Pipelineausfall stützt Ölpreise

Heizoelpreis steigt 160916

Das Abwärtspotenzial der Ölpreise konnte sich gestern aufgrund eines Pipelineausfalls in den USA nicht durchsetzen, bleibt aber grundsätzlich gegeben. Zusätzliche Mengen aus Libyen und Nigeria könnten den ohnehin überversorgten Ölmarkt fluten. Der Heizölpreis steigt heute Morgen leicht an.

Ölpreisentwicklung

Der Ausfall einer Produkt Pipeline in den USA verhinderte gestern einen weiteren Rückgang der Ölpreise. Durch den Ausfall fehlt ein beträchtlicher Anteil an der üblichen Versorgung der Ostküste. Händler deckten sich durch Käufe gegen mögliche Preissteigerungen ab, was auch den Ölpreisen etwas Auftrieb gab.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heute Morgen wird das europäische Nordseeöl Brent allerdings wieder bei 46 US-Dollar je Barrel gehandelt und hat damit die leichten Gewinne vom Vortag bereits abgegeben. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell mit 410 US-Dollar je Tonne notiert. Der Pipelineausfall stützt in erster Linie die Produktnotierungen. Während der Ölpreis Brent seit letzter Woche um acht Prozent nachgegeben hat, ist die Gasoil-Notierung nur um etwa fünf Prozent günstiger geworden.

Zuletzt wurde die Erwartung an das Wachstum der Ölnachfrage nach unten und gleichzeitig die Produktionsprognosen nach oben korrigiert. Weniger Nachfrage bei mehr Angebot spricht dafür, dass die Überversorgung am Ölmarkt wohl länger Bestand haben wird als bisher angenommen und die Ölpreise perspektivisch weiter sinken könnten.

Zusätzlich kommen aktuell positive Signale hinsichtlich wachsender Ölexporte aus Libyen und Nigeria. In Libyen haben sich die Regierung und eine Gruppierung welche die Export-Häfen kontrolliert darauf geeinigt, dass man kooperieren und die Exporte schnell steigern wolle. Das Angebot an libyschem Rohöl solle sich dadurch in den nächsten Wochen mehr als verdoppeln.

In Nigeria hatten sich Rebellen und die Regierung schon vor einiger Zeit auf eine Waffenruhe geeinigt. Schäden an den Produktionsanlagen wurden repariert und die Exporte steigen wieder.

Das Angebot am Ölmarkt könnte allein durch diese beiden Länder um über eine Million Barrel pro Tag steigen. Die Prognose für die gesamte OPEC Produktion lag bisher bei rund 33 Millionen Barrel pro Tag, wobei kaum jemand mit einer Produktionssteigerung in Libyen und Nigeria rechnete.

Da der Iran seine Förderung kontinuierlich ausbaut und auch in den USA die Produktion wieder steigt, bleibt die Überversorgung ein bestimmendes Thema. Steigende Ölpreise sind zunehmend unwahrscheinlich, insbesondere deutlich über die 50 US-Dollar Grenze hinaus.

Entwicklung Eurokurs

Seit über einer Woche bewegt sich der Eurokurs in einer engen Handelsspanne zwischen 1,122 und 1,127 US-Dollar. Nur zeitweise konnte der Euro gestern in Richtung 1,13 Dollar steigen, nachdem schwache amerikanische Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Die Gewinne hat der Euro aber schnell wieder abgegeben.

Kommende Woche entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren geldpolitischen Kurs, was zu mehr Bewegung beim Eurokurs führen könnte. Die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung wird jedoch als zunehmend unwahrscheinlich eingeschätzt.

Ein höherer Leitzins würde den US-Dollar für Anleger attraktiver machen und stützt damit den Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis ist heute Morgen um einen halben Cent gestiegen, liegt im bundesweiten Durschnitt für eine 3.000 Liter Standard Lieferung aber weiter unter 50 Cent pro Liter. Wir halten es aktuell noch für gut möglich, dass die Heizölpreise in der nächsten Woche weiter sinken.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir dennoch auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar. Zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage dann erfahrungsgemäß deutlich an.

Wenn Sie Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit für einen Kreditantrag inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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