Ölpreise und Euro stabil, aber leicht gefallen

20. Juni 2017

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Tropensturm bedroht Förderanlagen im Golf von Mexico. OPEC sieht keinen Grund für Kurskorrektur. Widersprüchliche Meldungen über Lagerbestände auf hoher See. Ölpreise ziehen am späten Montagabend ins Minus.

Ölpreisentwicklung

Die Ausgangslage für die Öpreisentwicklung am heutigen Dienstag steht ganz unter dem Stern der Entwicklung der letzten Handelswoche. Aufgrund einer schwachen Nachrichtenlage, hatten die Meldungen über Bestandserhöhungen im US-Markt erheblichen Einfluss auf die Ölpreise, welche in Folge eine Talfahrt unternahmen.

Nachdem sich am Freitag die Preise weitestgehend stabilisiert hatten, war die Stimmung an den Handelsplätzen am Montagmorgen weiter gedämpft. Eine Äußerung des saudischen Öl-Ministers über sinkende Bestände an Land und auf Öltankern stützten die Preise im weiteren Tagesverlauf. Am Nachmittag nahm die volatile Entwicklung der Vortage wieder Fahrt auf und der Handel schloss zum Handelsschluss im Minus.

Die für den inländischen Heizölpreis maßgebliche Sorte ICE Gasoil, näherte sich sogar ihrem Jahrestief an. Mit dem Handelsbeginn am heutigen Dienstag, zogen die Kurse wieder leicht nach oben.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Die europäische Rohölsorte Brent notiert am Dienstagmorgen bei 47,02 US-Dollar und damit leicht stärker als zum Handelsschluss am Montag (46,91 US-Dollar). Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, liegt heute Morgen bei 421,25 US-Dollar für die Lieferung im Juli. Der Schlusspreis für Montag lag trotz der zeitweiligen Annäherung an das Jahrestief bei (424,00 US-Dollar).

Tropensturm – steigen die Preise?

Der Ölpreis richtet sich zu einem besonders großen Teil immer nach der verfügbaren Menge an Öl am Weltmarkt. Aber auch die Aussicht auf eine eventuelle Verknappung, zum Beispiel durch Produktionsausfälle können bereits Einfluss auf die kurzfristige Preisentwicklung haben. So können bereits Meldungen über mögliche Streiks in Produktionsanlagen, regionale Konflikte zwischen verfeindeten Staaten oder eben auch Naturereignisse für einen preissteigernden Effekt sorgen.

Mit dem Juni beginnt im Golf von Mexico die Hurrican-Saison, welche auch Auswirkungen auf die gesamte südliche Küstenregion der USA hat. Der Golf von Mexico ist bekannt für seinen Öl-Reichtum, entsprechend befindet sich dort eine Vielzahl von Förderanlagen. In den küstennahen Industriezentren der USA befinden sich darüber hinaus viele Raffinerien und weitere Verarbeitungsanlagen.

Natürlich ist die Wetterentwicklung nie über einen längeren Zeitraum vorhersehbar, doch aktuell bildet sich der erste große Sturm der Saison aus einem Tiefdruckgebiet westlich von Kuba aus und könnte in den nächsten Tagen auf die Küste treffen. Die Öl-Industrie könnte von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Die ausfallenden Mengen am Markt könnten dann für eine Stützung der Ölpreise sorgen.

OPEC hält am Abkommen fest

Ende Mai wurde das Förderbeschränkungsabkommen vom November 2016 um weitere neun Monate verlängert. Aufgrund des erreichten Minimalkonsens brachen die Preise in der Folge – unerwarteter Weise – um durchschnittlich 8% ein. Die verantwortlichen Stellen Saudi Arabiens, wie auch die gesamte OPEC-Führung sieht sich seit der Verlängerung einer erheblichen Skepsis der Marktteilnehmer gegenüber. Das Vertrauen auf einen preissteigernden Einfluss durch die eingeleiteten Maßnahmen ist scheinbar geschwunden.

Saudi Arabien reagiert nun – wieder einmal – mit Beschwichtigungen. Danach müsse man der Vereinbarung noch etwas Zeit geben, damit die Auswirkungen zum Tragen kämen. Insgesamt vermitteln die Verantwortlichen eine entspannte Sicht auf die nicht gerade für die Maßnahmen sprechende Entwicklung. Zum einem wird auf die erst kurze Zeitspanne seit der Deal-Verlängerung verwiesen, zum anderen käme die Erhöhung der Nachfrage im Benzin- und Dieselmarkt durch die Ferienzeit bald zum Tragen. Das die aktuelle Nachfragesituation nicht den typischen saisonalen Entwicklungen entspricht, wird hingegen kleingeredet und als „nicht ungewöhnlich“ bezeichnet.

Lagerbestände – Abbau oder Zunahme?

Saudi Arabien vermeldet am Montag einen Abbau von Lagerbeständen an Land wie auch auf Hoher See. Gegenläufige Meldungen sprechen hingegen von einer Zunahme der Lagerbestände in Öl-Tankern. Es wird sogar von einer Annäherung an den bisherigen Jahreshöchststand gesprochen. Weitere Meldungen verweisen in diesem Zusammenhang sogar auf die höchste monatliche Einlagerungsmenge auf Öl-Tankern seit 2012. Der Markt hat bisher noch keine Reaktion auf diese Entwicklung gezeigt, da die eingelagerten Öl-Mengen scheinbar schon fest verbucht sind.  

Entwicklung Eurokurs

Zum Handelsstart am Montag profitierte der Euro vom Wahlausgang der Parlamentswahlen in Frankreich. Im Verlauf des Tages musste der Euro leichte Verluste hinnehmen. Besondere Ausschläge konnten nicht vernommen werden, da nur wenige Daten mit Einflusspotenzial veröffentlicht wurden. In den USA sorgten hingegen positive Konjunkturdaten für eine Stärkung des Dollar.

Für den heutigen Dienstag werden weitere Daten zur US-Konjunktur erwartet. Es wird sich zeigen inwieweit sie Einfluss auf die Dollarentwicklung haben.

Der Euro startet heute mit 1,1159 US-Dollar in den Handel. Der Schlusspreis lag am Vorabend auf einem ähnlichen Niveau. Der Referenzkurs der EZB liegt knapp unter der noch am Montagmorgen übertroffenen Marke von 1,12 US-Dollar bei 1,1199 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung

Die leichten Kursnachlässe an den Öl-Börsen vom Montag können sich trotz eines leicht schwächeren Euros heute nicht in den Heizölpreisen niederschlagen. Am Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung im bundesweiten Durchschnitt rund 52,97 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es auf ähnlichen Niveau noch 52,89 Cent.

Es ist weiterhin unmöglich, eine definitive Aussage zur Preisentwicklung auf den Märkten zu treffen. Darum ist es ratsam, sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Wenn Sie jetzt kaufen, sichern Sie sich ein gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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