Produktionsausfälle stützen Ölpreis

19. April 2016

Heizoelpreis steigt 190416

Die Ölpreise reagierten gestern nur vorübergehend mit einer starken Abwärtsbewegung auf das Scheitern eines Abkommens zur Deckelung der Ölproduktion. Produktionsausfälle in Kuwait und Nigeria sorgten für eine sofortige Gegenbewegung. Die Heizölpreise steigen in der Folge wieder deutlich an.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise konnten die anfänglichen Verluste im gestrigen Tagesverlauf wieder wettmachen. Die Produktionsausfälle in Kuwait und Nigeria haben eine Größenordnung erreicht, welche die tägliche Überversorgung vom Markt nimmt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 42,74 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 368,75 US Dollar je Tonne notiert. Die Ölpreise befinden sich damit nur geringfügig unter dem Niveau vom Freitag.

Nach dem gescheiterten Abkommen zur Deckelung der Fördermengen sind die Ölpreise in der Spitze um bis zu sieben Prozent eingebrochen. Die OPEC und andere große Ölproduzenten wie Russland konnten sich am Sonntag in Quatar nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

Das Abkommen soll in erster Linie an der veränderten Verhandlungsposition Saudi-Arabien und anderen Ländern aus der Golfregion gescheitert sein. Diese änderten kurzfristig ihren Standpunkt und waren nur noch bereit Förderbeschränkungen zuzustimmen, wenn sich der Iran und Libyen daran beteiligen.

Bei genannten Länder hatten aber von Anfang an klar gemacht, dass eine Beschränkung der Produktion erst dann diskutabel wäre, wenn die Fördermenge wieder das Niveau vor dem Ölembargo gegen den Iran bzw. vor dem Bürgerkrieg in Libyen erreicht.

Die Voraussetzungen waren also klar, daher sehen Marktteilnehmer nach dem gescheiterten Abkommen auch in erster Linie die OPEC als großen Verlierer. Das Kartell habe massiv an Glaubwürdigkeit verloren.

Im weiteren Tagesverlauf gewannen gestern dann aber die enormen Produktionsausfälle an Bedeutung. Durch einen Streik der Arbeiter in der kuwaitischen Ölindustrie soll die dortige Ölproduktion um über 60 Prozent eingebrochen sein.

Der Ausfall entspricht einer Größenordnung von über anderthalb Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Da zuvor etwa zwischen ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag mehr produziert als verbraucht wurden, würde alleine dieser Ausfall die Überversorgung kompensieren.

Hinzu kamen Produktionsausfälle in Nigeria und wetterbedingte Verladeprobleme in den USA. Da alle genannten Punkte voraussichtlich nur temporärer Natur sind, wird eine weitere Abwärtsbewegung beim Ölpreis von Analysten als nicht unwahrscheinlich erachtet.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs liegt derzeit bei 1,1333 US-Dollar und damit nahezu auf dem Niveau vom Vortag. Gestützt wurde der Euro durch überraschend starke Daten zur Konjunkturerwartung.

Auf der anderen Seite bleibt aber die Geldpolitik in der Eurozone und in den USA das alles beherrschende Thema am Devisenmarkt.  Schwache US-Konjunkturdaten hatten den Dollar zuletzt belastet.

Am Donnerstag wird die EZB ihre Pressekonferenz zur aktuellen Zinsentscheidung abhalten. Dabei sind weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Inflation in der Eurozone nicht ausgeschlossen. Diese könnten den Euro belasten.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis steigt heute deutlich. Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt etwas mehr als 46,70 Euro pro 100 Liter Heizöl. Das sind fast 1,50 Euro mehr als am Montag.

Theoretisch spricht weiterhin viel für sinkende Heizölpreise. Die Ölpreise könnten nach dem gescheiterten Meeting der Förderländer und dem Ende der aktuellen Produktionsausfälle weiter nachgeben. Das ist jedoch nicht sicher.

Für viele Experten war von vornherein klar, dass die Begrenzung der Produktion auf Rekordmengen die Überversorgung kaum reduziert hätte. Es bleibt daher abzuwarten, wie weit die Ölpreise allein durch ein Ende der Spekulationen über mögliche künftige Förderkürzungen sinken werden.

In den letzten Wochen hat die Heizöl-Nachfrage stark nachgelassen. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar. Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf sinkende Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.