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Heizölpreis: Rohölpreis sinkt, Heizöl zieht an

3. Mai 2019, Peter Dudda

Der Heizölpreis steigt zum Ende der Woche an

Bei ruhiger Nachrichtenlage setzt der Ölpreis zu einer kurzfristigen Abwärtskorrektur an. Einen größeren Einfluss auf den heutigen Heizölpreis hat jedoch der Euro, der gegenüber dem Dollar wieder an Wert verlor. Heizöl ist deshalb heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Venezuela: Präsident Maduro stärkt seine Position
  • Türkei sucht Wege, um US-Sanktionen gegen Iran auszuweichen
  • Brent bei 70,73 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 640,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1167 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 73,01 Euro / 100L

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
 Offene Kämpfe in Libyen
 Sichtbare Aufhellung der Konjunkturstimmung
 OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres beschlossen
 Vorerst keine neuen US-Strafzölle gegen China
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

 US-Präsident fordert höhere OPEC-Produktion
▼ US-Schieferölboom zeichnet sich ab
 Russland deutet Produktionssteigerung an
 Kanada und Brasilien fördern wieder mehr Öl

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 70,73 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstag betrug noch 71,92 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 70,93 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 640,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Donnerstag lag bei 643,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 645,75 US-Dollar.

 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 03.05.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der Donnerstag war von einer ruhigen Nachrichtenlage geprägt, sodass der Ölkurs durchatmen und zu einer Abwärtskorrektur ansetzen kann. Das bedeutet, dass die Preise trotz eines preissteigernden Umfeldes fallen. Korrigiert ein Kurs kontraintuitiv nach unten, ist damit zu rechnen, dass der Markt sich eine Atempause gönnt, um anschließend einen nachhaltigen Preisanstieg zu verzeichnen. Möglicherweise ist dies nun beim Ölpreis der Fall.

Die allgemeine geopolitische Lage ist derzeit sehr risikobehaftet, was einen preissteigernden Einfluss auf den Ölpreis hat. Gestern wirkte jedoch noch der DOE-Bericht ein, der durch seine Meldung über hohe US-Ölbestände für einen preissenkenden Einfluss sorgte. In der ersten Tageshälfte entschieden sich zudem einige Händler dafür, Gewinne mitzunehmen, was dazu beitrug, dass sich die Abwärtsbewegung im weiteren Tagesverlauf bis zum Abend fortsetzte.

Brent schloss den Tag mit Verlusten ab, doch die Abwärtstendenz ist vermutlich nicht von Dauer. Bereits heute Morgen zeichnet sich ein leichteres Gefälle als gestern ab. Ob die günstigeren Ölpreise tatsächlich das Ergebnis einer Abwärtskorrektur sind und in welche Richtung sich der Ölpreis nun weiterbewegt, bleibt abzuwarten. Auf der einen Seite stehen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela und Unruhen in Libyen, die dafür sorgen, dass weniger Öl den Markt erreicht. Auf der anderen Seite stehen hohe US-Rohölbestände, die nicht dafür sprechen, dass mit einer Unterversorgung zu rechnen ist.

Im Gegensatz zum Rohöl wurde Heizöl teurer. Hier ist derzeit der aktuelle Eurokurs ausschlaggebend. Nach einem kurzen Anstieg verzeichnet der Euro nun wieder Kursverluste. Das führt zu höheren Heizölpreisen, da das Produkt ursprünglich in US-Dollar gehandelt wird. Verliert der Euro gegenüber dem Dollar an Stärke, steigt der Preis in Euro. Starke Impulse fehlen, weshalb die weitere Entwicklung des Heizölpreises schwer abzuschätzen ist. Wer einem sich leerenden Heizöltank gegenübersteht, sollte jetzt die Heizölbestellung auslösen – schließlich könnten die Preise im aktuellen Umfeld noch weiter anziehen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1167 US-Dollar, am Donnerstagmorgen waren es 1,1207 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde für Mittwoch bei 1,1173 US-Dollar festgesetzt.

