Quartalsrekord bei US Ölbeständen – Ölpreise dennoch höher

24. Mai 2018, Nicola Bergau

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Das Department of Energy hat dem API-Bericht zu US-Ölbeständen in dieser Woche deutlich widersprochen. Die Vorräte erreichten Höchstwerte wie zuletzt im Dezember 2017. Dennoch ist Öl heute teurer, da Libyen die Produktion empfindlich drosseln musste. Wie sind die Auswirkungen auf die Heizölpreise?

Oil price development - important at a glance

  • US oil stocks reach levels as recently as December 2017, according to the DOE
  • Libya throttles production - allegedly due to hot weather
  • Iran turns to EU with demands for nuclear agreement
  • Brent at $ 79.45 / ICE Gasoil at $ 699.50
  • Euro weaker at 1.1721 US dollars
  • Heating oil price rises to 73.06 Euro / 100L

 

Significant factors influencing the current oil price development
 

 Libyen muss Produktion drosseln
 Iran stellt Forderungen an EU zum Atomabkommen
Drohende US-Sanktionen gegen Venezuela
 Venezuelas Ölproduktion stetig rückläufig
 USA kündigen harte Sanktionen gegen Iran an
 Mögliche Einigung zwischen China und USA bei Strafzöllen

 DOE-Bericht: Bestände auf Höchststand seit Dezember 2017
 Fortführung OPEC-Förderkürzungsdeal steht zur Diskussion
 Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen in dieser Woche stabil 
 IEA: Ölnachfrageprognose für 2018 etwas nach unten korrigiert
 US-Ölförderung steigt kontinuierlich

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 24.05.2018

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 79,45 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwochmorgen betrug noch 79,01 US-Dollar, der Schlusspreis für Mittwoch wurde bei 79,80 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 699,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwochmorgen lag bei 693,00 US-Dollar, während der Schlusspreis am Mittwoch bei 697,00 US-Dollar stand.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Selbst dann, wenn harte Zahlen – in diesem Fall aus den Vorratskellern der USA – bestätigen, dass das Angebot zumindest von amerikanischer Seite immer weiter steigt, hält der Markt an seiner preissteigernden Stimmung fest. Zwar gaben die Kurse gestern aufgrund der DOE-Werte zunächst nach, drehten aber wieder in die andere Richtung, als Meldungen zur gedrosselten libyschen Produktion aufkamen. Im direkten Vergleich müssten die DOE-Werte eigentlich das höhere Gewicht haben, zumal Produktionsdrosselungen aus den ölproduzierenden Ländern im Nahen Osten keine Neuigkeit mehr sind.

Doch mit der Marktreaktion zeigt sich, dass die globale Gemengelage aus wortwörtlichem Zündstoff im Nahen Osten, den vielen diplomatischen Verwerfungen der USA und einer immer weiter steigernden Nachfrage weiterhin das bestimmende Thema bleibt.

Ob sich diese Stimmung bald ändert, hängt im Wesentlichen davon ab, wie die USA ihre verschiedenen politisch-wirtschaftlichen Baustellen auflösen bzw. überhaupt bearbeiten und welches Niveau die US-Ölproduktion tatsächlich erreicht – und was davon vom Markt überhaupt abgefragt wird.
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kostete am Morgen nur noch 1,1721 US-Dollar im Vergleich zum gestrigen Tagesstart von 1,1782 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis für Mittwoch bei 1,1708 US-Dollar fest.

Damit ist die Talfahrt der letzten Tage zwar etwas gestoppt, doch warten Heizölkäufer immer noch auf eine Trendwende. Ob diese sich einstellt, muss fraglich bleiben, denn der Dollar bleibt weiterhin übermächtig – gestützt von hervorragenden Wirtschaftsdaten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE-Bericht: US-Ölbestände erreichen Höchstwerte
  • Libyen muss Produktion drosseln
  • Iran leitet Forderungen an Atomabkommen auf EU um
     

DOE: Rohölbestände erreichen Dezember-Niveau

Deutlicher als in dieser Woche hat der Bericht des Department of Energy (DOE) dem gestern von uns analysierten Bericht des API schon lange nicht mehr widersprochen. Während das API fallende Bestände bei US Rohöl und Destillaten festhielt, haben die Bestände laut DOE so kräftig zugelegt, dass ein Niveau wie zuletzt im Dezember 2017 erreicht wurde.
 

