde.

Wir raten unseren Kunden dennoch weiterhin zum baldigen Heizölkauf, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Das gegenwärtige Preisniveau könnte nach Prognosen weiter steigen, Marktteilnehmer erwarten für die erste Jahreshälfte 2017, wenn das OPEC-Abkommen in Kraft trifft, zunächst weitere Steigerungen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.