OPEC ohne Einigung, Ölpreise bei 50 Dollar

3. Juni 2016

Heizoelpreis gleich 030616

Obwohl es beim gestrigen Treffen der OPEC nicht zu einer Einigung auf eine Obergrenze für die Ölproduktion des Kartells kam, bleibt der Ölpreis Brent aktuell über der wichtigen 50 US-Dollar Marke. Der Heizölpreis liegt im Durchschnitt unverändert knapp unter 53 Cent pro Liter Heizöl.

Ölpreisentwicklung

Gestern standen zwei wichtige Ereignisse für die Ölpreisentwicklung an. Zum einen das OPEC Treffen, was die Ölpreise schon im Vorfeld durch Gerüchte über eine neue Produktions-Obergrenze steigen ließ. Hinzu kam die Veröffentlichung der amerikanischen Ölbestandsdaten durch das DOE (Department of Energy, Amerikanisches Energieministerium).

Man könnte sagen „wie erwartet“ kam es beim OPEC Treffen zu keiner Einigung auf eine Obergrenze für die Ölförderung des Kartells. Die Ölpreise gaben in der Folge nach. Da die amerikanischen Ölbestände aber unerwartet deutlich gesunken sind, bewegten sich die Ölpreise zum Abend hin wieder nach oben. Im Endeffekt glichen sich beide Ereignisse aus.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent liegt aktuell bei 50,24 US-Dollar je Barrel und damit wieder oberhalb der psychologisch wichtigen 50 US-Dollar Marke. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert zum Vortag unverändert bei rund 450 US-Dollar je Tonne.

Insbesondere das Treffen der OPEC hatte seine Schatten vorausgeworfen und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Nachdem im Vorfeld mit einem eher ereignisarmen Treffen des OPEC Kartells gerechnet wurde, überraschte  Saudi-Arabien mit der Aussage zur Bereitschaft, eine Produktionsgrenze einführen zu wollen.

Letztendlich konnte die OPEC aber erneut keine gemeinsame Position finden. Auf eine Deckelung der Produktionsmengen konnte man sich nicht einigen, da die Positionen der Mitglieder zu unterschiedlich sind.

Der Iran lehnt nach dem Ende der Sanktionen jegliche Produktionsbegrenzungen ab, bevor Produktion und Exporte des Landes nicht das Niveau vor dem Ölembargo erreicht hätten. Andere Länder machen die eigene Position von der Bereitschaft des Irans abhängig, sich an einschränkenden Maßnahmen zu beteiligen. 

Diese Gemengelage führte bereits im April zu einem Scheitern der Verhandlungen großer Ölproduzenten über das Einfrieren der Ölproduktion auf Januar-Niveau. Insofern war es im Grunde wenig überraschend, dass es auch diesmal zu keiner Einigung gekommen ist.

Die Ölpreise gaben sofort nach, als dieses Ergebnis bekannt wurde. Kurze Zeit später folgte aber die Veröffentlichung der amerikanischen Ölbestandsdaten durch das DOE. Diese gelten als ein Indikator für die globale Angebots- und Nachfragesituation und finden am Ölmarkt in der Regel starke Beachtung.

Entgegen den Vorabschätzungen sind die Bestände deutlich zurück gegangen. Sowohl bei den Rohöl- als auch bei den Produktbeständen wurden Abbauten verzeichnet, obwohl die amerikanischen Öl-Importe gestiegen sind. Da zudem auch die US-Ölproduktion erneut gesunken ist, ergab sich insgesamt ein stützender Einfluss auf die Ölpreise.

Nach dem ereignisreichen Vortag sind heute voraussichtlich keine großen Sprünge beim Ölpreis zu erwarten. Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, ist schwer zu beurteilen. Hier gehen die Meinungen der Analysten weit auseinander.

Saudi-Arabien unterstützte eine Produktionsobergrenze und hat daher möglichweise nicht mehr vor, den Markt mit Öl zu fluten. In Kombination mit der steigenden Nachfrage in den Sommermonaten, den weltweiten Produktionsausfällen und der rückläufigen US Ölförderung rechnet ein Teil der Analysten mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends der Ölpreise.

Andere Analysten sagen wiederum, dass es ohne Obergrenze für die OPEC Produktion zu einer deutlichen Preiskorrektur kommen könnte. Falls die Ölproduktion in unsicheren Ländern wie Libyen und Nigeria wieder steigt und dazu auch die kanadische Ölförderung nach dem Abebben der Waldbrände wie erwartet anzieht, werde es erneut zu einem Überangebot auf dem Ölmarkt kommen.

Entwicklung Eurokurs

Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins gestern wie erwartet unverändert gelassen. EZB Mario Draghi gab keinerlei Signale für eine Abkehr von der sehr lockeren Geldpolitik. Der Euro hat daraufhin gegenüber dem Dollar nachgegeben und liegt aktuell bei 1,1151 US-Dollar.

Die US-Notenbank Fed wird dagegen vorrausichtlich noch im Sommer den Leitzins anheben, was den Dollar tendenziell weiter stärken würde.Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt knapp unter 53 Cent pro Liter Heizöl. Nach derzeitigem Stand ist es kurzfristig betrachtet für uns wahrscheinlicher, dass sich der Heizölpreis den 60 Cent nähert, als dass er wieder unter 50 Cent fällt.

Unsere Empfehlung lautet: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis die 50 Dollar Marke nachhaltig durchbricht und damit seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren.

Diese halten Analysten für durchaus möglich, da auch im Vorjahr auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte folgte. Es gilt nicht als sicher, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt bereits in diesem Jahr ausgleichen werden.

Wir empfehlen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.