Preisanstieg beim Heizöl setzt sich fort

Heizoelpreis steigt 141016

Die Ölpreise bekamen gestern durch die amerikanischen Ölbestandsdaten wieder Auftrieb. Aktuell spricht wieder mehr für eine anhaltend steigende Tendenz, als dagegen. Damit setzt sich auch der Preisanstieg beim Heizöl fort.

Ölpreisentwicklung

Nach der OPEC Ankündigung die Fördermengen begrenzen zu wollen, sind die Ölpreise in den letzten beiden Wochen um etwa 15 Prozent gestiegen. Obwohl der Markt weiter überversorgt ist, wird damit bereits die Wahrscheinlichkeit der angekündigten Produktionsbegrenzung eingepreist.

Am Mittwoch sah es noch danach aus, dass der Ölpreisanstieg an Schwung verliert. Gestern lieferten die amerikanischen Ölbestandsdaten jedoch frische Impulse für eine Fortsetzung des jüngsten Trends.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird aktuell für 52,13 US-Dollar je Barrel gehandelt, Tendenz steigend. Damit nähert sich der Ölpreis Brent wieder dem Wochen- und Jahreshoch vom Montag. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt mit 470 US-Dollar je Tonne auch nur noch sechs Dollar unter dem bisherigen Jahreshoch. 

Am Mittwoch entwickelte sich noch eine leichte Abwärtsdynamik bei den Ölpreisen, wobei der Preis für das amerikanische WTI-Öl in der Folge wieder unter 50 US-Dollar pro Barrel fiel. Die 50 US-Dollar gelten weiter als wichtige Grenzlinie. Oberhalb dieser Marke wird die Förderung in den USA immer wirtschaftlicher.

Amerikanische Ölproduzenten beginnen ihre künftige Förderung über Termingeschäfte zu vermarkten. Damit werden die aktuell vergleichsweise hohen Preisniveaus für die Ölförderung in den kommenden Monaten gesichert. Geplante Förder-Projekte blieben dann auch bei einem möglicherweise erneut eintretenden Preisverfall rentabel.
 
Diese zusätzlichen Verkäufe belasten die Ölpreise. Für viele Analysten ist klar, dass nur frische Impulse für eine weitere Preisrally sorgen können, der „OPEC Effekt“ gilt als weitgehend eingepreist. Diese Impulse lieferten gestern die Ölbestandsdaten des DOE (Department of Energy, US-Energieministerium).

Zwar wurden bei den Rohölbeständen Aufbauten verzeichnet, diese fielen gegenüber den Abbauten aus den letzten Wochen aber vergleichsweise gering aus. Die Nachfrage bei den Mitteldestillaten (Heizöl, Diesel, Kerosin) ist in der Berichtswoche gestiegen, was zu deutlichen Bestandsrückgängen führte.

Zur Wintersaison stehen die Heizölbestände verstärkt im Fokus der Marktteilnehmer, während dieser sich im Sommer stärker auf die Benzinvorräte richtet. Die steigende Nachfrage in Verbindung mit sinkenden Beständen sind daher Faktoren, die einen weiteren Anstieg der Ölpreise begründen können.  

Die nächsten Wochen sollten nun zeigen, ob die angekündigte Fördermengen-Begrenzung auch zur Umsetzung kommt und in welcher Form. Ohne die Aussicht auf eine nachhaltige Reduzierung der Fördermengen bleibt ein Abbau der sich auf Rekordniveau befindenden Öl- und Produktbestände unwahrscheinlich.

Klar ist aber auch, dass die OPEC nun liefern muss. Ein Rückzieher von den deutlichen Ankündigungen ist kaum noch vorstellbar. Dieser würde vermutlich zu einem dramatischen Einbruch der Ölpreise führen.

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist etwa 1,10 US-Dollar wert. Am Vortag fiel der Euro unter diese Marke, konnte sich aber wieder festigen. Dennoch befindet sich der Eurokurs auf dem tiefsten Stand seit Ende Juli.

Der US-Dollar wird einerseits durch die sinkende Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges von Donald Trump gestärkt. Aber auch die steigenden Ölpreise und die damit verbundene Erwartung an eine steigende Inflation erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Fed.

Am Finanzmarkt wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember nun bei rund 70 Prozent gesehen. Daneben wird auch die konjunkturelle und politische Entwicklung der Euro-Zone mehr und mehr hinterfragt.

Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis steigt heute auf ein neues Jahreshoch. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 56,80 Euro pro 100 Liter Heizöl

Zu den festen Ölpreisen und der stark gestiegenen Heizöl-Nachfrage kommt nun auch noch eine Euroschwäche. Deutlich sinkende Heizölpreise sind vorerst nicht in Sicht.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, sollten Sie so schnell wie möglich Heizöl kaufen. Die hohe Heizöl-Nachfrage führt zu steigende Lieferzeiten. In einigen Regionen können kurzfristige Lieferungen schon nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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