Schwacher Wochenstart der Ölpreise

29. März 2016

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Bestandsaufbauten im Rohölbereich sorgten vor dem langen Osterwochenende für sinkende Ölpreise. Gestern waren die Ölbörsen in New York und London zwar geöffnet, allerdings waren nur wenige Händler anwesend. Insgesamt hat sich an der aktuellen Marktlage wenig geändert, sodass die Notierungen für Öl heute in etwa auf dem Niveau von Donnerstag starten.

Ölpreisentwicklung

Bereits zu Beginn der letzten Woche hatten Analysten vor abrutschenden Preisen wegen des langen Osterwochenendes gewarnt. Am Donnerstag deuteten sich dann auch Abwärtssignal an, da Marktteilnehmer sich vor sinkenden Preisen übers Wochenende absicherten und Gewinne mitnahmen. Hinzu kam der Bericht des Departements of Energy (DOE - Energieministerium der Vereinigten Staaten) am Nachmittag, der massive Bestandsaufbauten beim US-Rohöl zu verzeichnen hatte.

Zudem veröffentlichte Baker Hughes seinen Bericht zur derzeitigen Lage der US-Ölindustrie. Dieser konnte den Ölpreis am Ostermontag etwas stützen Insgesamt jedoch drückten die Bestandsaufbauten weiter, sodass sich für heute bei Brent in etwa das Preisniveau von Donnerstag ergibt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 40 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, welches für den inländischen Heizölpreis von entscheidender Bedeutung ist, wird bei 352 US-Dollar je Tonne notiert. Damit hat Gasoil nochmal etwas nachgegeben und ist 22 US-Dollar je Tonne günstiger, als noch in der Woche zuvor.

Nachdem der Bericht des DOE am Donnerstag starke Aufbauten bei Rohöl zu verzeichnen hatte, konnte der Bericht des Baker Hughes etwas dagegen halten. Die Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen hat in  der vergangenen Woche um 15 auf nun 372 Anlagen abgenommen.

In den letzten Wochen war immer wieder eine abnehmende Anzahl der aktiven Anlagen zu verzeichnen. Umso mehr waren Beobachter überrascht, dass die Anzahl in der vorigen Woche zugelegt hatte.

Eigentlich würde eine sinkende Zahl die Ölnotierungen stützen. Jedoch fördert die USA kaum weniger, als noch mit 600 Anlagen mehr. Dies verdeutlicht den massiven technologischen Fortschritt im Bereich der Ölförderung. Deshalb glauben einige Analysten, dass ein nachhaltiger Preisanstieg auch in nächster nicht möglich sein wird.

Zwar wird es am 17. April ein Treffen der großen Ölproduzenten geben. Aber auch hier bestehen Zweifel an einem tatsächlichen Erfolg. Denn das Ziel dieses Meetings ist die Drosselung der Fördermenge auf das Niveau vom Januar. Allerdings hat die OPEC im Januar nahe der Rekordmarke produziert. Eine Drosselung auf dieses Niveau ist in den Augen einiger Beobachter deswegen keine geeignete Maßnahme zur Reduzierung des akut bestehenden Überangebots, sondern nur eine Fixierung der Überproduktion.

Zudem fehlen bislang die Zusagen vieler Teilnehmer. Bisher standen Saudi-Arabien und Russland fest. Nun gibt es die Zusagen der Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesiens.

Allerdings hatten sowohl der Iran als auch Libyen bereits letzte Woche einem Treffen abgesagt. Beiden Ländern wird jedoch das größte Steigerungspotenzial zugesprochen. Dies drückt zusätzlich die Aussichten der Analysten auf einen Erfolg dieser geplanten Beschränkung.

Es bleibt nun abzuwarten, inwiefern die restlichen potenziellen Mitglieder sich äußern werden. Auch wenn viele an einen Erfolg der Drosselung zweifeln, hatte die Aussicht auf eine Beschränkung die Ölpreise in letzter Zeit deutlich gestützt. Somit sind auch für die nächste Woche Schwankungen bei der Ölpreisentwicklung möglich.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 29.03.2016

  • Verbrauchervertrauen Conference Board (Vertrauen in die US-Wirtschaftstätigkeit)
  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 30.03.2016

  • Verbraucherpreisindex Deutschland
  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)

Donnerstag, 31.03.2016

  • Verbraucherpreisindex Eurozone

Freitag, 01.04.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Auch der Eurokurs startet deutlich schwächer als noch letzte Woche Montag und wird zum aktuellen Zeitpunkt bei 1,1181 US-Dollar notiert.

In der letzten Woche hatten Aussagen einiger US-Notenbanker eine baldige Fortsetzung des US-Zinsanhebungskurses in Aussicht gestellt. Dies stützte die amerikanische Währung deutlich, sodass sich beim Euro Verluste bemerkbar machten.

Heizölpreisentwicklung

Der gesunkene Gasoilpreis sorgt heute für Nachlässe beim Heizölpreis. So kostet eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt 45,52 Euro pro 100 Liter Heizöl und damit knapp einen Euro weniger als noch am letzten Dienstag.

Da die Heizöl-Nachfrage in den letzten Wochen stark nachgelassen hat, ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.

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