Russland und Saudi-Arabien kooperieren – Ölpreise weiter fest

6. September 2016

Heizoelpreis steigt 060916

Die Ölpreise zeigten gestern eine Berg- und Talfahrt nachdem bekannt wurde, dass sich Saudi-Arabien und Russland auf die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem Ziel der langfristigen strategischen Partnerschaft geeinigt haben. Die Heizölpreise werden heute leicht steigen, wobei dies regional unterschiedlich ausfällt.

Ölpreisentwicklung

Aufgrund eines Feiertages in den USA war gestern mit einem eher ruhigen Handel an den Ölbörsen zu rechnen. Auf der anderen Seite kann das geringere Handelsvolumen aber auch zu stärkeren Ausschlägen der Kurse führen, was gestern zu beobachten war.

Am Rande des G20 Gipfels hatte sich der russische Präsident Putin mit Vertretern aus Saudi-Arabien getroffen. Am Ölmarkt wurde dann bekannt, dass die Länder eine "bedeutende Bekanntmachung" planen.

Händler befürchteten daraufhin, dass die beiden größten Ölproduzenten einen Kompromiss zur Begrenzung der Ölproduktion erreicht hätten. Nun wollte man sich durch Käufe gegen das Risiko weiter steigender Ölpreise absichern, was die Ölpreise dann in einer ersten Reaktion auch steil nach oben trieb.

Die dann  aber bekannt gegebene Gründung einer Arbeitsgruppe führte im Tagesverlauf zu einer Preiskorrektur. Eine langfristige Partnerschaft der Länder ist zwar eine wichtige Veränderung im Markt, die allerdings kurzfristig kaum Auswirkungen auf das Angebot am Ölmarkt haben wird.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent notiert aktuell bei 47,44 US-Dollar je Barrel, nachdem gestern zwischenzeitlich mit über 49 US-Dollar der bisher höchste Stand im September erreicht wurde.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell bei 414 US-Dollar je Tonne notiert. Das sind etwa 20 US-Dollar unter dem gestrigen Tageshoch.

Auch wenn man am Ölmarkt grundsätzlich skeptisch bleibt was die Einigung der Produzenten auf eine Begrenzung der Fördermengen angeht, zeigt die Initiative von Russland und Saudi-Arabien, dass nun auch die großen Förderländer dieses Thema vorantreiben wollen.

Zuletzt waren es verstärkt kleinere Produzenten wie Venezuela, die dieses Thema öffentlich vorantreiben wollten. Anscheinend sind nun auch die „Großen“ zur Erkenntnis gekommen, dass sich die gewünschte Marktentwicklung nicht von ganz alleine einstellt.

Erstes Ziel der Produzenten ist es, einen erneuten Preisrutsch wie zum Ende des letzten Jahres zu vermeiden, als die Ölpreise unter 30 US-Dollar fielen. Auf der anderen Seite wird die OPEC wohl nicht von ihrem Ziel einer Marktbereinigung abrücken.

Im Fokus steht dabei insbesondere die US-Schieferölindustrie. Es hat sich gezeigt, dass in den USA ab einem Preisniveau von 50 US-Dollar rentabel Öl gefördert werden kann. Durch die verbale Ankündigung einer Partnerschaft ohne tatsächlichen Auswirkungen auf das eigene Angebot, versucht man anscheinend zu erreichen, dass sich das Preisniveau oberhalb der 40 US-Dollar festigt, aber eben nicht die 50 US-Dollar übersteigt.

Ohnehin bleibt die Begrenzung des Angebotes extrem fraglich. Diskutiert wurde wohl, die Produktionsmengen auf den Werten von Juli, August oder September einzufrieren. Letztlich würden sich die großen Ölproduzenten damit jeweils ihre Rekordfördermengen sichern.

Fraglich bleibt außerdem inwiefern sich Länder wie der Iran, Nigeria oder Libyen an einer Begrenzung beteiligen würden. Wenn es Nigeria oder Libyen gelänge die poltische Lage im Land zu stabilisieren, würde man wohl kaum auf zusätzlich Öleinnahmen aus Exporten verzichten wollen.

Heute bleibt abzuwarten, wie die US-Händler auf die Neuigkeiten reagieren werden, wenn dort der Handel nach dem gestrigen Feiertag wieder startet. Im weiteren Wochenverlauf könnten die US-Ölbestandsdaten und der EIA Monatsbericht für frische Impulse sorgen.

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist heute Morgen rund 1,1164 US-Dollar wert. Heute richtet sich die Aufmerksamkeit am Finanzmarkt vor allem auf amerikanische Konjunkturdaten, wobei die bedeutendere Ereignisse an den kommenden beiden Tagen anstehen.

Am Mittwoch wird die US-Notenbank Fed ihren Bericht zur wirtschaftlichen Lage in den USA veröffentlichen. Die Europäische Zentralbank folgt am Donnerstag mit der Zinssatzentscheidung und der anschließenden Pressekonferenz.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich die Importe für den Euroraum, wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verliert.

Heizölpreisentwicklung

Für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt der durchschnittliche Tagespreis aktuell bei 51,17 Euro pro 100 Liter. Wir rechnen damit, dass sich die Heizölpreise vorerst über 50 Cent pro Liter halten werden.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar und der Heizölpreis ist gemessen am Vorjahr immer noch günstig.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.