Sinkende Ölnachfrage? Heizölpreise geben nach

18. September 2018, Peter Dudda

Heizölpreis fällt zum Dienstag 18.09.18

Die US-Regierung hat neue Strafzölle gegen China angekündigt und viele Währungen verlieren immer weiter gegenüber dem US-Dollar. Insgesamt könnte die globale Ölnachfrage sinken. Allein schon die Aussicht lässt die Ölpreise fallen. In Kombination mit einem starken Euro ist Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Neue Strafzölle der USA gegen China
  • US-Ölförderung weiter auf Rekordkurs
  • Russland zeigt sich für alle Richtungen vor OPEC-Gipfel offen
  • Brent bei 77,62 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 675,25 US-Dollar
  • Euro steigt auf 1,1715 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt weiter auf 76,76 Euro / 100L

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Libyen politisch instabil
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
 US-Absage an Indien für Ausnahme von US-Sanktionen
 Iranische Ölexporte rückläufig
 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
 Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran

Russland bereit für alle Optionen bei OPEC-Kürzungsdeal
DOE mit uneindeutigen Werten für US-Ölbestände
 OPEC: Preisspanne zwischen 70 und 80 Dollar soll gehalten werden
 Ölquellen-Erschließung in Afrika nimmt zu
 Mexico und Venezuela wollen intensiv in die Ölindustrie investieren

 US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
Erneute Strafzölle zwischen China und USA
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 Libyens Ölproduktion steigt wieder
 OPEC und IEA erwartet sinkende Nachfrageentwicklung

 

 

 

In der letzten Woche lagen 51% (633 Stimmen) unserer abstimmenden Leser richtig, als sie auf einen sinkenden Heizölpreis setzten. Zum Wochenanfang (10.09.18) kostete der Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt noch 78,76 Cent. Zur Wochenmitte waren es zeitweise 79,35 Cent.  Stand Freitagabend (14.09.2018) ist der Heizölpreis in der vergangenen dann doch noch auf 77,58 Cent gesunken.  

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Dienstagmorgen bei 77,62 US-Dollar. 78,05 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag lag bei 78,05 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde ebenfalls bei 78,05 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Dienstagmorgen bei 675,25 US-Dollar und damit nur leicht schwächer als noch zum Wochenstart. Der Schlusspreis wurde am Montag bei 681,50 US-Dollar festgelegt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 18.09.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

In den letzten drei Monaten sind die iranische Ölexporte bereits um fast 600.000 Barrel pro Tag gesunken. Alle Marktteilnehmer sind sich einig, dass in den US-Sanktionen gegen den Iran die größte Gefahr für die Versorgungslage am globalen Ölmarkt liegt. Die volle Kraft entfalten die Sanktionen gegen den Iran wohl erst ab Anfang November, dann sollen auch die iranischen Ölexporte direkt betroffen sein. Bisher waren vor allem Devisen und andere Handelsprodukte betroffen. Der Exportrückgang belegt allerdings jetzt schon, dass sich viele Abnehmer iranischen Öls langsam zurückziehen. So hat jüngst Japan bekannt gegeben, kein iranisches Öl mehr zu importieren, letzte Woche konnte aus Süd-Korea eine ähnliche Verlautbarung vernommen werden. Europa, ebenfalls ein wichtiger Importeur iranischen Öls, versuchts stattdessen am Iran als Wirtschaftspartner festzuhalten. Dafür werden unterschiedliche Modelle geprüft, mit denen eine Umgehung der US-Sanktionen möglich wäre. Platt gesagt, will die EU den Iran wohl vor allem aufgrund des Atomabkommens nicht hängen lassen. So hat der Iran bereits im Mai angekündigt, dass es selbst aus dem Abkommen austreten würde, wenn die EU sich an die Sanktionen aus dem Weißen Haus hält und keine iranischen Waren mehr abnimmt.

Sollte es tatsächlich zu einem vollständigen Exportstopp iranischen Öls kommen, könnte sich schnell eine Unterversorgung an den Märkten einstellen. Die anderen Staaten der OPEC und Russland hatten ihre Produktion im Sommer bereits hochgefahren, dafür mussten allerdings Reservekapazitäten angezapft werden. Weitere Produktionssteigerungen währen zwar möglich, jedoch könnte man dann nicht mehr auf Produktions- und Lieferausfälle aus einer anderen Richtung reagieren. Auch die USA fördert zwar von Tag zu Tag mehr Öl und bohrt „was das Zeug hält“, doch auch hier gibt es einen Wehmutstropfen: Es gibt schlicht weg nicht genug Logistikkapazitäten, z.B. in Form von Pipelines, um das geförderte Öl auch innerhalb des Landes an die großen Verteilzentren, vor allem im Süden der USA zu transportieren.

