OPEC Einigung lässt Ölpreise weiter steigen

30. September 2016

Heizoelpreis steigt 300916

Am Mittwoch kündigte die OPEC die erste Förderkürzung seit acht Jahren an. Auch wenn es noch viele offenen Fragen zur überraschenden Einigung gibt, sind die Ölpreise gestern bis in den Abend hinein auf neue Monatshochs gestiegen. Die Heizölpreise legen heute Morgen noch einmal deutlich zu.

Ölpreisentwicklung

Die Absichtserklärung der OPEC die Produktion kürzen zu wollen, trieb die Ölpreise im gestrigen Handelsverlauf stetig nach oben. Unterstützt wurde diese Bewegung durch erneut gesunkene Ölbestände in den USA und erneuten Anschlägen auf die nigerianische Ölproduktion. Erst im späten Handel setzte eine leichte Gegenbewegung ein, die sich heute Morgen allerdings fortzusetzen scheint.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Preis für das europäische Nordseeöl Brent stieg gestern in die Nähe der 50 Dollar-Marke, konnte diese aber nicht knacken. Heute Morgen sank der Ölpreis Brent mit 48,69 US-Dollar je Barrel wieder auf das Niveau vom Mittwochabend.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, schloss gestern mit 444,78 US-Dollar je Tonne auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Am heutigen Morgen liegt die Notierung bei 438 US-Dollar.

Das OPEC Treffen im Rahmen des International Energy Forum endete gestern mit einer überraschenden Wende. Nachdem es zwischenzeitlich nicht danach aussah, haben sich die Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran am Mittwoch anscheinend doch noch zusammengerauft. Alle OPEC Mitglieder haben sich auf eine gemeinsame Produktionsobergrenze zwischen 32,5 und 33 Millionen Barrel pro Tag geeinigt.

Bisher handelt es sich dabei aber eher um eine Absichtserklärung. Details wie die Förderquoten für die einzelnen Kartellmitglieder soll eine Kommission in den kommenden Wochen klären. Beim nächsten offiziellen OPEC Treffen Ende November soll dann ein echtes Abkommen zustande kommen.

Im Moment steht weder die Dauer dieses möglichen Abkommens fest, noch wie die Ausnahmeregelungen für Länder wie den Iran, Libyen oder Nigeria aussehen könnten. Klar scheint zu sein, dass es Sonderregelungen geben wird, da die Produktion dieser Länder noch weit unter dem angestrebten Niveau liegt.

Genau darin liegt auch ein Punkt, der viele Analysten an der Umsetzbarkeit der Ankündigung zweifeln lässt. Die OPEC kündigte an, die Produktion in einem Maße von 0,2 bis 0,7 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Iran, Libyen und Nigeria planten zuletzt, ihre Produktion bis zum Jahresende um etwa 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen.

Im August lag die gesamte Ölproduktion der OPEC bei 33,2 Millionen Barrel pro Tag. Sollte es eine entsprechende Sonderregelung geben und es den oben genannten Ländern auch gelingen die Förderung in dem Maße zu steigern, müsste die Kürzung bis zu 2,2 Millionen Barrel pro Tag betragen.

Welche OPEC Mitglieder diese dann doch signifikanten Einschnitte ihrer Förderquote tragen sollen bleibt unklar. Abzuwarten bleibt auch, wie andere Produzenten reagieren. Der größte Ölproduzent Russland hat zwar angekündigt sich an einer Reduzierung der Fördermengen zu beteiligen, ob das so kommt und in welcher Größenordnung seht nicht fest.

Daneben gibt es auch Zweifel an der generellen Wirksamkeit der nun angekündigten Maßnahme. Steigen die Ölpreise, werden bisher unwirtschaftliche Öl-Förderprojekte außerhalb der OPEC wieder rentabel. Andere Produzenten gewinnen Marktanteile und das weitere Aufwärtspotenzial der Ölpreise reduziert sich zunehmend. Gleichzeitig verdient die OPEC durch sinkende Marktanteile weniger. 

Bis zu einer möglichen Umsetzung Ende November wird jedes Förderland weiter bestrebt sein, die eigenen Marktanteile und Exporteinnahmen durch eine hohe Ölproduktion zu verteidigen. An der überversorgten Marktlage ändert sich dadurch erst mal nichts. Ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise über die 50 US-Dollar Marke wird deshalb aktuell auch  als unwahrscheinlich erachtet.

In den nächsten Wochen ist durch Kommentare und Spekulationen zu der geplanten Kürzung mit starken Schwankungen beim Ölpreis zu rechnen. Händler müssen zudem die aktuelle Überversorgung gegen mögliche Auswirkungen eines Abkommens im November abwägen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs bewegt sich derzeit kaum. Seit über einer Woche liegt ist ein Euro zwischen 1,12 und 1,125 US-Dollar wert. Im weiteren Handelsverlauf könnten einige Konjunkturdaten für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen.

Viel Bewegung ist beim Eurokurs aber auch in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, werden die Importe für den Euroraum günstiger, wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen um bis zu einen Cent pro Liter Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im Schnitt 52,5 Cent pro Liter und nähert sich damit dem diesjährigen Höchststand aus dem Juni.

Im Moment ist noch völlig unklar, ob die Heizölpreise in der nächsten Woche weiter steigen oder wieder leicht nachgeben werden. Viel Potenzial nach oben sehen wir nicht mehr, aber auf deutlich sinkende Heizölpreise zu setzen wäre sehr spekulativ. 

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