Heizölpreise nach Preisrutsch am Ölmarkt gesunken

7. September 2018, Peter Dudda

Heizöl zum Wochenende etwas günstiger 07.09.18

Erst auf den zweiten Blick lässt sich erkennen warum der DOE-US-Bestandsbericht die Ölpreise gestern stark einbrechen ließ. In Kombination mit einem etwas stärkeren Euro ist Heizöl heute günstiger. Mit Blick auf die iranischen US-Sanktionen bleibt die Lage jedoch weiter angespannt.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE-Bericht: US-Bestandsentwicklung uneinheitlich
  • Keine Ausnahmen für Indien bei US-Sanktionen gegen Iran
  • Brent bei 76,47 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 678,50 US-Dollar
  • Euro steigt auf 1,1647 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt auf 78,16 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 US-Absage an Indien für Ausnahme von US-Sanktionen
Iranische Ölexporte rückläufig
 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
 IEA-Prognose: Nachfrage dürfte weiter steigen
 Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
 China investiert in Öl-Infrastruktur

 EU unter iranischen Druck
 OPEC: Preisspanne zwischen 70 und 80 Dollar soll gehalten werden
 Ölquellen-Erschließung in Afrika nimmt zu
 USA geben strategische Ölreserven frei
 China gibt Käufe von US-Öl frei
 Mexico und Venezuela wollen intensiv in die Ölindustrie investieren

 DOE: Steigende Produktbestände überwiegen Abbauten bei Roh
Tropensturm Gordon ohne Auswirkungen
 Erneute Strafzölle zwischen China und USA
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 Libyens Ölproduktion steigt wieder
 OPEC steigert Produktion

 

 

In der letzten Woche lagen 46% (332 Stimmen) unserer abstimmenden Leser richtig, als sie auf einen steigenden Heizölpreis setzten.
 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Freitagmorgen bei 76,47 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstagmorgen betrug noch 77,19 US-Dollar, der Schlusspreis für Donnerstag wurde bei 76,50 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 678,50 US-DollarDer Vergleichswert am Donnerstag lag bei 685,00 US-Dollar. Der Schlusspreis vom Donnerstag lag ebenfalls bei 678,50 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 07.09.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Aufgrund der Unklarheit wie sich die US-Sanktionen gegen den Iran in den nächsten Wochen und Monaten auf die globale Verfügbarkeit von Öl auswirken werden, ist die Versorgungslage grundsätzlich angespannt. Der sich seit dem letzten Wochenende über dem Atlantik entwickelnde Tropensturm Gordon, setzte in dieser Situation noch einen drauf. Die meteorologischen Vorhersagen deuteten darauf hin, dass sich Gordon zu einem Hurrikan entwickeln könnte, der ähnliche Auswirkungen wie Hurrikan Harvey im letzten Jahr haben könnte. Harvey sorgte im Spätsommer 2017 für längere Ausfälle großer Teile der Öl-Infrastruktur an und im Golf von Mexiko. Das Risiko durch Gordon wurde umgehend eingepreist – die Ölpreise auf Langzeithochs katapultiert. Ein zum Wochenanfang schwächelnder Euro und die weiterhin niedrigen Pegelstände der wichtigsten Binnenschifffahrtsrouten taten ihr Übriges, um die Heizölpreise in Deutschland auf die höchsten Stände seit vier Jahren zu heben.

Zum Wochenende können Heizölverbraucher wieder etwas aufatmen. Tropensturm Gordon hat sich ohne nennenswerte Auswirkungen aufgelöst, der Euro nimmt wieder an Fahrt auf und die US-Bestandsentwicklung spiegelt zumindest kurzfristig eine stabile Versorgungssituation. Die Ölpreise haben in der Folge gestern ein kleine Talfahrt hingelegt und Heizöl ist heute entsprechend wieder günstiger zu bekommen. Dennoch sollte jetzt nicht zwangsläufig von dauerhaft fallenden Öl- und Heizölpreisen ausgegangen werden. Die US-Sanktionen gegen den Iran gehen in zwei Monaten in die nächste Runde. Dem Iran ist es Stand heute dann nicht mehr möglich auch nur einen einzigen Tropfen Öl zu exportieren. Zwar sind Teile dieses Risiko bereits eingepreist, doch mit einem weiteren Preissprung kann bei Inkrafttreten der neuen Sanktionen gerechnet werden. Doch auch hier gilt es gleichzeitig zu entkräften: Denn die Nachfrage nach Öl könnte in den nächsten Monaten weltweit zurückgehen. Denn einige der wirtschaftsstärkeren Schwellenländer stehen vor wirtschaftlichen Krisen und auch der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert immer weiter.

