Gewinnmitnahmen und Sorgen um Handelsstreit: Ölpreise sinken, Heizölpreis fällt

9. Oktober 2019, Ricarda Altrichter

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Der Monatsbericht der EIA konnte gestern keine wirkliche Wirkung auf die Ölnotierungen entfalten. Stattdessen machte sich der Markt neue Sorgen um den Handelsstreit, da China Gegenmaßnahmen gegen die neuen US-Sanktionen ergreifen will. Heizöl ist heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • China plant neue Sanktionen gegen USA
  • Ecuadors Ölförderung deutlich eingeschränkt
  • API Daten liefern uneindeutige Signale
  • EIA-Monatsbericht: Nachfragen 2020 sinkt, Produktion aber auch
  • Brent bei 58,02 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 578,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,0961 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 67,79 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 67,79 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag lag der Heizölpreis bei 68,50 Cent pro Liter Heizöl.

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Ecuador hat Produktion an 3 Ölfeldern eingestellt

Buzzard Ölfeld abgeschaltet

Unruhen im Irak

Handelsgespräche zwischen China und USA wurden wiederauf

 

Waffenstillstand zwischen Saudi-Arabien und Jemen

Verhandlungen zwischen USA und China mit geringen Erfolgschancen

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 58,02 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag betrug 58,67 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 58,12 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 578,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 588,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 578,75 US-Dollar.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Obwohl der Bestandsbericht des API sowie der Monatsbericht des EIA beide das Potential zu deutlichen Preisveränderungen hätten haben können, entschied sich der Markt, sie weitestgehend zu ignorieren. Das kann einerseits an der widersprüchlichen Natur der Berichte liegen, hat aber wohl eher mit der Sorge um den Erfolg der Verhandlungen zwischen China und den USA zu tun.

China plant neue Gegenmaßnahmen gegen die USA, nachdem mehrere chinesische Unternehmen auf eine Blacklist gesetzt wurden. Dieser neue Eskalationspunkt wirft keinen guten Schatten auf die kommenden Verhandlungsgespräche, von denen nicht wenige am Markt wenigstens einen kleinen positiven Fingerzeig für die Konjunktur erwarten.

 

Wie bereits gewarnt, hat Ecuador aufgrund der Unruhen im Land seine Ölförderung drastisch eingeschränkt. Drei Ölfelder wurden praktisch abgeschaltet, die Menge soll um rund 70.000 B/T gesunken sein. Das allein ist zwar wenig und wird vom Markt deshalb nicht eingepreist. Aber in Tandem mit ähnlichen Problemen in Irak könnte der kombinierte Einfluss am Ende doch noch von den Händlern aufgegriffen werden – vor allem, wenn die Ausfallmengen größer werden.

Erst einmal startet der Morgen mit gesunkenen Ölpreisen und dank stabiler Euronotierung auch mit einem günstigeren Heizölpreis. Dieses Niveau sollten sich Heizölkäufer angesichts der unklaren Entwicklungstendenzen schnell zunutze machen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,0961 US-Dollar, am Dienstag waren es 1,0979 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde bei 1,0986 US-Dollar festgesetzt.

Nachdem die neuerliche Sorge um einen ungeordneten Brexit das Pfund und im Nachgang auch den Euro gestern noch deutlich belastete, hat sich zumindest der Euro heute wieder etwa auf Vortagesniveau stabilisiert.

Ein Grund dafür könnte die Hinwendung der Anleger gen USA sein, wo eine Rede des Notenbankchefs Powell darauf schließen ließ, dass die Fed möglicherweise eine dritte Leitzinssenkung plant. Dies führt im Vorfeld immer etwas zur Dollarabwertung.

Andererseits hatte der Euro zuvor etwas Rückenwind durch eine überraschend positive Entwicklung in der deutschen Industrie erhalten. Dieses Signal war laut Analysten lange überfällig.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • API: Widersprüchliche Signale zu US-Ölbeständen
  • EIA: Widersprüchliche Signale zur Prognose

 

API: Mehr Rohöl, weniger Produkte

Die wöchentlichen US-Bestandszahlen des American Petroleum Institutes liefern dieses Mal uneindeutigen Interpretationsspielraum. Während die Rohölbestände entgegen der Erwartung gestiegen sind, nahmen die Produktbestände über Gebühr ab.

Ohne die Klärung durch die genauen Zahlen des Department of Energy (DOE) von heute Nachmittag kann sich der Markt darauf keinen Reim machen. Darum hattte der API-Bericht dieses Mal auch kaum Einfluss auf die Ölnotierungen.

 

EIA: 2020 könnte doch spannend werden

Bisher folgten alle Monatsberichte in ihren Konjunkturprognosen für das Jahr 2020 dem gleichen pessimistischen Tenor: Die Nachfrage wird durch wirtschaftliche Probleme deutlich sinken, es kommt zu einer Überversorgung.

Der erste neue Monatsbericht der Energy Information Administration (EIA) schlägt nun etwas andere Töne an: Zwar wurden die Nachfrageprognosen (wie angenommen) erneut nach unten korrigiert, aber auch die Ölförderung soll laut Aussicht deutlich sinken. Dabei stützt man sich wohl auch auf die Kürzungsbemühungen der OPEC, was die allgemeine Produktionsentwicklung sicher etwas verzerrt darstellt. Aber ein Abrücken von der allgemeinen „zu viele Öl bei zu wenig Nachfrage“-Einstellung ist dennoch bemerkenswert.

 

So sieht es auch der Markt, der sich jedoch in Sachen Preisbildung für eine Nichtreaktion auf den Monatsbericht entschied. Allerdings wird es nun umso interessanter zu sehen, ob auch die Monatsberichte von IEA und OPEC diesen etwas verschobene Sichtweise auf den Markt 2020 einnehmen werden.

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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