Steigende Anzahl US-Ölbohranlagen drückt Ölpreis

21. März 2016

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Erstmals seit langer Zeit meldete Baker Hughes eine steigende Anzahl der US-Ölförderanlagen. Dies deutet auf eine zunehmende Rentabilität der amerikanischen Anlagen hin, die einige Analysten aufgrund des schnell steigenden Ölpreises der letzten Wochen befürchtet hatten. Damit ergibt sich für heute ein gesunkener Heizölpreis.

Ölpreisentwicklung

In der letzten Woche hatte ein fester Termin des OPEC-Meetings für den 17. April die Ölpreise wieder gestützt. Am Freitag blieben weitere Meldungen dazu jedoch aus, sodass die Notierungen im Tagesverlauf nachgaben. Am Nachmittag gab man seitens Baker Hughes zudem bekannt, dass die Anzahl der aktiven US-Ölförderanlagen das erste Mal seit drei Monaten zugenommen hat. Dementsprechend ging der Ölpreis mit Verlusten aus dem Handel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird zurzeit bei 40,64 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil wird bei 366,25 US Dollar je Tonne notiert. Beide Notierungen sind damit ungefähr auf demselben Level wie letzten Montag.

Laut einiger Marktteilnehmer sei die aktuelle bestehende Überversorgung der Versuch der OPEC, die Vereinigten Staaten aus dem Markt zu drängen. Denn die niedrigen Ölpreise waren zu Beginn der Überproduktion vor allem für die US-Schieferölproduktion zu teuer.

Jedoch ist es den Amerikaner schnell gelungen, das Fracking mittels technologischen Fortschrittes zu einem günstigeren Preis rentabel zu machen. Infolgedessen sank die US-Ölförderung langsamer, als man zu Beginn gedacht hatte. Trotzdem war die Anzahl der Anlagen in den USA um 60 Prozent gesunken.

Der deutliche Preisanstieg der letzten Wochen ließ einige Marktteilnehmer nun annehmen, dass manch ein Projekt in den USA damit wieder rentabel wird. Die Daten des Baker Hughes Berichtes vom letzten Freitag deuten dies nun ebefalls an.

Denn dieser meldet, dass die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen um eine zugenommen hat. Die Zunahme ist zwar sehr gering, veränderte allerdings die Stimmung am Markt und deutet auf eine eventuelle Steigerung der amerikanischen Produktion in nächster Zeit hin.

Damit ist das geplante Meeting der großen Ölproduzenten wie Russland und der OPEC im April zunächst etwas in den Hintergrund gerückt. Allerdings wird der Markt auch weiter sensibel auf Meldungen zu diesem Thema reagieren.

Zum aktuellen Zeitpunkt scheint die Drosselung der Förderung auf das Niveau vom Januar wahrscheinlich. Zwar würde dies das bestehende Überangebot nicht deutlich reduzieren. Jedoch sehen viele Analysten in den Bemühungen der großen Produzenten das Potenzial von möglichen Produktionskürzungen in der Zukunft. Damit könnte die Ölpreisentwicklung auch in nächster Zeit starken Schwankungen ausgesetzt bleiben.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 21.03.2016

  • Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex (Indikator gesamtwirtschaftliche Aktivität USA)

Dienstag, 22.03.2016

  • Einkaufsmanagerindex Eurozone (wirtschaftliche Lage Eurozone)
  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 23.03.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)

Donnerstag, 24.03.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

Freitag, 25.03.2016

  • BIP Preisindex USA

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs startet etwas geschwächt in die Woche und wird zum aktuellen Zeitpunkt bei 1,1256 US-Dollar notiert.

Jedoch sorgte die Entscheidung der Fed, die amerikanische Geldpolitik zunächst nicht zu verändern, weiter für einen relativ gestärkten Euro. Damit bleibt der Öl-Kauf außerhalb der USA weiter attraktiv. Denn Öl wird grundsätzlich in US-Dollar gehandelt. Steigt der Wert des Euros gegenüber dem des US-Dollars, wird Öl für Käufer aus der Eurozone günstiger.

Heizölpreisentwicklung

Der gesunkene Ölpreis zusammen mit dem trotzdem noch starken Eurokurs sorgt heute für Nachlässe beim Heizölpreis. So kostet eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt 46,51 Euro pro 100 Liter Heizöl und damit 50 Cent weniger als noch am Freitag.

Da die Heizöl-Nachfrage in den letzten Wochen stark nachgelassen hat, ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

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