OPEC Einigung - Heizölpreise steigen deutlich

29. September 2016

Heizoelpreis steigt 290916

Die OPEC hat sich gestern überraschend geeinigt und steht möglicherweise vor der ersten Förderkürzung seit acht Jahren. Dies jedoch nicht unmittelbar sondern frühestens ab Ende November. Die Ölpreise sind in die Höhe geschossen, was auch die Heizölpreise deutlich steigen lässt.

Ölpreisentwicklung

Das OPEC Treffen im Rahmen des International Energy Forum endete gestern mit einer überraschenden Wende. Nachdem es zwischenzeitlich nicht danach aussah, haben sich die Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran gestern doch zusammengerauft. Alle OPEC Mitglieder haben sich auf eine gemeinsame Produktionsobergrenze zwischen 32,5 und 33 Millionen Barrel pro Tag geeinigt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Neben dem OPEC Beschluss gab ein erneuter Rückgang der amerikanischen Rohölbestände den Ölpreisen zusätzlichen Auftrieb. Der Preis für das europäische Nordseeöl Brent stieg um sechs Prozent auf  48,69 US-Dollar je Barrel. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, schloss mit 432 US-Dollar je Tonne auf dem höchsten Stand im laufenden Monat.

Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass sich die OPEC-Mitglieder auf eine Produktionskürzung einigen können. Das begründet auch die Reaktion der Ölpreise auf die nun beschlossene Obergrenze. Letztendlich ist noch völlig unklar, ob die OPEC damit tatsächlich einen Strategiewechsel vollzogen hat und vor allem wie andere Produzenten darauf reagieren.

Details des Abkommens sowie die Förderquoten für die einzelnen Kartellmitglieder soll eine Kommission in den kommenden Wochen klären. Beim nächsten offiziellen OPEC Treffen Ende November soll dann ein finaler Beschluss gefasst werden.

Im Moment steht weder die Dauer des Abkommens fest, noch wie die Ausnahmeregelungen für Länder wie den Iran, Libyen oder Nigeria aussehen könnten. Klar scheint zu sein, dass es Sonderregelungen geben wird. Durch Sanktionen und kriegerischen Konflikten liegt die Produktion dieser Länder noch weit hinter dem angestrebten Niveau.

Vor dem offiziellen Treffen am 30. November wird die OPEC keine Produktionsbegrenzung umsetzen. Bis dahin handelt es sich lediglich um eine Absichtserklärung die zeigt, dass man wieder gemeinsame Erklärungen finden kann.

Die anvisierte Reduzierung der Fördermenge liegt lediglich zwischen 0,2 und 0,7 Millionen Barrel pro Tag. Das ist eine Größenordnung die allein als Reaktion auf den saisonalen Nachfragerückgang erreicht werden könnte. Statt zu bremsen, nimmt die OPEC lediglich den Fuß vom Gas – so die wohl treffende Einschätzung eines Analysten.

Bis zur Umsetzung wird jedes Förderland weiter bestrebt sein, die eigenen Marktanteile und Exporteinnahmen durch eine hohe Ölproduktion zu verteidigen. Ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise über die 50 US-Dollar Marke hinaus wird daher auch weiterhin als unwahrscheinlich angesehen.

Daneben gibt es auch Zweifel an der generellen Wirksamkeit der nun angekündigten Maßnahme. Steigen die Ölpreise, werden bisher unwirtschaftliche Öl-Förderprojekte außerhalb der OPEC wieder rentabel. Andere Produzenten gewinnen Marktanteile und das weitere Aufwärtspotenzial der Ölpreise reduziert sich zunehmend. Gleichzeitig verdient die OPEC durch sinkende Marktanteile weniger.

Die Ölpreisentwicklung der nächsten Tage ist unberechenbar. Es gibt zwar eine Absichtserklärung der OPEC, aber damit verbunden noch viele offene Fragen. Händler müssen die aktuelle Überversorgung gegen mögliche Auswirkungen eines Abkommens im November abwägen. Dabei weiß niemand, wie dieses Abkommen konkret aussehen wird und wie sich beispielsweise der größte Ölproduzent Russland daran beteiligt. 

Klar sinkende Ölpreise sind jedoch allein durch die Ankündigung unwahrscheinlicher geworden.

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist unverändert 1,122 US-Dollar wert. Aussagen der Notenbank-Chefs Janet Yellen (Fed) und Mario Draghi (EZB) lieferten keine neuen Erkenntnisse zur künftigen Geldpolitik. Viel Bewegung ist beim Eurokurs auch in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, werden die Importe für den Euroraum günstiger, wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen heute um bis zu zwei Cent pro Liter Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im Schnitt 52 Cent pro Liter, der höchste Stand seit Ende August.

Im Moment ist noch völlig unklar, wie sich die Ölpreise in den nächsten Tagen entwickeln werden. Ein weiterer Anstieg und damit verbundene Aufschläge beim Heizölpreise sind durchaus möglich. Jetzt auf deutlich sinkende Heizölpreise zu setzen wäre sehr spekulativ.

Wer den Bedarf hat, sollte jetzt Heizöl kaufen. Noch sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall verfügbar, aber mit den nun kälter werdenden Temperaturen zieht die Heizöl-Nachfrage deutlich an.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.