Der Blick in die Glaskugel ist natürlich nicht möglich, wir können an dieser Stelle nur auf mögliche Entwicklungen hinweisen. Weltwirtschaftliche Konjunktur hin oder her – in Sachen Iran gibt es mit dem 04. November ein konkretes Datum, so dass wir aus dieser Richtung das gefährlichste Potential für die Preisentwicklung der nächsten Wochen sehen.  
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kostete zum Tagesstart 1,1647 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 1,1623 US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt am Donnerstag bei 1,1634 US-Dollar festgelegt.

Der Euro konnte seine Kursgewinne der letzten Tage trotz ernüchternder Daten aus der deutschen Wirtschaft verteidigen. Nach jüngsten Erhebungen ist die Industrieproduktion im Juli zurückgegangen. Auch die Exporte mussten ein kleines Minus verkraften. Die Gründe für diese Entwicklung sind scheinbar vielfältig. So können als Gründe der Handelsstreit der USA mit der EU angeführt werden, zugleich neue Gesetzesvorgaben für die deutsche Automobilindustrie bei der Abgasregelung in deutschen Neufahrzeugen. Heute erwarten die Devisenmärkte Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone. Aus den USA stehen die neuesten Zahlen zur Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung aus Sicht der US-Regierung an.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE-Bericht lässt Ölpreise purzeln
  • Indien ringt um Ausnahmen für iranische Öl-Importe
     

DOE bestätigt API: Trotz gesunkener Rohölbestände stellt sich preissenkender Effekt ein

Auch wenn es die Überschrift anders verlautet, ist es keinesfalls so, dass API- und DOE-Bericht übereinstimmen. Nur die Tendenz die das American Petroleum Institute in dieser Woche vorgelegt hat ist die richtige. So haben die US-Rohölbestände bei einer leicht gestiegenen Raffinerieauslastung deutlich abgenommen. In Kombination mit einer gesunkenen Nachfrage im US-Markt, sind die Produktbestände deutlich angestiegen.
 

Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-36-070918 // Alle Angaben ohne Gewähr

Zwar sind die gesunkenen Rohölbestände ein klar preissteigernder Indikator, doch das Gesamtbild der Daten ist eben klar preissenkend zu interpretieren. Auf den Parketts der Ölbörsen reichte dieser Impuls gestern Nachmittag aus, die Kurse deutlich fallen zu lassen.
 

US-Außenminister erteilt (Teil-) Absage an Indien

Die iranischen Ölexporte komplett zurückzufahren ist das ausgemachte Ziel der US-Administration. Darüber wie die Europäische Union dieser US-Forderung begegnet, berichteten wir bereits in der Heizölnews vom Donnerstag. Die iranischen Öl-Exporte in die EU stellen allerdings nur einen Bruchteil der Gesamtexporte dar. Die wichtigsten und damit auch die vom iranischen abhängigsten Abnehmer iranischen Öls, sind die beiden wichtigsten asiatischen Volkswirtschaften China und Indien.

Zurzeit befindet sich eine US-Delegation zu Regierungsgesprächen in Indien. Auch US-Außenminister Michael Pompeo ist für die diplomatischen Gesprächen mitgereist. In einer Pressekonferenz am Rande der Gespräche räumte Pompeo ein, dass man Ausnahmeregelungen für vom iranischen Öl abhängige Länder prüfen werde. Zugleich entkräftete er diese Aussage, indem er darauf verwies, dass es sich dann auch nur um eine Übergangsregelung handeln könne. Letztlich verwies Pompeo auf die Möglichkeit, dass die ausfallenden iranischen Öllieferungen durch Lieferungen von US-Öl kompensiert werden könnten.  
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 78,16 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 78,58 Cent.

Jede langfristige Preisprognose und das Aufschieben des Heizölkaufs ist momentan eher ein Lottospiel als eine durchdachte Vorgehensweise. Vor dem Beginn der kalten Jahreszeit ist es daher die beste Überlegung, sich schnell zum Heizölkauf zu entscheiden. Wie diese Woche gezeigt hat, reichen kleine Impulse bereits aus, die Heizölpreise in Höhe zu treiben. Dennoch sollten Preissteigerungen wie wir sie in dieser Woche gesehen haben zumindest kurzfristig ausgeschlossen sein.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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