Entgegen der Aussicht auf weniger verfügbares Öl und damit steigenden Ölpreisen steht die Einschätzung nicht zuletzt der OPEC und der IEA, dass die Ölnachfrage in den nächsten Monaten und Jahren abnehmen könnte. Hintergrund sind die vor allem von der US-Administration initiierten Handelskonflikte und die Währungsabwertungen in vielen Schwellenländern. Beide Faktoren haben indirekten Einfluss auf die Ölnachfrage. So führen Handelsbeschränkungen der Erfahrung nach zu einem Abflauen der Wirtschaftsleistung bei den beteiligten Parteien. Das wiegt vor allem dann schwer, wenn die Beteiligten die größten Volkswirtschaften der Welt darstellen. Die sich zur Zeit vollziehenden Währungsabwertungen finden vor allem gegenüber dem US-Dollar statt. Für die betroffenden (Schwellen-) Länder wird damit der Einkauf von in US-Dollar-gehandelten Öl wesentlich teurer.

Welche Entwicklung wird sich durchsetzen? Zumindest die US-Sanktionen gegen den Iran sind mit einem konkreten Datum belegbar, die Entwicklungen bei den Handelskonflikten, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung der schwächelnden Schwellenländer ist stattdessen eher mittel- bis langfristig zu betrachten. Die Ölpreise könnten in letzter Konsequenz bis zum Ende des Jahres tendenziell eher steigen als fallen.

An den Ölmärkten überwiegt zum Glück von Heizölverbrauchern vorerst die eher pessimistische Stimmung, zumindest was die Nachfrage betrifft. Mit der Meldung dass die Anzahl angebohrter US-Ölquellen sich auf einem Rekordhoch befinden und Brasilien zudem seine Ölförderung ausweitet, sind die Ölpreise im Handel zum Wochenstart leicht gefallen. Gleichzeitig hat der Euro zugelegt, Heizöl ist damit heute wieder günstiger zu bekommen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Dienstagmorgen kostete die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1705 US-Dollar, am Morgen zum Wochenstart waren es noch 1,1633 US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt am Montag bei 1,1671 US-Dollar festgesetzt.

Das der Euro heute Morgen wieder etwas stärker notiert, liegt wohl vor allem an dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. US-Präsident Trump hat gestern nachgelegt und weitere Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit 10% Strafzöllen belegt. Für heute wird daher insgesamt mit einem Dämpfer an den Devisenmärkten gerechnet.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Russlands Energieminister geht offen in Gespräche mit der OPEC

Für alle Optionen bereit?

Wohl eher nicht. Dennoch könne man über alles beim anstehenden OPEC-Gipfeltreffen in Algerien sprechen, so zumindest der russische Energieminister Alexander Nowak. Alle Optionen müssten auf den Tisch und mit allen Partner des seit nunmehr Ende 2016 bestehenden Förderkürzungsdeals besprochen werden. An den Märkten wird das wie folgt übersetzt: Eine Ausweitung der Ölförderung über die bestehenden Quoten hinaus sei durchaus möglich. Zuletzt Ende Mai hatte sich Russland und die OPEC auf eine Produktionsausweitung um täglich eine Million Barrel geeinigt. Zu groß erschien die Gefahr, dass die durch die eigenen Reihen selbst herbeigeführte Verknappung von Öl die Preise explodieren lässt. Eigentlich sollte man meinen, dass einem Ölförderer nichts mehr gelegen sein könnte. Doch ein zu hoher Ölpreis ruft auch andere Akteure auf den Plan, die so plötzlich in der Lage wären eigentlich unrentable Ölquellen zu erschließen. Zudem könnten zu hohe Ölpreise zu einer abflauenden Nachfrage führen. Im Ergebnis bewegen sich die Preise seit Monaten im Band zwischen 70 und 80 US-Dollar.  
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 76,76 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es noch 77,45 Cent.

Die beste Zeit für den Heizölkauf ist weiter jetzt – daran besteht kein Zweifel. Denn Kunden müssen auch bedenken, dass es auf unserem Binnenmarkt immer noch etwas knirscht: Die Pegelstände sind weiterhin niedrig, Raffinerieabschaltungen sorgen für Versorgungsschwierigkeiten. Dieser Aspekte bleiben auch bei sinkenden Weltmarktpreisen in Deutschland ein wichtiges Thema. Wenn Sie sich heute für den Heizölkauf entscheiden, sichern Sie sich ein durchaus gefälliges Preisniveau – immerhin das Beste seit ca. 2 Wochen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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