Ölpreise weiter gestiegen – Euro bleibt stark

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Auch zur ausklingenden Handelswoche steigen die Ölpreise weiter. Gewinnmitnahmen könnten für heute aber wieder für nachlassende Kurse sorgen. Der Euro bleibt auf seinem Höhenflug. Heizöl heute etwas teurer.

Ölpreisentwicklung

Es schien fast so als ob sich der Handel nach dem turbulenten Dienstag und Mittwoch erst einmal eine Verschnaufpause gönnen wollte. Aufgrund ausbleibender Nachrichten mit Preiseinflusspotenzial, bewegten sich die Ölpreise am Donnerstagvormittag in sehr engen Grenzen auf und ab. Die Niveaus vom Handelsstart konnten allerdings nicht, weder in die eine, noch in die andere Richtung verlassen werden.

Ab Donnerstagmittag lag der Fokus vor allem auf der US-Amerikanischen Rohölsorte WTI, deren Kurs immer wieder an die Marke von 49,00 US-Dollar stieß. Der Handel nutzte dieses hohe Niveau für Gewinnmitnahmen. Ein nachgebender Euro sorgte dann schließlich doch noch für das Überschreiten der 49-Dollargrenze. WTI war damit zum Handelsschluss so teuer wie schon seit zwei Monaten nicht mehr. Auch die anderen relevanten Notierungen, Brent und ICE Gasoil, gingen mit weiteren Gewinnen aus dem Handel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert am Freitagmorgen bei 51,39 US-Dollar. Der Schlusspreis am Donnerstag lag knapp darüber bei 51,49 US-Dollar. Insgesamt zogen die Notierungen im Vergleich zum Donnerstagmorgen um etwa 0,5 US-Dollar an.  

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert heute Morgen bei 475,75 US-Dollar, und damit fast 25 Dollar höher als noch zum Wochenbeginn. Der Schlusspreis für Donnerstag lag auf gleichem Niveau bei 475,25 US-Dollar.

Wie wird sich der Ölpreis weiter entwickeln?

Der Ölmarkt ist nicht nur komplex, sondern – sicherlich auch gerade deshalb – alles andere als durchschaubar. Analysten und Experten liefern täglich neue, teils hochgradig spekulative Einschätzungen, wie sich die Ölpreise kurz-, mittel- oder langfristig entwickeln könnten.

Ein Analyst des Bankhauses BNP Pairbas sieht aktuell vor allem zwei Gefahren für einen langanhaltenden Ölpreis von über 50 US-Dollar. Er spekuliert in seiner Betrachtung auf einer weiterhin hohen Nachfrage im US-Markt, welche die Bestände in naher Zukunft weiter sinken lassen wird. Ohne weitere Einflüsse könnte diese Entwicklung für weiter ansteigenden Ölpreisen sorgen. Die erste Gefahr ist denkbar einfach nachzuvollziehen: Steigende Preise führen im Ölmarkt üblicherweise zu einem steigenden Angebot.

So kann davon ausgegangen werden, dass mit jedem Dollar die die Ölpreise zunehmen, auch die Förderung der USA und der nicht am Förderquotenabkommen der OPEC beteiligten Staaten zunehmen. Die OPEC würde dieser Situation ohnmächtig gegenüberstehen, Marktanteile verlieren und erneut unter erheblichen Druck, insbesondere aus den eigenen Reihen heraus, geraten.

Die zweite Gefahr liegt nach Angaben des Analysten im sogenannten Hedging. Dabei sichern sich vor allem die US-Schieferöl-Produzenten preislich ab, indem Sie erst in der Zukunft geförderte Mengen bei einem für sie günstigen Preisniveau verkaufen. Nach Einschätzung des BNP-Paribas-Analysten tritt diese Gefahr bereits bei einem Barrel-Preis ab 50 US-Dollar für die Sorte WTI ein.

Für den Verbraucher ist die aktuelle Situation schwierig: Geht die Preisrally der aktuellen Woche weiter? Oder folgt auf das Hoch wie so oft direkt wieder ein Preiseinbruch? So war es in den vergangenen Wochen oft Gang und Gebe, doch aktuell hat sich ein fundamentaler Faktor geändert. Nach dem OPEC-Treffen am Montag häufen sich die Bekundungen aus den Reihen des Kartells, sich nach einer schwachen Phase im Juni, wieder konzentrierter an die selbst auferlegten Förderquoten zu halten. Die aktuelle Preisentwicklung zeigt deutlich, dass die Maßnahmen der OPEC bei einer guten Nachfragesituation im US-Markt tatsächlich greifen können.

Die vom Abkommen ausgenommenen OPEC-Mitglieder Libyen und Nigeria, setzen in der Vergangenheit das Abkommen immer wieder unter Druck. In Libyen ist ein weiteres Wachstum aufgrund von ausbleibenden Investitionen mittelfristig nicht zu erwarten und Nigerias Produktion ist aufgrund einer geleckten und daraufhin abgeschalteten Pipeline vorerst auch rückläufig. Damit könnten die Ziele des OPEC-Abkommens weiter greifen und die aktuelle Ölpreisentwicklung könnte damit entsprechend weiter gestützt werden.

Doch bei aller Glaskugelleserei – die Komplexität der Markteinflussfaktoren bleibt immer bestehen. Welche Überraschungen sie bereit halten, kann keiner verlässlich sagen und die Preise könnten trotz der aktuellen Entwicklung in der nächsten Woche schon wieder fallen.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro startet am Freitagmorgen bei 1,1678 US-Dollar in den Handel, konnte aber die 1,17-US-Dollar-Marke sehr schnell wieder knacken. Gestern erreichte die Gemeinschaftswährung zeitweise den höchsten Stand seit Anfang 2015, dennoch flaute sie zu Handelsschluss leicht ab. Die EZB legte den Referenzkurs für Freitag auf 1,1694 US-Dollar fest.

Als Grund für den erneuten Anstieg am heutigen Morgen gelten vor allem positive Konjunkturdaten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas. Die französische Wirtschaft ist danach abermals gewachsten, im zweiten Quartal um etwa 0,5%. Weiterhin gibt auch die US-Politik dem Euro Auftrieb. Das erneute Scheitern einer Reform der gesetzlichen Krankenversicherung „Obamacare“ durch die Trump-Administration wird als Zeichen politischer Machtlosigkeit gewertet, was auch die Durchsetzung weiterer angekündigter wirtschaftsfreundlicher Reformpläne gefährdet. Der US-Dollar gerät entsprechend unter Druck.

Zum Wochenende steht der Devisenhandel vor allem in der Erwartung der Veröffentlichung von Inflationsdaten aus mehreren Ländern des Euroraums und der USA.

Heizölpreisentwicklung

Wie schon gestern steigen auch heute die Heizölpreise weiter. Allerdings hat sich das Tempo nochmals deutlich verringert. Die Verbraucher profitieren nach wie vor vom starken Euro, welcher die leicht weiter gestiegenen Ölpreise wieder ausgleicht. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,62 Cent pro Liter Heizöl. Vorgestern, am Dienstag waren es noch 54,38 Cent.

Wie es weiter geht bleibt abzuwarten: Sollte der Euro sein starkes Niveau nicht halten können und der Markt zudem nicht mit preissenkenden Meldungen überrascht werden, könnten die Heizölpreise morgen weiter steigen. Wir raten unseren Kunden daher sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden und das noch günstige Niveau zu nutzen um die Tanks zu füllen. So können Sie dem weiteren Geschehen an den Ölmärkten entspannt entgegen sehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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