Steigende Öl-Mengen – Fallende Ölpreise

10. Juli 2017

Heizoelpreise steigen 100717

Produktionssteigerungen in den USA und in den Reihen der OPEC-Staaten lassen die Wirkung von Rekordnachfrage und umfangreichen Bestandsabbauten verpuffen. Die Ölpreise drehen zum Wochenbeginn weiter ins Minus. Euro bleibt verhalten stabil über 1,14 US-Dollar.

Ölpreisentwicklung

Zum Ende der letzten Handelswoche wurde die Stimmung der Marktteilnehmer wieder einmal auf die Probe gestellt. Die saisonale grundsätzlich stärkere Nachfrage im US-Markt ist auf einem Rekordhoch und die Bestände an Rohöl und Öl-Produkten wie Benzin und Diesel, konnten erhebliche Abbauten verzeichnen.

Der Markt reagiert auf diese eigentlich preissteigernden Meldungen allerdings nicht wie gewohnt. Das gestiegene US-Produktionsniveau und die Zunahme der US-Förderanlagen, aber auch die schwächere Quotentreue der OPEC-Staaten, wiegen für den Handel schwerer und sorgten im Verlauf des Handels am Freitag für Preisabschläge.  

Der angebliche Vorschlag Russlands, die Bedingungen des OPEC-Förderabkommens nun doch anpassen zu wollen, wurde von den Märkten aufgrund keiner gesicherten Faktenlage unbeeindruckt zur Kenntnis genommen. Im weiteren Handelsverlauf verdichtete sich jedoch das Bild: Russland und die Führer der OPEC sind nicht an einer Ausweitung ihrer eigenen Produktionskürzungen interessiert, sondern fokussieren vielmehr die vom Abkommen ausgenommenen OPEC-Staaten Nigeria und Libyen. Beide Staaten sind mit ihrer Produktionszunahme der vergangenen Woche, bekanntermaßen ein Dorn im Auge der OPEC-Führungsriege.

Aufgrund der Unwahrscheinlichkeit die beiden Staaten nachträglich mit einer Förderquote zu belegen, reagierte der Handel auf diese Meldung abermals mit Enttäuschung und die Kurse setzten ihre Tendenz nach unten bis zum Handelsschluss weiter fort.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Abwärtstrend bei den Ölpreisen geht auch zum Wochenstart weiter. Der europäische Ölpreis Brent notiert aktuell bei 47,12 US-Dollar, der Schlusspreis von Freitag lag sichtbar darüber bei 47,55 US-Dollar.  

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, steht am Montagmorgen bei 430,75 US-Dollar, ebenso sichtbar unter dem Schlusspreis von Freitag bei 434,50 US-Dollar.

OPEC: Produktionskürzungen für Nigeria und Libyen?

Die OPEC und ihre Partner bleiben mit ihrem Abkommen die Fördermengen in den eigenen Reihen zu beschränken und damit die Öl-Mengen am Weltmarkt zu begrenzen bisher erfolglos. Wie zu erwarten nutzt das Abkommen vor allem den USA, welche die ausbleibenden Mengen mit ihrer eigenen Förderung wieder weitestgehend ausgleichen.

Doch auch im Kartell selbst gibt es aktuell Unbehagen, denn Libyen und Nigeria weiten ihre Produktion stetig aus und sorgen damit für Druck aus den eigenen Reihen. Libyen konnte noch zum Frühjahr diesen Jahres, vor allem aufgrund politischer Instabilitäten und damit verbundener kriegerischer Auseinandersetzungen, lediglich eine Produktionsmenge um die 200.000 Barrel pro Tag vermelden. Mittlerweile kratzt der nordafrikanische Staat bereits an der 1-Million-Barrel-Marke und hat dennoch weiteres Potenzial diese tägliche Fördermenge weit zu übertreffen. Auch Nigeria konnte im Vergleich zum Jahresbeginn die Förderung um 14% auf nunmehr 1,6 Millionen Barrel am Tag ausweiten.

Eben aufgrund ihrer politisch und wirtschaftlich angeschlagenen Lage, sind beide Staaten vom Förderabkommen der OPEC ausgenommen, was den Zielen des Kartells nun zum Verhängnis werden könnte. Die dauerhafte Verringerung der globalen Ölbestände und ein damit erhofftes höheres Preisniveau, rückt in immer weitere Ferne.

Bisher stand vor allem Saudi Arabien den beiden Ländern solidarisch zur Seite und bekundete offen, dass die Mehrmengen der beiden Staaten durch die übrigen Kartellmitglieder ausgeglichen werden. Doch scheinbar ist es nicht bei allen OPEC-Staaten mit der Solidarität weit her und der Ausgleich der Mehrmengen fand bisher nicht statt. Als Folge leidet die Quotentreue der am Deal Beteiligten insgesamt, wie Meldungen der letzten Woche bestätigten.

Am 24. Juli findet in St. Petersburg ein Treffen der OPEC-Führung statt. Dort soll auch das Thema Libyen und Nigeria auf der Agenda stehen. Nigeria hat bereits ein Einlenken bekundet und ist nach Meldungen bereit seine Produktionsmenge auf einem Niveau von 1,8 Millionen Barrel am Tag zu drosseln. Diese Menge ist bezogen auf Nigeria auch Teil des Deals vom November des letzten Jahres und der Verlängerung von Ende Mai diesen Jahres.

Libyen hingegen setzt auf ein Niveau von 1,6 Millionen Barrel am Tag. Das entspricht der Menge die das Land vor dem Sturz des Despoten Gaddafi 2011 produziert hat. Eine Kürzung der Produktion unter diesem Niveau scheint mehr als unwahrscheinlich, zumal die angestrebte Menge auch nicht ohne weiteres für das Land zu erreichen ist.  

Entwicklung Eurokurs

Der Euro bleibt auch zum Wochenstart über der 1,14 US-Dollar-Marke und notiert am Montagmorgen knapp darüber bei 1,1401 US-Dollar. Der Schlusspreis für Freitag lag auf gleichem Niveau bei 1,1402 US-Dollar.

Der Euro profitiert am Montagmorgen vor allem vom Anstieg der deutschen Exporte, welche vor allem den Handel innerhalb der Eurozone zu verdanken sind. Die etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen in den USA, sorgen für Verluste beim Dollar und sorgen damit ebenso für eine Stärkung der Gemeinschaftswährung.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren zum Wochenbeginn von der aktuellen Marktlage. Deutlich fallende Ölpreise und ein starker Euro sind die ideale Konstellation für den Endverbraucher. Heute Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,37 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es ebenfalls 52,84 Cent.

Diese Gelegenheit sollten unsere Kunden nutzen und sich jetzt für den Heizölkauf zu besonders attraktiven Konditionen entscheiden. Das sorgt dafür, dass Sie für den Herbst und Winter bereits bestens vorbereitet sind und alle weiteren Entwicklungen im Öljahr 2017 gelassen von den Zuschauerrängen verfolgen können.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Finanzierung oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

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