Ölpreise auf 4-Wochen hoch – Preisanstiege bei Heizöl, Diesel und Benzin

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Starke Preissprünge nach US-Luftangriffen auf Syrien. Neue Rekordbestände für Rohöl in den USA erwartet. Förderquotenpolitik der OPEC weiterhin im Fokus.

Ölpreisentwicklung

Die USA haben in der Nacht von Donnerstag zu Freitag Luftangriffe auf einen Militärflughafen der syrischen Armee gestartet. Als Grund werden die mutmaßlich von der syrischen Armee durchgeführten Giftgasangriffe zum Beginn dieser Woche angeführt. Die USA haben damit ihre Drohung gegenüber der Weltgemeinschaft wahr gemacht, notfalls im Alleingang und ohne die Stützung einer Resolution der Vereinten Nationen gegen den syrischen Staat zu intervenieren.

Die syrische Staatsführung beteuert indessen, keinen Luftangriff mit chemischen Kampfmitteln begangen zu haben. Es sei nach ihren Angaben davon auszugehen, dass bei den zum Beginn der Woche durchgeführten Luftschlägen durch die syrische Luftwaffe, ein Kampfmittellager der Opposition bzw. der Rebellen getroffen wurde, bei dem die chemischen Kampfmittel freigesetzt wurden. Moskau unterstützt diese Version und hatte gestern mit seinem Vetorecht eine Resolution gegen den syrischen Staat im UN-Sicherheitsrat blockiert.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Die Märkte reagieren auf die Meldungen am Freitagmorgen mit nicht unerheblichen Preissprüngen. Die europäische Rohölsorte Brent notiert am Freitagmorgen bei 54,87 US-Dollar.  Nachdem die Meldungen über die Luftangriffe der USA veröffentlicht wurden, durchbrach der Preis kurzzeitig die 56 US-Dollar Grenze und pendelte sich zum heutigen Vormittag bei 55,50 US-Dollar ein. Der Schlusspreis von Donnerstag lag bei 54,89 US-Dollar und war gegenüber dem Startpreis am Donnerstag (54,12 US-Dollar) leicht gestiegen. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notierte am Morgen bei 485,00 US-Dollar für die Lieferung im April und liegt damit leicht unter dem Schlusspreis von Donnerstag (483,50 US-Dollar). Zeitweise durchbrach er am frühen Freitagmorgen die 491,00 US-Dollar Grenze.

Syrien bildet im Kreise der Öl-produzierenden Staaten zwar keinen einflussreichen Faktor, doch sorgen gleich mehrere Faktoren für die Preisanstiege an den Märkten. Die Marktteilnehmer stellen sich die Frage, ob sich die US-Amerikanische Intervention zu einem langfristigen Engagement in der Region entwickelt. Es besteht die Sorge, dass Kampfhandlungen dann auch angrenzende Staaten wie den Irak treffen könnten und somit negative Einfluss auf die Produktion von der in der Region liegenden Öl-Feldern nicht auszuschließen wären. Zusätzlich sieht man das Risiko, dass die erneute Anspannung des Verhältnisses zwischen Russland und den USA die Märkte mittelfristig belasten. Aufgrund dieser ungewissen Faktoren reagieren die Händler mit Käufen auf kurzfristige Öl-Lieferungen und sorgen somit für den aktuellen Preisanstieg.

Neue Rekordbestände im US-Markt

Trotz steigender Raffinerieauslastungen in den USA, werden neue Rekordbestände an Rohöl im US-Amerikanischen Markt vermeldet. Sollte die Kapazitätsgrenze der Rohölläger bald erreicht werden, könnte dieses Überangebot für Druck auf den Ölpreis sorgen. Die Produzenten wären gezwungen, ihre Ware mit Abschlägen an den Markt zu bringen. Neue Zahlen zu den sich aktuell in Betrieb befindlichen Förderstätten in den USA, liefert am Freitagabend der Baker Hughes Report. Die Zahlen könnten indikatorisch für die Preisentwicklungen zum Beginn der nächsten Woche interpretiert werden.  Weiterhin bleibt abzuwarten, wann die frühjahrsbedingte Konjunkturstärkung der US-Wirtschaft greift und somit die Nachfrage nach Benzin- und Dieselprodukten erhöht. Die US-Rohölbestände könnten dadurch merklich entlastet werden.

Entwicklung Eurokurs

Am Freitagmorgen startete der Eurokurs mit 1,0644 US-Dollar in den Handelstag. Am Vortag schloss er auf nahezu gleichem Niveau bei 1,0643 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte am Donnerstag den Referenzpreis bei 1,0666 US-Dollar, leicht über dem Referenzpreis von Mittwoch (1,0678 US-Dollar) fest.

Die Devisenmärkte unserer Region blicken der Intervention der USA am letzten Handelstag der Woche bisher gelassen entgegen. Der stabile Trend des Euro setzt sich wie auch schon in den vergangenen Tagen fort. Die türkische Lira und der russische Rubel geraten aufgrund des möglichen geopolitischen Sprengstoffs unter Druck.

Heizölpreisentwicklung

Die Preisturbulenzen des heutigen Morgens haben für Heute einen deutlichen Einfluss auf den Heizölpreis. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 60,07 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 58,90 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Auch wenn die Witterung mild ist, so ist es doch wirtschaftlich sinnvoll, den Heizölvorrat jetzt aufzufüllen, bevor die Nachfrage wieder steigt und damit auch die Preise nach oben schnellen können. Auch sollten der Eurokurs sowie die Zahlen des Ölproduzenten USA nicht vergessen werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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