OPEC-Treffen, Drohungen gegen Iran auf Twitter: Ölpreise steigen an, Heizöl etwas teurer

20. Mai 2019, Felix Schmidt

Das technische Gremium der OPEC hat sich am Wochenende für eine Kürzungsverlängerung ausgesprochen. Gleichzeitig steigt das Konfliktpotential in der Golfregion. Die Rohölpreise zogen an, auch wenn Gasoil den Trend nicht ganz mitmachte. Heizöl heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • OPEC-Gremium spricht sich für Kürzungsverlängerungen aus
  • US-Iran-Konflikt: Personal US-amerikanischer Ölunternehmen aus der Region abgezogen
  • Trump droht Iran auf Twitter
  • Brent bei 73,11 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 657,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1155 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 75,78 Euro / 100L


 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

  Atomabkommen: Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich
  Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
  EIA-Prognose: Ölpreise werden bis zum 3. Quartal steigen
  OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres
  China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

Kämpfe in Libyen

Neue Zölle in Handelsstreit China / USA
US-Präsident fordert höhere OPEC-Produktion
US-Schieferölboom zeichnet sich ab
▼ Russland deutet Produktionssteigerung an

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 73,11 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 72,77 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 72,21 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 657,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 662,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 657,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 20.05.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

Die Preisentwicklung im Überblick

Das technische Gremium der OPEC, das JMMC hat sich am Wochenende getroffen, um das weitere Schicksal der Kürzungen nach dem Ende der aktuellen Runde zu beraten. Es herrscht breiter Konsens, die Produktion vorerst nicht anzuheben, um nicht voreilig angesichts der aktuellen Versorgungslage und politischen Situation zu handeln. Erwartungsgemäß hat nur Russland etwas dagegen und sprach sich für eine behutsame Anhebung um 0,3 Mio. B/T aus. Die Entscheidung obliegt indes der Vollversammlung, die sich Ende Mai treffen wird.

Die Impulse aus dem JMMC-Treffen reichten aus, um die Ölpreise über das Wochenende anzuheben – vorrangig im Rohölsegment. Gleichzeitig setzten US-amerikanische Ölunternehmen ein deutliches Zeichen, indem sie Mitarbeiter aus irakischen Ölraffinerien abgezogen haben.

Irak ist zwar nicht Iran, aber beide Staaten grenzen aneinander. Was mit Sicherheitsbedenken begründet wurde, zeigt aber viel deutlicher, dass die USA sich der Lage, die sie mit den Sanktionen gegen Iran in der Region geschaffen haben, sehr bewusst sind und auch mit kleineren „Aktionen“ ihre Haltung untermauern. Wer daran noch Zweifel hatte, musste am Wochenende nur die Tweets des US-Präsidenten lesen, der Iran offen und klar bedrohte.

Die knappe Versorgungslage könnte heute insbesondere in Ostdeutschland noch deutlicher werden. Die Raffinerie in Leuna hat die Produktion herunter gefahren und nach Maßgabe der §§ 275 Abs. 2 und 3 BGB die Lieferungen per Kesselwagen vorerst ausgesetzt. Dies setzt klare Impulse für den inländischen Heizölmarkt, der zusätzlich vom erneut gefallenen Eurokurs belastet wird. Damit erklärt sich auch der enorme Preissprung der Heizölnotierung in der vergangenen Woche, der aber in dieser Form eine punktuelle Erscheinung ist.

Nichtsdestotrotz ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell für den Heizölkauf zu entscheiden und sich von den aktuellen Entwicklungen unabhängig zu machen. Denn es gibt sehr viele Anzeichen, dass die Notierungen ihre Niveaus vorerst nicht verlassen – zumindest nicht nach unten.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1155 US-Dollar, am Freitag waren es 1,1177 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1172 US-Dollar festgesetzt.

Wenn wie an diesem Wochenende wenige für den Devisenmarkt relevante Ereignisse oder Kennzahlen zu verzeichnen sind, gewinnt im Allgemeinen der Dollar gegenüber allen Währungen. In dieser Woche werden sich einige wichtige Zentralbanker äußern, was neue Impulse setzen dürfte. Denn ihre Aussagen geben immer einen Einblick in die Haltung, die die obersten Währungshüter zur aktuellen Konjunktur und Politik einnehmen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Agieren der USA treibt Sorge des Marktes

Mit dem Abzug von amerikanischem Personal aus Ölstandorten im Irak spitzt sich die Lage im Nahen Osten unweigerlich weiter zu. Zudem nutzte US-Präsident Trump Twitter, um dem Iran unmissverständlich klar zu machen, wer hier die Oberhand habe.

Seine klaren Worte waren indes nicht ohne Anlass. Zuvor hatte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden gesagt, man wolle zwar keinen Krieg, sei aber darauf vorbereitet bzw. habe keine „Angst“ davor. Das Säbelrasseln wird also immer lauter, obwohl immer noch viele Beobachter anmerken, dass sich der US-Präsident auch im „Austausch“ mit Nordkorea immer nur auf Worte statt auf Taten verlegt habe.

Zudem soll Trump gesagt haben, er wolle eigentlich keinen Krieg. So oder so ist die Lage im Nahen Osten inzwischen so gespannt, dass ein offener Konflikt immer wahrscheinlicher wird. Und die Verlegung amerikanischer Truppen in die Region hilft gegen diesen Eindruck natürlich nicht.

Abgesehen von den politischen und humanistischen Implikationen würde ein Krieg zwischen den USA und Iran auf iranischem Boden unweigerlich die gesamte Region entzünden und damit die gesamte (Öl)wirtschaft aus dieser Region in Gefahr bringen. Die Folgen für die Versorgungslage und die Ölpreise sind möglicherweise weitreichend und katastrophal.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 20.05.2019

  • Rede EZB-Mitglied, Eurozone
  • Rede FOMC-Mitglied, USA

Dienstag, 21.05.2019

  • Immobilienmarktdaten, USA
  • Rede Fed-Mitglied, USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 22.05.2019

  • Nicht-geldpolitische Sitzung EZB, Eurozone
  • Rede Fed-Mitglied, USA
  • FOMC-Protokoll, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 23.05.2019

  • BIP, Deutschland
  • Einkaufsmanagerindex, Eurozone
  • Markit PMI, Eurozone + USA
  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 24.05.2019

  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Verbrauchervertrauen, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 75,78 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 75,68 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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Felix Schmidt – Autor

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