Stabile Kurse trotz neuer Zahlen zur US-Ölförderung – Euro über 1,18 US-Dollar

1. August 2017

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Nachdem der Wochenstart aufgrund eines Brandes in der größten Raffinerie Europas deutliche Preisanstiege bei Öl gesehen hat, sind die Preise heute Morgen relativ stabil. Und das trotz neuer Zahlen, die die US-Ölproduktion im neuen Licht erscheinen lassen – sie ist niedriger als bisher angenommen.

Ölpreisentwicklung

Nach dem Raffineriebrand in Rotterdam vom Wochenende steht heute die US-Ölproduktion auf der Agenda. Die Energy Information Administration (EIA) als Unterabteilung des Department of Energy (DOE) hat statistische Zahlen zur US-Industrie veröffentlicht.

Diese zeigen, dass die Ölproduktion, zumindest im Mai, weitaus niedriger war als bisher angenommen. Das gab den Ölpreisen an den Börsen Auftrieb, zumal die Berichte von DOE und API vergangene Woche bereits deutliche Bestandsabbauten bei Rohöl festhielten. An den Ölpreisen hat sich indes nur wenig verändert – zumindest relativ zu den gestrigen Preissprüngen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert am Dienstagmorgen bei 52,32 US-Dollar. Das ist leicht weniger als der gestrige Tagesstart ( 52,67 US-Dollar) und auch weniger als der Schlusskurs von Montag (52,65 US-Dollar).

Bei ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigen sich ebenso kaum Veränderungen. Er notiert heute Morgen bei 495,00 US-Dollar, genauso viel wie gestern Morgen. Der Schlusswert für Montag lag bei 489,00 US-Dollar.

Die Händler hielten sich gestern offenbar erst einmal zurück, nachdem der Brand in Europas größter Raffinerie in Rotterdam für deutliche Preisanstiege, gerade bei ICE Gasoil, gesorgt hatte.

Erst gegen Abend hin kam wieder etwas Bewegung in die Kurse, die sich nach oben entwickelten, nachdem sie zunächst nachgelassen hatten. Grund für den Anstieg sehen Experten in der Statistik zur US-Ölindustrie.

EIA korrigiert Daten zur Ölförderung in den USA nach unten

Während viele andere ölproduzierende Länder mit statistischen Zahlen zur Entwicklung der Industrie geizen, sind die USA hier mehr als transparent. So veröffentlichen das American Petroleum Institute (API) und das Department of Energy (DOE) wöchentlich Berichte zu den Ölbeständen und der Ölförderung.

Der DOE-Bericht ist aufgrund einer größeren Datenmenge schon wesentlich näher an der Realität als der API-Bericht, aber auch die DOE-Zahlen werden ab und zu noch einmal korrigiert. Und zwar aus dem eigenen Hause.

Die Energy Information Administration (EIA) ist eine Unterabteilung des DOE und veröffentlicht Statistiken zur Industrieentwicklung meist mit einer Verzögerung von zwei Monaten. Der EIA-Bericht für Mai enthielt dieses Mal eine kleine Überraschung:

Die Ölproduktion sei demnach viel niedriger ausgefallen, als DOE und API damals vermuten ließen. Die Korrektur umfasst etwa 150.000 Barrel Öl pro Tag weniger. Das ist im Gesamtvolumen von 9,17 Mio. B/T vielleicht kein riesiges Kontingent, doch für den Markt ein Anlass, die US-Ölindustrie insgesamt noch einmal neu zu bewerten.

Denn weniger US-Öl könnte – auch mit Blick auf die mittelfristige Zukunft – bedeuten, dass die OPEC-Bemühungen zur Preisstabilisierung doch endlich greifen könnten. Fraglich ist jedoch, ob das Ölkartell es schafft, die Mitgliedsstaaten endlich zu einer höheren Quotentreue zu bewegen.

Diese ist nämlich im Juli gesunken. Sogar Länder wie Saudi-Arabien, Wortführer innerhalb des Ölkartells, haben im vergangenen Monat mehr Öl gefördert – einerseits, um den eigenen Bedarf zu decken, andererseits wohl auch, um sich ein Stück des Marktes zu sichern, den andere OPEC-Länder besetzen wollten.

Unterm Strich ist es im Moment ein rechnerisches Nullsummenspiel: weniger Öl aus den USA, dafür mehr Öl aus OPEC-Ländern. Allerdings heißt Förderung noch nicht Export, was bei der Bewertung der OPEC-Strategie nicht vergessen werden darf. Und weniger US-Öl im Mai heißt zudem nicht, dass es im Juni und Juli (und natürlich in der nahen Zukunft) genauso sein wird.

Allerdings korrigierte die EIA auch die Statistik für April nach unten, was zumindest darauf hindeutet, dass es im Juni und Juli ähnlich sein könnte – die Berichte von API und DOE deuten es zumindest an.

In jedem Fall scheint der Markt aktuell gewillt, solche Meldungen mit einer eher positiven Grundstimmung zu interpretieren. Die Anzahl der Händler, die ihre Verkaufsstrategie ändern, nimmt jedenfalls zu: Die Wetten auf fallende Preise gehen zurück und werden kurzfristig aufgegeben. Allerdings neigen sie dann momentan dazu, sofort verfügbares Öl zu kaufen, statt sich auf Wetten auf steigende Preise einzulassen.

 So richtig scheint der Markt der möglichen Trendwende also noch nicht zu trauen. Was angesichts der aktuellen Datenlage auch ein durchaus überlegter Zug ist.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat eine neue Marke geknackt und rangiert momentan bei 1,1820 US-Dollar. Der Referenzkurs für Montag lag noch bei 1,1727 US-Dollar.

Erneut scheinen die Probleme in der Trump-Regierung dafür verantwortlich zu sein. Nach nur zehn Tagen im Amt wurde Anthony Scaramucci seines Postens als Kommunikationschef Trumps enthoben, enttäuschende US-Konjunkturdaten kamen noch hinzu.

Heizölpreisentwicklung

Ein steigender Eurokurs ist immer eine gute Nachricht für inländische Heizölkäufer, da sie so für in Dollar gehandeltes Öl weniger zahlen müssten. Allerdings spielen bei der Berechnung der Heizölpreise momentan Nebenfaktoren wie Verfügbarkeit und Nachfrage eine ebenso große, wenn nicht gar entscheidende Rolle: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,86 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 55,35 Cent.

Wenn sich Ihr Tank leert, ist momentan die beste Gelegenheit für den Heizölkauf. Denn eine Trendwende an den Märkten ist momentan wahrscheinlich – zumindest deuten die Indikatoren aktuell darauf hin.

Darum sollten Sie nicht auf mögliche Preisnachlässe spekulieren, sondern sich mit dem Heizölkauf die Gelassenheit ins Haus holen, dass turbulente Marktveränderungen für Sie vorerst nicht mehr relevant sind.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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