Nach den gestrigen Gewinnen sinkt der Eurokurs nun wieder. Die Konjunkturdaten der US-Wirtschaft sind positiver als erwartet ausgefallen, was für einen steigenden Wert des Dollars sorgte. Der Euro geriet dadurch unter Druck und gab etwas nach. Weitere Impulse könnte der heute erwartete US-Arbeitsmarktbericht geben. Dieser findet oft große Beachtung am Devisenmarkt. Überraschende Ergebnisse können demnach merklichen Einfluss auf die Kurse des US-Dollar und des Euro ausüben.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Venezuela: Präsident Maduro stärkt seine Position
  • Türkei sucht Wege, um US-Sanktionen gegen Iran auszuweichen

Venezuela: Präsident Maduro stärkt seine Position

Nach dem gescheiterten Putschversuch in Venezuela durch den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaido stärkt der noch amtierende Präsident nun seine Position. Guaidos Putsch scheiterte, da er zu wenige Soldaten auf seine Seite bewegen konnte und das Militär Maduro die Treue hielt. Der Staatschef ergriff daraufhin Maßnahmen, das Militär enger an sich zu binden und schwor es darauf ein, die sozialistische Regierung Venezuelas zu verteidigen. Das verheißt nichts Gutes für die Situation in Venezuela. Ein einsatzfähiges Militär, das jederzeit dazu bereit ist, die umstrittene Regierung zu verteidigen führt unweigerlich zu Gedanken an innenpolitische Unruhen oder sogar Bürgerkriege. Auch der außenpolitische Druck erhöht sich durch die US-Sanktionen gegen Venezuela, die den Staatschef Maduro zum Rücktritt bewegen sollen. Die Lage spitzt sich zu.

Für den Ölpreis ist die Situation preissteigernd zu bewerten, denn angesichts der unruhigen Lage im Land und des sanktionsbelasteten Ölhandels ist auf dem Ölmarkt kaum mit venezolanischem Öl zu rechnen.
 

Türkei sucht Wege, um US-Sanktionen gegen Iran auszuweichen

Gestern liefen die letzten Ausnahmeregelungen der US-Sanktionen gegen den Iran aus. Auch die verbliebenen Nationen, die zuletzt noch unbehelligt Ölhandel mit dem Iran betreiben durften, sind nun von den Sanktionen betroffen. Der türkische Außenminister Cavusoglu forderte die USA dazu auf, diese Entscheidung zu überdenken, sucht jedoch bereits nach Wegen, um die Auswirkungen der Sanktionen zu umgehen.

Denn die Türkei ist auf Ölimporte angewiesen. Der Energiebedarf des Landes wird fast vollständig aus Importen gedeckt. Im Jahr 2017 hatte der Iran 45 Prozent des in die Türkei importierten Rohöls gestellt. Türkische Raffinerien sind zudem auf die Beschaffenheit und die Qualität iranischen Öls ausgelegt. Wird Öl aus anderen Quellen bezogen, müssten die Raffinerien umgebaut werden. Zwar wurde der Ölhandel der Türkei mit dem Iran im vergangenen Jahr bereits zurückgefahren, ein komplettes Fehlen des iranischen Öls würde die Türkei dennoch belasten.

Deshalb stehen die Außenminister der Türkei und des Iran in regem Kontakt, um eine Lösung zu finden, mit der man die US-Sanktionen umgehen könnte. Im Gespräch sind beispielsweise Mechanismen eines Tauschhandels. Diese Idee erinnert an INSTEX, das sogenannte „Instrument in Support of Trade Exchanges“, das von Deutschland, Frankreich und Großbritannien ins Leben gerufen wurde, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. INSTEX stellt ein Zahlungssystem bereit, das keine Finanztransaktion zwischen EU und Iran nötig und trotzdem Handel möglich macht, ohne die Sanktionen auszulösen. Zwar ist INSTEX ein Kanal zum Handel mit Lebensmitteln, Medikamenten und Medizinprodukten, doch die Türkei nimmt ihn sich gern zum Vorbild, um einen ähnlichen Mechanismus für den Ölhandel zu entwickeln.

Auch China protestiert gegen die US-Sanktionen. Finden die Länder, die bisher die Ausnahmeregelung in Anspruch genommen hatten, eine Lösung, trotzdem Handel mit dem Iran zu treiben, verlieren die US-Sanktionen einen Teil ihres preissteigernden Einflusses auf den Ölpreis.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 73,01 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag lag der Heizölpreis bei 72,20 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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