OPEC-Meeting zieht stabilere Ölpreise nach sich – Nigeria stimmt Förderbegrenzung zu

25. Juli 2017

Das Treffen der OPEC- und Nicht-OPEC-Länder ist aus Sicht des Ölkartells zumindest ein kleiner Erfolg: Nigeria stimmte einer Obergrenze bei der Förderung zu, Saudi-Arabien bekräftigte sinkende Exporte. Auch die Aussicht auf weniger US-Öl stabilisierte den Markt – wenn auch ohne eindeutige Richutng.

Ölpreisentwicklung

Nigera, bisher neben Libyen vom OPEC-Deal ausgenommen, hat sich beim gestrigen OPEC-Treffen dazu bereiterklärt, eine Obergrenze der eigenen Förderung umzusetzen. Mehr Neues gab es vom Treffen nicht. Saudi-Arabien bekräftigte noch einmal die Absicht, im August weniger zu exportieren. Diese Nachricht ist aber dem Markt aber bereits bekannt und umgesetzt.

Mehr Impulse gab es gestern nicht wirklich, sodass die Ölpreise kaum verändert sind. Allerdings scheint es, dass diese Woche erneut unter dem Stern sinkender US-Ölbestände stehen könnte, was wiederum steigende Preise nach sich ziehen könnte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 48,89 US-Dollar. Das ist leicht über dem Schlusskurs von Montag mit 48,60 US-Dollar, der bereits den Freitagswert überholt hatte (48,06 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert momentan bei 451,25 US-Dollar, der Montagsschluss betrug allerdings noch 451,50 US-Dollar, etwas niedriger als am Freitag bei 452,75 US-Dollar.

Schon diese beiden unterschiedlichen Tendenzen bei den Ölwerten zeigen, wie uneindeutig heute Morgen die Ausgangslage ist. Grundsätzlich sind die Preise stabil, vor allem weil das gestrige OPEC-Treffen aus Marktsicht durchaus eine interessante Neuigkeit zu bieten hatte:

Nigeria hat einer Obergrenze bei der Förderung zugestimmt. Bisher hatte das Land neben Libyen eine Ausnahmerolle innerhalb der OPEC und förderte so viel Öl wie seit Jahren nicht mehr. Dass es damit jedoch Bemühungen des Ölkartells torpediert, die Preise zu stabilisieren, ist klar. Man darf spekulieren, dass Nigeria inzwischen auch eine Rechnung aufmacht, ob mehr nigerianisches Öl auf dem globalen Markt wirklich eine rentable Sache für das Land ist.

Ansonsten blieb es um das Treffen ruhig, auch wenn Saudi-Arabien erneut bekräftigt hat, die Exporte im August zu senken. Diese Meldung haben wir jedoch schon mehrfach veröffentlicht, auch der Markt reagierte auf diesen Aspekt kaum.

Anzeichen für weniger US-Öl in dieser Woche

Vor den Bestandsberichten von API und DOE zu den US-Ölbeständen häufen sich momentan die Vorzeichen, dass die Vorräte in dieser Woche sinken werden. In Cushing, Oklahoma, dem größten Umschlagplatz der USA für Öl, habe man deutlich weniger Öl gezählt.

Auch sieht es so aus, dass die US-Ölindustrie zumindest bei den Investitionen an Fahrt verliert. Sinkende Budgets für 2017 bei den größten Unternehmen deuten an, dass der aktuell niedrige Ölpreis rein wirtschaftlich zur Vorsicht gemahnt.

Beide Faktoren stabilisierten gestern zusätzlich die Kurse, worin allerdings auch Enttäuschungspotential liegt. Gerade der Bericht des American Petroleum Institutes (API) kommt immer wieder zu anderen Ergebnissen als allgemein erwartet. Zwar wird er ebenso häufig vom Bericht des Department of Energy (DOE) revidiert, doch sorgte der zuerst erscheinende API-Bericht in den vergangenen Wochen stets für teils heftige Reaktionen.

Dass beide Berichte schon im Vorfeld so intensiv analysiert und im Marktverhalten einberechnet werden, ist ein Zeichen dafür, wie intensiv der Markt versucht, auch nur einen kleinen Einblick in die weitere Entwicklung 2017 zu erhalten.

Und da die US-Ölindustrie ein noch größeres Gegengewicht zu den OPEC-Bemühungen als Nigeria oder Libyen ist, wird hier eben auch noch genauer hingeschaut, analysiert und teilweise auch spekuliert.

Entwicklung Eurokurs

Mit momentan 1,1651 US-Dollar hat sich der Euro von seinen gestrigen Verlusten erholt und steht weiter auf einem Hoch. Die EZB hatte den Referenzpreis für Montag bei 1,1648 US-Dollar festgesetzt.

Dieser Höhenflug dürfte sich so lange fortsetzen, bis Konjunkturdaten aus den USA wieder besser sind, als sie momentan vermeldet werden. Heute Nachmittag stehen außer dem ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland keine weiteren Daten auf dem Programm.

Interessant dürfte es spätestens am Mittwochabend werden, wenn die US-Notenbank Fed ihre Zinssatzentscheidung bekannt gibt. Selbst, wenn es hier keine Überraschung gibt, hat doch die vergangene Woche gezeigt, dass die Anleger momentan jedes Wörtchen der Notenbank- bzw. EZB-Offiziellen auf die Waagschale legen.

Heizölpreisentwicklung

Geht es um die Berechnung der Heizölpreise für inländische Käufer, so sehen die Faktoren heute Morgen günstig aus: Der Euro hat wieder zugelegt, die Heizölpreise sind relativ stabil und bei ICE Gasoil sogar leicht gefallen. Berechnet man jedoch unterliegende Faktoren wie die globale Nachfrage und das momentane Angebot mit ein, ergibt sich heute Morgen folgendes Bild: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,85 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 52,73 Cent.

Sollten sich zudem die Annahmen zur US-Ölindustrie in den Berichten von API und DOE bewahrheiten, kann es auch mit diesem noch günstigen Preisniveau morgen schon wieder vorbei sein. Es ist also äußerst sinnvoll, sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden. Zumal sich die gestrige Annahme, dass nach dem OPEC-Treffen zumindest keine deutlichen Preisnachlässe möglich scheinen, bewahrheitet hat.

Dennoch: Ruhig oder vorhersehbar wird es auf den Märkten vorerst ganz sicher nicht, dazu ist das Öljahr 2017 aktuell von zu vielen Faktoren und Spekulationen bestimmt. Aber wer jetzt den Heizölkauf in die Wege leitet, macht sich vom Markt vollkommen unabhängig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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