OPEC und US-Ölbestände - Ölpreise weiter fest

23. September 2016

Heizoelpreis steigt 230916

Die Ölpreise bewegen sich weiter in einem Spannungsfeld aus kurzfristig stützenden und mittelfristig belastenden Einflüssen. Für Auftrieb sorgen derzeit die OPEC Kommentare zu einer Begrenzung der Fördermengen und massive Bestandsrückgänge in den USA. Die Heizölpreise steigen heute erneut geringfügig an.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise erreichten gestern ein neues Wochenhoch. Neben dem erneuten Rückgang der US-Rohölbestände und den Ankündigungen der OPEC die Fördermengen begrenzen zu wollen, wurde diese Bewegung durch einen möglichen Ölarbeiterstreik in Norwegen unterstützt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Öpreis-Index Brent erreichte gestern Abend mit 47,65 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit zehn Tagen. Heute Morgen deuten sich jedoch bereits wieder Verluste an, wahrscheinlich begründet durch Gewinnmitnahmen, da das weitere Aufwärtspotenzial vorerst als begrenzt angesehen wird.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, schloss gestern Abend mit 427,50 US-Dollar je Tonne auf einem neuen Monatshoch und notiert auch am heutigen Morgen weitgehend unverändert.

Der Ölmarkt wird aktuell durch eine gewisse Unsicherheit gekennzeichnet, wodurch Händler eher zur Vorsicht neigen und risikoreiche Positionen vermeiden. Nach dem starken Rückgang der amerikanischen Rohölbestände vor zwei Wochen, rechnete man am Markt eigentlich mit steigenden Beständen.

Den Rückgang hatte man auf durch einen Tropensturm verursachte Importausfälle zurückgeführt und daher als temporär angesehen. Nun sind die Rohöl-Bestände aber die dritte Woche in Folge gesunken.

Dabei verarbeiten die US-Raffinerien durch die beginnende Wartungssaison weniger Rohöl. Gleichzeit steigen die Importe und die Rohölförderung nimmt zu. Dennoch wurden in den letzten drei Wochen Bestandrückgänge in einer Größenordnung von über 20 Millionen Barrel gemeldet, was momentan noch nicht erklärt werden kann.

Daneben haben sich mit dem Iran und Saudi-Arabien gestern wieder zwei entscheidende OPEC-Mitglieder zu geheimen Vorgesprächen getroffen, um Möglichkeiten für eine Produktionsbegrenzung zu finden.

Mehr Klarheit wird es in diesem Punkt wahrscheinlich erst nach dem nächste Woche anvisierten OPEC Meeting im Rahmen des International Energy Forums geben. Bei dem Meeting erwartet man zwar noch kein endgültiges Ergebnis, es könnte jedoch ein außerordentliches OPEC Treffen beschlossen werden, bei dem dann ein Abkommen umgesetzt wird.

Die Einigung auf eine Produktionsbegrenzung könnte die Ölpreise kurzfristig weiter steigen lassen. Dabei wird entscheidend sein, auf welche Niveaus man sich bei der Begrenzung der Fördermenge einigt. Da herrscht noch keine Einigkeit unter den Produzenten. 
Während einige für das Niveau vom Beginn des Jahres plädieren, wollen andere aktuellere Fördermengen als Basis nehmen. Und die liegen wiederum bei großen Produzenten wie Russland auf absolutem Rekord-Niveau.

Aber nicht nur Russland produziert mehr Öl. Auch im Iran, Libyen, Nigeria und den USA steigen die Fördermengen wieder kontinuierlich an. Alleine durch die zusätzlichen Mengen dieser Länder, könnte sich die geschätzte Überversorgung im laufenden Monat verdreifachen.

Aufgrund dieser zusätzlichen Mengen scheint das weitere Aufwärtspotenzial der Ölpreise begrenzt zu sein. Es ist zudem mehr als fraglich, ob Länder deren Förderung zuletzt am Boden lag und nun langsam wieder ansteigt, einer Begrenzung der eigenen Förderung überhaupt zustimmen werden oder ob es Ausnahmeregelungen geben wird.

Klar scheint dagegen zu sein, dass die Ölpreise unter Druck geraten werden, wenn (erneut) kein Abkommen zustande kommt. 

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist heute Morgen 1,12 US-Dollar wert und hat damit geringfügig nachgegeben. Am Mittwoch ist der Eurokurs um fast ein Cent gestiegen, nachdem die US-Notenbank Fed den Leitzins zum sechsten Mal in Folge nicht erhöhte.

Heute könnten noch einige Konjunkturdaten aus der Eurozone für Bewegung am Devisenmarkt sorgen, allerdings wird nicht mit größeren Veränderungen gerechnet.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass Ölimporte für den Euroraum teurer werden würden.

Heizölpreisentwicklung

Unser durchschnittlicher Preis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt heute bei knapp 51 Cent pro Liter Heizöl. Vor dem Wochenende wird sich der Heizölpreis nicht mehr groß ändern.

Insgesamt kennt der Heizölpreis-Trend momentan keine eindeutige Richtung. Günstige Kaufzeitpunkte ergeben sich immer dann, wenn der Heizöl Tagespreis klar abwärts geht, da der nächste Anstieg dann im Grunde schon eingeplant werden muss.

Unsere Empfehlung lautet daher, nur dann auf sinkende Heizölpreise zu spekulieren, wenn man noch ausreichend Heizöl im Tank hat. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen

Heizöl ist und bleibt weiterhin sehr günstig. Zurzeit ist Heizöl fast zehn Prozent günstiger als im September des letzten Jahres und sogar 40 Prozent günstiger als im September 2014. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall machbar, aber zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich an.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.