Die DOE-Daten im Überblick

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Der deutliche Anstieg bei Rohöl ist untypisch für diese Jahreszeit. Eigentlich steigern die Raffinerien ihre Aktivitäten, um die kurz bevorstehende Sommernachfrage bedienen zu können. Diese hat auch folgerichtig in der vergangenen Woche zugelegt.

Die Erklärung liegt laut DOE eher in den Im- und Exporttätigkeiten: Die Importe legten sichtbar zu, während die Ölexporte ebenso sichtbar abnahmen. Die Produktionssteigerungen der US-Ölindustrie kann man in dieser Situation fast vernachlässigen.

Analysten halten sich momentan stark zurück, aus diesen Angaben Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Grund dafür ist simpel: Die Werte sowohl von API als auch DOE schwanken momentan von Woche zu Woche stark und widersprechen ein ums andere Mal den Erwartungen. Solide Aussagen zum US-Ölmarkt lassen sich momentan allenfalls in der monatlichen Gesamtrückschau treffen – zu agil ist die Situation vor allem auch im Zusammenhang mit den globalen Faktoren. Das mag erklären, warum die Preis-Reaktionen auf den DOE-Bericht gestern zwar sichtbar, aber nur von kurzer Dauer waren.
 

Libyen kämpft mit Hitze

Laut bisher nicht bestätigten Berichten musste Libyen seine Ölproduktion um rund 120.000 B/T zurückfahren, weil eine enorme Hitzewelle Probleme mit der Stromversorgung verursache. Ob und wie lange diese Hitzeperiode anhält, ist natürlich nur Spekulation. Allerdings reicht das Ausmaß der erzwungenen Drosselung in der globalen Angebotsknappheit momentan problemlos aus, um die Ölpreise zu stabilisieren.
 

Iran wendet sich an EU – mit Forderungen

Das Ringen um den Fortbestand des Atomabkommens mit Iran geht in eine neue Runde – und erhält eine für Außenstehende etwas merkwürdige Wende. Die USA haben das Atomabkommen aufgekündigt, die EU-Länder halten weiterhin daran fest. Die Regierung Trump hatte einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen vorgelegt, die Grundbedingung für einen neuen Deal sei.

Der geistige Führer des Landes, Ali Khamenei, wendete sich in diesem Licht nun nicht etwa öffentlich an die USA und diskutierte den Maßnahmenkatalog, sondern leitete den Druck auf die EU um. Tenor der Aussage: Die Europäer müssten das iranische Raketenprogramm und das iranische Engagement in anderen Ländern anerkennen, eine Abnahmegarantie auf iranisches Öl geben und in einer UN-Resolution das Aufkündigen des Deals durch die USA verurteilen.

Diese „Umleitung“ kann sowohl als geschickter taktischer Schachzug als auch als tatsächlich verzweifeltes Ringen um einen tragbaren Kompromiss gesehen werden. Die Europäer, allen voran Deutschland und Frankreich, hatten bis zuletzt alles versucht, den ursprünglichen Deal beizubehalten. Also könnten sie auch die stärksten Verbündeten sein, um die Folgen der US-Sanktionen abzumildern. Mit den Forderungen wird aber auch deutlich, dass sich Iran durchaus in einer starken Verhandlungsposition sieht, was auch an der Sache liegt, um die es letztendlich geht – der Besitz und Umgang mit atomwaffenfähigem, radioaktivem Material.

Wie die Europäer nun reagieren und was die USA mit dieser „politischen Zangenbewegung“ anfangen könnten, dürfte unmittelbare Auswirkungen auf die globale Lage und den Ölpreis haben. Denn scheitert dieser Appell, steht die gesamte Region wiederum auf der Kippe zu neuen Eskalationen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 73,06 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es 72,44 Cent.

Auch wenn ein bisschen Schwung aus den Preissteigerungen genommen wurde, ist der Höchststand möglicherweise noch nicht überschritten. Darum empfehlen wir unseren Heizölkunden, heute den Heizölkauf auf den Weg zu bringen. Das Thema Libyen zeigt außerdem: Der Sommer mit seiner hohen Nachfrage auf der ganzen Welt ist bereits da.  Mit Ihrer heutigen Entscheidung zum Heizölkauf machen Sie sich von allen Entwicklungen vorerst vollkommen unabhängig.

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